Lade Login-Box.
Gemeinsam handeln zum Digital-Abo
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

Brennpunkte

Spenden-Überfluss für Australier: Zu viele Koala-Handschuhe

Nach den Bränden in Australien wird enorm viel gespendet, ob Geld oder Gebasteltes. Manches gibt es sogar im Überfluss.



Verbrannt
Ein verletzter Koala mit eingesalbter Nase ruht sich im «Kangaroo Island Wildlife Park» nahe Adelaide aus.   Foto: David Mariuz/AAP/dpa » zu den Bildern

Bitte keine Stoffbeutel für verwaiste Kängurubabys mehr. Auch selbstgestrickte Handschuhe für verletzte Koalapfoten werden aktuell nicht gebraucht: Das sagen australische Hilfsorganisationen.

Sie erleben angesichts der verheerenden Buschbrände eine große Spendenbereitschaft. Sie wünschen sich aber lieber Geld als Sachspenden oder Gebasteltes.

Seit Monaten wüten in Australien riesige Feuer, besonders im Südosten. Mindestens zwölf Millionen Hektar sind zerstört, das entspricht mehr als einem Drittel der Fläche von Deutschland. Mindestens 33 Menschen kamen ums Leben, Tausende Häuser wurden zerstört. Dutzende Feuer brennen noch immer, davon eines in der Nähe von Canberra.

Nach einer Schätzung von Wissenschaftlern starben mehr als eine Milliarde Tiere. Bilder von verletzten Koalas und Kängurubabys gingen um die Welt. Für die Tiere und die australische Feuerwehr wurde enorm viel gespendet. In lokalen Medien ist von etwa einer halben Milliarde australischen Dollar (300 Millionen Euro) insgesamt die Rede.

Allein bei der Spendenplattform GoFundMe zahlten seit November 500.000 Menschen aus 170 Ländern etwas für das feuergeplagte Australien. Ende Januar stand oben auf der Liste die Hilfe für «durstige Koalas» - mit umgerechnet 4,6 Millionen Euro. Die Feuerhilfe, für die sich US-Moderatorin Ellen DeGeneres einsetzt, lag mit 1,5 Millionen Euro dahinter. «Die Dimension der Großzügigkeit ist enorm», sagte Nicola Britton von GoFundMe Australien. Ein Ende ist demnach noch nicht in Sicht.

John Grant von der Tierrettungsorganisation Wires sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie seien überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Leute. «Aber wir haben zu viele Koala-Fäustlinge und Kängurubaby-Beutel.» Grant dankte allen dafür. Aber vor solchen Spenden sollte man fragen, was gebraucht werde.

Die Helfer der «Animal Rescue Craft Guild» haben einen Appell an alle Bastel-Freunde weltweit, nach dem Motto: Bitte schicken Sie nichts Selbstgemachtes mehr. Man wolle nicht, dass daraus Ladenhüter werden. Es gebe ein Überangebot an Känguru-Beuteln oder an Schutzhüllen für Fledermäuse. Gebraucht werde Geld, um Futter für die Tiere zu kaufen, weil alles verbrannt sei.

Bei der christlichen Organisation Vinnies, die Menschen in Not hilft, werden keine Sachspenden wie Kleidung oder Essen mehr angenommen. «Die Zeit und das Geld, die es braucht, das alles zu organisieren und zu transportieren, nehmen viele dringend gebrauchte Ressourcen von denen weg, die sofortige Unterstützung benötigen.» Am besten sei Geld. Das komme ohne Verzögerung direkt an der Stelle an, wo es am meisten gebraucht werde.

Anna Bertuleit, eine freiwillige Tierhelferin aus Deutschland, sagte der dpa, für eine kleine Organisation seien schon fünf Euro hilfreich. Auch wenn man in Deutschland vielleicht anderes höre - die Feuerkrise sei noch nicht vorbei. Der Regen sei da nur wie eine Tasse Wasser, wenn das Haus in Flammen stehe. Es sei immer noch heiß. «Die Feuer brennen immer noch.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 02. 2020
11:56 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Australischer Dollar Brände Debakel Deutsche Presseagentur Ellen DeGeneres Geld Hilfsorganisationen und Hilfseinrichtungen John Grant Zerstörung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Buschbrand in Australien

26.05.2020

Australische Experten: Hunderte starben am Rauch der Feuer

Mehr als 30 Menschen verloren durch die gewaltigen Buschfeuer Anfang des Jahres in Australien offiziell ihr Leben. Doch nach Ansicht von Experten ist die tatsächliche Zahl der Opfer sehr viel höher. » mehr

Koala

12.02.2020

Australien: Mehr als 100 Tierarten brauchen «dringend Hilfe»

Experten schlagen Alarm: Die verheerenden Buschrbrände in Australien machen nicht nur den Menschen zu schaffen. Einige einheimische Tierarten sind vom Aussterben bedroht. » mehr

Syrien

29.03.2020

EU unterstützt Aufruf zur Waffenruhe in Syrien

Viele Gesundheitseinrichtungen sind zerstört, den verbliebenen droht in dem Bürgerkriegsland angesichts der Corona-Krise der Kollaps. Es gilt, eine weitere Katastrophe zu verhindern. » mehr

Regen in Sydney

17.01.2020

Brände in Australien: Starker Regen hilft bei Löscharbeiten

Zumindest einen Moment lang können die Feuerwehrleute durchatmen: Der Regen in Australiens Osten hat die verheerenden Brände zwar nicht gelöscht, aber doch für ein wenig Entlastung gesorgt. » mehr

Buschbrände in Australien

12.01.2020

«Megafeuer» in Australien - und die Zahl der Toten steigt

Es gibt gute und schlechte Nachrichten aus Australien. Eine Entwarnung ist bei den Buschbränden nicht in Sicht. Wie dankbar das Land den Feuerwehrleuten ist, zeigt die Oper in Sydney. » mehr

Flammen

06.05.2020

Emirat: Brennbare Fassade begünstigte Brand in Wolkenkratzer

In den Emiraten steht ein Hochhaus lichterloh in Flammen. Viele Menschen entgehen nur knapp einer Katastrophe. Das Material der Fassade war schon beim Londoner Grenfell-Hochhaus verbaut worden. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall Waldau 06.06.2020 Schleusingen

Unfall Waldau | 06.06.2020 Schleusingen
» 7 Bilder ansehen

Unfall A71 Meiningen

Unfall A71 Meiningen |
» 6 Bilder ansehen

Auto-Party in Meiningen

Party im Autokino Meiningen | 30.05.2020 Meiningen
» 60 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 02. 2020
11:56 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.