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Sturmtief zieht über Süd- und Mitteldeutschland

Der Herbst ist kalendarisch gerade wenige Stunden alt, da zeigt er sich schon von seiner stürmischen Seite. Besonders betroffen waren Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern.



Umgestürzter Baum
Ein Feuerwehrmann zersägt in Eppelheim einen Baum, der durch einen Sturm auf ein Haus gestürzt ist.   Foto: R.Priebe /Pr-Video

Pünktlich am Tag des kalendarischen Herbstanfangs ist über den Süden und die Mitte Deutschlands ein Sturm gezogen. Die Reisepläne Tausender wurden am Sonntag durcheinandergewirbelt.

Besonders betroffen von «Fabienne», wie das Sturmtief genannt wurde, waren der Süden Hessens, Teile Thüringens sowie Regionen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen.

Auf dem Oktoberfest in München, das am Samstag losgegangen war, warnte die Festleitung gegen 19.20 Uhr erstmals die Besucher vor dem heranziehenden Unwetter. Später empfahl sie den Besuchern, «den Besuch im Außenbereich des Festgeländes zu unterbrechen». Bei Regen und Wind und nach einem Tag voller Bier traten jedoch ohnehin viele den Heimweg um diese Zeit an.

Zeitweise waren in Bayern Zehntausende Haushalte ohne Strom. Nach Angaben des Bayernwerks fielen Bäume oder schwere Äste auf Stromleitungen. Besonders heftig traf es Franken.

Ein Bahnsprecher in Berlin sagte am Abend, es gebe im Süden der Republik zahlreiche Bäume im Gleis oder in Oberleitungen. Unwetterschäden schränkten den Verkehr am Sonntag stundenlang ein:

So war beispielsweise vorübergehend auch die Verbindung zwischen Erfurt und Nürnberg - auf der DB-Prestigestrecke Berlin-München - gesperrt. Nach einigen Stunden wieder frei waren laut Bahn auch die Strecken Frankfurt-Heidelberg sowie Frankfurt-Mannheim.

Auf den Strecken Mainz-Worms-Mannheim sowie Würzburg-Nürnberg/Augsburg kam es zunächst noch zu Einschränkungen. ICE-Züge der Strecke Hamburg/Bremen-Hannover-Fulda-Nürnberg-Augsburg-München wurden zunächst noch in beiden Richtungen umgeleitet. Die Halte Treuchtlingen, Donauwörth, Augsburg und München-Pasing entfielen.

IC-Züge der Strecke Nürnberg-Stuttgart-Karlsruhe fielen zwischen Nürnberg und Stuttgart aus. Wegen Streckensperrung war auch kein Zugverkehr zwischen Nürnberg und Regensburg möglich.

Laut Bahn fielen auch in Deutschland verkehrende ÖBB-Nightjet-Züge in der Nacht zum Montag ersatzlos aus. Es handelte sich um die Verbindungen Innsbruck-Düsseldorf (NJ 420) und Düsseldorf-Innsbruck (NJ 421) sowie Wien-Hamburg (NJ 490) und Hamburg-Wien (NJ 491). Die Länderbahn stellte in Bayern, Sachsen und Thüringen auf zahlreichen Strecken den Bahnverkehr komplett ein.

Auch der Flughafen Frankfurt - Deutschlands größter Airport - meldete Probleme. Aufgrund der aktuellen Witterungsbedingungen komme es zu Verzögerungen im Betriebsablauf und vereinzelten Flugausfällen. Etwa zwei Dutzend Flüge waren vor allem zwischen 16 und 18 Uhr annulliert worden, wie die Website zeigte. Fluggäste wurden noch am Abend gebeten, ausreichend Zeit für die Anreise einzuplanen.

In Stuttgart sagte ein Sprecher des Lagezentrums, es gebe zahlreiche umgekippte Bäume in Baden-Württemberg. Außerdem seien zahlreiche Straßen gesperrt worden. In Karlsruhe zählte die Leitstelle der Polizei bis zum frühen Abend fast 100 Einsätze. In der Regel habe es sich um abgebrochene Äste, umgestürzte Bäume oder beschädigte Dächer gehandelt. Auf der A8 zwischen Pforzheim West und Karlsbad führte Starkregen zu Aquaplaning.

In Thüringen war die A4 betroffen. Die Autobahnpolizei zählte am Nachmittag innerhalb von 30 Minuten acht Unfälle zwischen Apolda und Gotha. Grund sei oft zu schnelles Fahren bei starkem Regen gewesen. Dadurch sei es zu Aquaplaning gekommen. In Saalfeld beschädigte ein umgefallener Baum mehrere Autos. Mehrere Landstraßen in Thüringen waren wegen kleinerer Erdrutsche unpassierbar.

In Franken wurden im Landkreis Aschaffenburg zahlreiche Dächer abgedeckt, Bäume stürzten um, wie die Feuerwehr am Sonntagabend mitteilte. Besonders heftig sei es in Großostheim gewesen. Dort wehte der Wind ein Sportflugzeug um - Kraftstoff lief aus. Verletzte gab es dabei nicht, in dem Flugzeug saß niemand.

Kalendarisch hat der Herbst am Sonntagmorgen um 3.54 Uhr begonnen.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
23. 09. 2018
21:54 Uhr

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23. 09. 2018
21:54 Uhr



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