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Suche nach Rebecca auch am dritten Tag ohne Ergebnis

Rund 100 Polizisten haben nun den dritten Tag in Folge ein Waldgebiet in Brandenburg nach der verschwundenen 15-jährigen Rebecca durchsucht - ohne Erfolg. Die Suche soll am Sonntag nicht weitergeführt werden.



Polizei in Waldstück
Polizisten durchsuchen am Samstag ein Waldstück im Landkreis Oder Spree auf der Suche nach Rebecca.   Foto: Paul Zinken » zu den Bildern

Auch der dritte Tag der Suche nach der verschwundenen Rebecca in Brandenburg ist ohne Erfolg geblieben. Am Samstagabend beendete die Polizei die Suche bei Einbruch der Dunkelheit, ohne fündig geworden zu sein.

Eine Hundertschaft der Berliner Polizei war wieder in dem Waldgebiet bei dem Ort Kummersdorf - 50 Kilometer südöstlich von Berlin - unterwegs. Dabei setzten die Beamten auch spezielle Leichenspürhunde und andere Suchhunde ein. Unterstützung erhielten sie wieder aus Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Die Suche sollte am Sonntag nicht weitergeführt werden

Schon am Donnerstag und Freitag hatte die Polizei jeweils den ganzen Tag dort gesucht, aber ohne Erfolg. Rebecca verschwand am Vormittag des 18. Februar aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers in Berlin. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass sie getötet wurde - sie hat den Schwager in Verdacht. Nachdem der Fall am Mittwochabend in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» behandelt wurde, gingen Hunderte neue Hinweise ein. Daraufhin begann die Polizei mit ihrer Suche in Brandenburg.

Unter den Hinweisen sei auch einer auf den Wald zwischen den kleinen Orten Kummersdorf und Wolzig in der Umgebung von Storkow, so die Polizei. Mehr Informationen gab sie dazu nicht. Möglicherweise sah dort jemand ein rotes Auto, wie es der Schwager von Rebecca fährt. Der Wald ist allerdings sehr groß und wird jetzt Stück für Stück abgesucht. Am Samstag verlagerte die Polizei ihren Schwerpunkt weiter nach Westen in Richtung des Wolziger Sees.

Auch am Samstag wurden spezielle Spürhunde der Polizei zur Unterstützung aus anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen nach Brandenburg gebracht. Auch Polizeiautos aus Thüringen wurden gesehen. Am Freitag hatte die Polizei zudem private Suchhunde eingesetzt. Mehrere Autos entsprechender Vereine oder Firmen mit Nummernschildern aus Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein wurden von der Polizei mit Blaulicht zu dem Wald eskortiert.

Insgesamt liegt die Zahl der Hinweise inzwischen bei mehr als 1000, so die Polizei. Dabei seien aber auch viele Hinweise, die nicht brauchbar seien.

Das Auto der Familie der Schwester wurde am Vormittag des 18. Februar und am Abend des 19. Februar auf der nahe gelegenen Autobahn A12 von einem automatischen Erfassungssystem registriert. Die Kameras hängen an einer Brücke über der Autobahn direkt an der Ausfahrt Storkow.

Nach Angaben der Polizei ist der Schwager der einzige Mensch, der zu den genannten Zeitpunkten mit dem Auto gefahren sein kann. Die Fahrten sollen überhaupt nicht zu seiner früheren Version der Ereignisse passen. Der Mann sitzt als Verdächtiger in Untersuchungshaft und schweigt laut Polizei zu den Beschuldigungen.

Ein Prozess könnte ihm auch dann drohen, wenn die Leiche von Rebecca nicht gefunden wird. «Für eine Anklage braucht es nicht zwingend eine Leiche», sagte der Strafrechtler Hans Lilie aus Halle (Saale) zur Rechtslage. Für die Ermittler steige ohne Leichenfund allerdings der Druck, belastbare Beweise zu finden.

«Es gibt einige Fälle, in denen Personen verurteilt worden sind und in denen das Opfer nie gefunden wurde», sagte Lilie der Deutschen Presse-Agentur. «In diesen Fällen hat die Indizienkette aber ausgereicht, dass bei dem Richter die Gewissheit bestanden hat, dass ein bestimmtes Tatgeschehen zum Tod des Opfers geführt hat.» Wenn keine Leiche gefunden werde, müsse das Gericht am Ende die Beweise bewerten und seine Schlussfolgerungen ziehen.

Der Strafverteidiger Stefan Conen hatte im RBB-Inforadio kritisiert, dass der beschuldigte Schwager schon als Täter dargestellt werde, obwohl in jedem Ermittlungsverfahren die Unschuldsvermutung gelte. «Und nicht nur im Ermittlungsverfahren, sondern bis zum Abschluss eines Verfahrens.»

Dass immer wieder belastende Informationen aus den Ermittlungen der Kriminalpolizei bekannt würden, sei «irreparabel, das gefährdet ein faires Strafverfahren». Conen betonte: «Wenn es nicht zu einem solchen kommt, wird dieser Beschuldigte, der als unschuldig zu gelten hat, sein Leben lang von den Behörden mit dem Kainsmal eines Verdachts bedacht - und wird dieses auch nicht mehr abstreifen können.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
09. 03. 2019
22:05 Uhr

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dpa

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09. 03. 2019
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