Lade Login-Box.
Gemeinsam handeln zum Digital-Abo
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

Brennpunkte

Spurensuche nach Angriff auf US-Militärbasis

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist es auf einem US-Militärstützpunkt zu tödlichen Schüssen gekommen. In Florida richtet ein Soldat aus Saudi-Arabien ein Blutbad an. Was steckt dahinter?



Schüsse auf US-Militärstützpunkt
Polizeifahrzeuge blockieren die Zufahrt zur Naval Air Station in Florida.   Foto: Tony Giberson/Pensacola News Journal/AP/dpa

Nach den tödlichen Schüssen eines Soldaten der saudischen Luftwaffe auf einem US-Militärstützpunkt läuft die Suche nach den Motiven des Täters.

Der Mann hatte am Freitag auf der Militärbasis Pensacola im US-Bundesstaat Florida drei Menschen getötet und weitere verletzt, bevor er von Einsatzkräften erschossen wurde. Fragen warf eine zuvor auf Twitter verbreitete anti-amerikanische Botschaft auf, die möglicherweise von dem Schützen stammen könnte. Ob es sich tatsächlich um seinen Twitter-Account handelte, ließ sich aber nicht unabhängig bestätigen. Offizielle Angaben zu den Hintergründen der Tat gab es zunächst nicht.

Der Schütze hatte laut Polizei am Freitagmorgen (Ortszeit) in einem Schulungsgebäude auf dem Militärgelände mit einer Pistole um sich geschossen, bevor er von Einsatzkräften getötet wurde. Der Soldat befand sich zur Ausbildung auf dem Stützpunkt Pensacola, erklärte Floridas Gouverneur Ron DeSantis vor Journalisten. Nach Angaben der örtlichen Polizei hat die Bundespolizei FBI die Leitung der Ermittlungen übernommen.

Ein Vertreter der US Navy sagte: «Es hätte noch sehr viel schlimmer kommen können.» Auch Gouverneur DeSantis betonte, durch das rasche und beherzte Eingreifen der Beteiligten vor Ort seien viele Menschenleben gerettet worden. Es sei nun auch an der saudischen Regierung, die Opfer zu unterstützen, forderte er. «Sie sind hier etwas schuldig.»

US-Präsident Donald Trump schrieb am Freitag auf Twitter, der saudische König Salman habe ihn angerufen, um sein Beileid auszudrücken. Der König habe den «barbarischen» Angriff verurteilt. Der Täter stehe nicht für die Menschen Saudi-Arabiens, die «das amerikanische Volk lieben», zitierte Trump den König weiter.

Auf dem Stützpunkt befinden sich nach Navy-Angaben regelmäßig Militärangehörige von verbündeten Streitkräften zur Ausbildung. Das Tragen von Waffen sei ihnen dort nicht gestattet.

US-Medienberichten zufolge untersuchen die Behörden auch, ob die Tat womöglich einen terroristischen Hintergrund haben könnte. Offizielle Angaben gab es dazu zunächst nicht. Gouverneur DeSantis sagte nur: «Klar ist, wenn ein ausländischer Staatsbürger involviert ist, vor allem aus diesem Teil der Welt, dann sind die Ermittlungen natürlich anders.»

Die Site Intelligence Group und das Middle East Media Research Institute, die Online-Propaganda von Extremisten untersuchen, veröffentlichten nach Angaben mehrerer US-Medien Auszüge aus einer anti-amerikanischen Botschaft, die auf einem Twitter-Account unter dem gleichen Namen wie jenem des mutmaßlichen Schützen veröffentlicht worden sei. «Ich bin gegen das Böse, und Amerika als Ganzes hat sich in eine Nation des Bösen verwandelt», schrieb der Autor einer archivierten Fassung des Tweets zufolge. «Ich bin nicht nur gegen euch, weil ihr Amerikaner seid, ich hasse euch nicht wegen eurer Freiheiten, ich hasse euch, weil ihr jeden Tag Verbrechen nicht nur gegen Muslime sondern auch gegen die Menschheit finanziert und begeht.»

Ob es sich tatsächlich um das Twitter-Konto des Schützen handelte, ließ sich allerdings nicht unabhängig bestätigen. Das Konto war am Freitag deaktiviert worden. Die Ermittler äußerten sich zunächst nicht zu den Hintergründen der Tat und den möglichen Motiven des Täters.

Die Tat in Florida war die zweite Schuss-Attacke auf einem Militärstützpunkt innerhalb einer Woche. Erst am Mittwoch hatte ein Angehöriger der US-Marine auf der Militärbasis Pearl Harbor auf Hawaii zwei Zivilangestellte getötet und sich anschließend selbst erschossen. Pearl Harbor ist einer der größten Stützpunkte der US Navy im Pazifik.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 12. 2019
16:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Ausländer Bundespolizei Donald Trump FBI Luftwaffe Menschheit Polizei Präsidenten der USA Soldaten Staatsbürger Terrorismus Twitter US-Marine United States Navy Verbrechen und Kriminalität Verbrecher und Kriminelle
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
«USS Theodore Roosevelt»

09.04.2020

Coronavirus auf US-Flugzeugträger: Mehr als 400 Infizierte

Das Coronavirus breitet sich unter Besatzungsmitgliedern des hochgerüsteten US-Flugzeugträgers «USS Theodore Roosevelt» immer weiter aus. Ein Soldat befindet sich auf der Intensivstation. » mehr

Sicherheitskräfte

05.05.2020

«Söldner» in Booten: Invasionsversuch in Venezuela?

Zweiter angeblicher Invasionsversuch mit US-Beteiligung in zwei Tagen: Die Regierung des autoritären venezolanischen Präsidenten Maduro mobilisiert Tausende Soldaten, die Opposition des selbst ernannten Interimspräsident... » mehr

Iranische Boote provozieren US-Kriegsschiff

23.04.2020

Iran erwidert Trumps Drohungen - Spannungen eskalieren

Der Iran und die USA überziehen sich wieder gegenseitig mit Drohungen - wie vor der Corona-Krise. Beide Seiten werfen sich vor, die Spannungen anzuheizen. » mehr

Iranische Boote provozieren US-Kriegsschiff

22.04.2020

Neue Spannungen um den Iran - Trump droht mit Angriffen

Mit der Corona-Krise ist der Konflikt der USA mit dem Iran aus den Schlagzeilen geraten. Doch vorbei ist er nicht. Das machen ein Satellitenstart und Vorgänge im Persischen Golf deutlich. » mehr

Trump

10.04.2020

Hohe Corona-Todeszahlen in den USA

Donald Trump hatte das Land vor schmerzhaften Wochen gewarnt. Nun gibt es in den USA jeden Tag erschreckende Todeszahlen durch das Coronavirus. Doch der US-Präsident stimmt die Nation bereits auf eine baldige Erholung ei... » mehr

Donald Trump

21.04.2020

Trump will Einwanderung in die USA zeitweise aussetzen

Das Coronavirus hat sich längst in den USA ausgebreitet. Nun führt Trump den «Angriff des unsichtbaren Feindes» dafür an, um die USA weiter abzuschotten. Ein wichtiger Berater sagt, dem Präsidenten gehe es um die Gesundh... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall Schleusingen Schleusingen

Unfall Schleusingen | 25.05.2020 Schleusingen
» 7 Bilder ansehen

Autokonzert mit Radio Doria Erfurt

Autokonzert mit Radio Doria | 24.05.2020 Erfurt
» 36 Bilder ansehen

Heidewitzka Auto-Festival Meiningen

Heidewitzka Auto-Festival Meiningen |
» 56 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 12. 2019
16:29 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.