Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagt#GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-Hilfsbörse

Brennpunkte

Starker Wirbelsturm trifft auf Indien und Bangladesch

Es ist einer der stärksten Stürme der Region in der jüngeren Geschichte - und er trifft zwei dicht besiedelte Länder mitten in einer Pandemie. In Notunterkünften mit mehr als drei Millionen Menschen versuchen Behörden, irgendwie für Abstand zu sorgen.



Wirbelsturm «Amphan» - Indien
Menschenleer ist die Promenade entlang der Küste des Golfes von Bengalen bei Chandbali im ostindischen Bundesstaat Orissa vor dem Landfall von Zyklon «Amphan».   Foto: Uncredited/AP/dpa

Ein starker Wirbelsturm hat das Festland in Indien und Bangladesch mit viel Wind und Regen erreicht.

Fernsehbilder zeigten, wie Bäume und Strommasten zusammenbrachen und Häuser beschädigt wurden. Nach ersten Meldungen starben mindestens acht Menschen, darunter Kinder. Mehr als drei Millionen Menschen waren den Behörden zufolge in Notunterkünfte gebracht worden. Laut dem indischen meteorologischen Dienst ist Zyklon «Amphan» einer der schlimmsten Stürme in der Region der vergangenen 20 Jahre. Der Wind habe bis zu 185 km/h erreicht.

Betroffen sind unter anderem die dicht besiedelte Stadt Kolkata mit ihren 15 Millionen Einwohnern und Küstenregionen mit vielen schlecht gebauten Hütten. Auch das Rohingya-Flüchtlingslager mit mehr als einer Million Bewohnern könnte getroffen werden. Einige Menschen hätten aber trotz der Gefahr nicht ihr Zuhause verlassen wollen, da sie um Hab und Gut fürchteten.

In Indien starb etwa ein 13-jähriges Mädchen, nachdem es im Bezirk Haora im Bundesstaat Westbengalen von einem Blechdach getroffen worden war, wie lokale Medien berichteten. Im benachbarten Bundesstaat Odisha hieß es vom Katastrophenschutz, es gebe Berichte, wonach ein drei Monate altes Baby bei einem Mauereinsturz gestorben sei. Auch aus Bangladesch wurden erste Tote gemeldet, darunter ein fünfjähriger Junge und eine Frau, die nach Angaben von Behördenvertretern starben, als in den südlichen Distrikten Patuakhali und Satkhira Bäume auf sie stürzten.

Corona macht die große Evakuierung noch schwieriger als sonst. Um Abstand zu gewährleisten, stellten Behörden beider Länder nach eigenen Angaben mehr Notunterkünfte zur Verfügung als sonst bei solchen Stürmen. Es würden etwa leerstehende Schulen genutzt. Doch mehr Gebäude zu finden, sei schwierig gewesen, da einige Notunterkünfte zurzeit als Quarantäne-Gebäude oder temporäre Unterkünfte für gestrandete Wanderarbeiter dienten. Pankay Anand von der Hilfsorganisation Oxfam sagte, dass einige Leute Angst hätten, sich in den Unterkünften mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren. Teils würden in Masken oder Desinfektionsmittel verteilt.

«Normalerweise werden vor so einem Mega-Zyklon Hunderte Menschen in Bussen und mit Lastwägen gemeinsam in große öffentliche Gebäude wie Schulen oder Turnhallen evakuiert», sagte Hilfekoordinator Felix Neuhaus bei AWO International. «Unter Einhaltung der Abstandsregeln ist das jetzt aber kaum umsetzbar.» Die Hilfsorganisation Save the Children schrieb vor dem Eintreffen des Zyklons in einer Mitteilung, die Menschen würden wohl nicht in erster Linie an Social Distancing denken, wenn es darum gehe, sich in Sicherheit zu bringen.

Indien und Bangladesch kämpfen mit immer mehr Corona-Infektionen, in beiden Ländern gilt eine Ausgangssperre. In Indien gibt es inzwischen mehr als 106.000 bekannte Fälle und mehr als 3000 Tote. Trotz eines strikten Lockdowns hat sich die Kurve im zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt nach China nicht abgeflacht. Im Flüchtlingslager der Rohingya wurden kürzlich erste Corona-Fälle bestätigt.

Wirbelstürme kommen im Golf von Bengalen immer wieder vor. Bei einem großen Zyklon im Jahr 1999 starben rund 10.000 Menschen. Experten gehen davon aus, dass die Intensität der Stürme in den vergangenen Jahren unter anderem wegen des Klimawandels tendenziell zugenommen hat. Die Opferzahlen waren aber in den vergangenen Jahren generell kleiner, da es inzwischen mehr gute Notunterkünfte und Evakuierungspläne gibt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 05. 2020
20:58 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Evakuierungen Katastrophenschutz Kinder und Jugendliche Meteorologie Mädchen Rohingya Stürme Säuglinge und Kleinkinder Wind Wirbelstürme
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Wirbelsturm «Amphan»

22.05.2020

Aufräumen nach Zyklon mit 80 Toten in Indien und Bangladesch

Einer der stärksten Stürme der Region in der jüngeren Geschichte hat Indien und Bangladesch getroffen. «Amphan» hinterlässt eine Schneise der Zerstörung. » mehr

Schutz suchen

21.05.2020

Mehr als 80 Tote bei Zyklon in Indien und Bangladesch

Es war einer der stärksten Stürme der Region in der jüngeren Geschichte und er wütete in Indien und Bangladesch. Einen Bundesstaat hat es ganz besonders schlimm getroffen. » mehr

Eingestürztes Dach

11.07.2019

Griechenland: Schwere Wirbelstürme fordern sieben Todesopfer

Sie wollten campen oder einfach nur in der Taverne sitzen - doch das kurze schwere Unwetter auf der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki wurde für sechs Touristen zur Falle. Auch ein Fischer kam um. » mehr

Florida

01.09.2019

Hurrikan «Dorian»: Bahamas und Florida bangen

Die Bahamas werden vom Zentrum des gefährlichen Wirbelsturms getroffen. Experten befürchten dramatische Schäden. Auch an der Südostküste der USA drohen schlimme Konsequenzen. Bürger bereiten sich dort auf «Dorian» vor. P... » mehr

Hurrikan "Dorian"

31.08.2019

Leichtes Aufatmen in Florida: Hurrikan «Dorian» dreht ab

In Florida wird es wohl nicht zum schlimmsten Szenario kommen. Dennoch: Hurrikan «Dorian» könnte entlang der Küste für große Zerstörung sorgen. Auch Evakuierungen sind weiter möglich. » mehr

US-Präsident Trump

05.09.2019

Herr der Winde? Trump zeigt geänderte Hurrikan-Karte

Stellte Hurrikan «Dorian» jemals, wie von Präsident Trump behauptet, eine Gefahr für den US-Bundesstaat Alabama dar? Über diese Frage streitet Washington - auch weil Trump immer wieder nachlegt, zuletzt sogar mit einer o... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Motorradunfall Streufdorf Streufdorf

Motorradunfall Streufdorf | 04.07.2020 Streufdorf
» 8 Bilder ansehen

Kellerbrand Benshausen Benshausen

Kellerbrand Benshausen | 03.07.2020 Benshausen
» 10 Bilder ansehen

Autokino Konzert mit der Band Die Letze Rettung Meiningen

Autokino Konzert | 27.06.2020 Meiningen
» 24 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 05. 2020
20:58 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.