Lade Login-Box.
Gemeinsam handeln zum Digital-Abo
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

Brennpunkte

Stillstand in Berlin wegen Warnstreik im Nahverkehr

Es ist der erste größere Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben seit sieben Jahren. Er dauert ungewöhnlich lang. Und auch danach wird es nicht gleich wieder rund laufen.



BVG-Mitarbeiter
Die BVG ist das größte kommunale Verkehrsunternehmen Deutschlands. Mit 2,9 Millionen Kundenfahrten ist sie das Rückgrat des Berliner Nahverkehrs.   Foto: Christoph Soeder » zu den Bildern

Ein rund achtstündiger Warnstreik hat große Teile des Berliner Nahverkehrs lahmgelegt. Busse und Straßenbahnen blieben am frühen Morgen in den Depots, U-Bahnhöfe verschlossen. Hunderttausende stiegen auf die S-Bahn, Autos und Fahrräder um oder gingen zu Fuß.

Es gab Staus und volle Züge, aber kein Chaos. Auch der Flughafen Tegel war nicht mit Linienbussen zu erreichen. Einen Bahnanschluss hat der Airport nicht. Von 12.00 Uhr an nahmen Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen den Betrieb wieder auf.

In dem Tarifkonflikt bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) will die Gewerkschaft Verdi will mehr Geld und Freizeit für die 14 000 Beschäftigten herausholen. Diese lägen sie bei der Bezahlung im Bundesvergleich an vorletzter Stelle, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt.

Weitere Warnstreiks sind möglich: In der nächsten Runde der Tarifverhandlungen müsse ein besseres Angebot der Arbeitgeber auf den Tisch, sagte Arndt bei einer Kundgebung vor der BVG-Zentrale: «Sonst müssen wir die nächsten Schritte machen.»

Die BVG ist das größte kommunale Verkehrsunternehmen Deutschlands. Mit 2,9 Millionen Kundenfahrten ist sie das Rückgrat des Berliner Nahverkehrs. Zum Vergleich: Die S-Bahn zählt 1,4 Millionen Fahrgäste täglich. Sie gehört zur Deutschen Bahn und ist von dem Tarifkonflikt bei der landeseigenen BVG nicht betroffen. Zum Teil setzte die S-Bahn zusätzliche Züge ein. Auch die Regionalzüge fuhren nach Plan.

Das Unternehmen teilte mit, dass der Verkehr nach dem Ende Warnstreiks noch einige Stunden unregelmäßig sein könne. In Betrieb bleiben die Fähren und einige Buslinien am Stadtrand, auf denen Subunternehmer fahren.

Es war der erste größere Warnstreik bei dem Landesunternehmen seit sieben Jahren. Vorab gab es Kritik, dass Verdi schon nach der zweiten Verhandlungsrunde dazu aufgerufen hat und dass die Beschäftigten gleich für mehr als acht Stunden die Arbeit niederlegen.

«Wir streiken nicht gegen die Fahrgäste, sondern für die Fahrgäste», sagte Verdi-Landeschefin Susanne Stumpenhusen. Nur mit höheren Löhnen könne die BVG das nötige Personal finden, um das gute Angebot in der wachsenden Hauptstadt zu erhalten.

Verdi und der Beamtenbund verlangen, dass für alle rund 14 000 Beschäftigten die 36,5-Stunden-Woche gilt - knapp die Hälfte muss heute 39 Stunden ran. Gefordert wird auch Weihnachtsgeld für Neulinge, ein Wegfall der unteren Lohngruppen und schnellere Gehaltssprünge, zudem für Gewerkschaftsmitglieder einmalig 500 Euro. Am 5. März soll wieder verhandelt werden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 02. 2019
15:51 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitnehmer BVG Berliner Verkehrsbetriebe Chaos Deutsche Bahn AG Nahverkehr S-Bahn Straßenbahnen Tarifkonflikte Verkehrsstaus Warnstreiks Züge
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Paris

11.05.2020

Erste Lockerungen in Frankreich

Endlich wieder frei sein - nein, das wäre übertrieben. Erstmals lockert Frankreich seine strengen Ausgangsbeschränkungen. Doch es sind kleine Schritte, die das schwer getroffene Land macht. Und zum Start geht auch nicht ... » mehr

Entschärfung einer Weltkriegsbombe

22.01.2020

Weltkriegsbomben in Berlin und Köln entschärft

Immer wieder stoßen Bauarbeiter auf Fliegerbomben aus dem vergangenen Weltkrieg, die im Boden liegen. Weiträumige Absperrungen und manchmal gefährliche Entschärfungen folgen. Am Dienstag traf es direkt zwei deutsche Groß... » mehr

Reisende

17.02.2020

Sturmflut und Sperrungen durch Tief «Victoria»

Bäume fallen um, auf einigen Strecken kommt es zu Unfällen oder der Verkehr steht ganz. Sturmtief «Victoria» hat kräftige Windböen nach Deutschland gebracht - aber im Vergleich zu den Auswirkungen von Orkan «Sabine» blie... » mehr

Weltkriegsbombe in Berlin

21.01.2020

Blindgänger-Fund: Evakuierung nahe Berliner Alexanderplatz

Bauarbeiten im Herzen Berlins haben eine Bombe aus Weltkriegszeiten zutage gefördert. Experten des Kampfmittelräumdienstes würden den gefährlichen Sprengkörper gern so schnell wie möglich unschädlich machen. » mehr

Zugunglück bei Auggen

03.04.2020

Schwierige Bergungsarbeiten nach Zugunglück bei Freiburg

Eine 100 Tonnen schwere Betonplatte löst sich bei Freiburg von einer Brücke und stürzt auf die Bahnstrecke Karlsruhe-Basel. Ein Güterzug prallt hinein, der Lokführer stirbt. Nun laufen schwierige Bergungsarbeiten. » mehr

Bahn in Wildau

20.08.2019

Für Gratisfahrten von Soldaten weitere Verhandlungen nötig

Soldaten sollen gratis mit der Deutschen Bahn fahren können - im Fern- und Regionalverkehr. Für die DB-Konkurrenz aber gilt das noch nicht. Und auch bei DB-eigenen Zügen ist das letzte Wort nicht gesprochen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Brand Gartenhütte Zella-Mehlis Zella-Mehlis

Brand Gartenhütte Zella-Mehlis | 27.05.2020 Zella-Mehlis
» 12 Bilder ansehen

Brennender Lkw A73 Eisfeld-Nord

Lkw-Brand A73 Eisfeld | 26.05.2020 Eisfeld-Nord
» 28 Bilder ansehen

Unfall Schleusingen Schleusingen

Unfall Schleusingen | 25.05.2020 Schleusingen
» 7 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 02. 2019
15:51 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.