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Seehofer sieht Erfolge beim Kampf gegen Einbrecher

Jahrelang ging die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ungebremst nach oben. Inzwischen sinkt sie, aber die Aufklärungsquote bleibt niedrig. Ein Aktionstag zur Zeitumstellung an diesem Sonntag wirbt für den richtigen Einbruchschutz.



Einbruch
Laut Innenminister Horst Seehofer ist die Zahl der Einbrüche zwischen 2015 und 2018 um 42 Prozent gesunken.   Foto: Nicolas Armer/dpa/Illustration

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sieht Deutschland beim Kampf gegen Wohnungseinbrüche auf einem guten Weg. «Etwa die Hälfte der Einbrüche scheitert inzwischen. Das zeigt: Unsere Maßnahmen wirken», teilte er der Deutschen Presse-Agentur mit.

Zwischen 2015 und 2018 sei die Zahl der Einbrüche um 42 Prozent gesunken. Seehofer ist Schirmherr der Kampagne «K-Einbruch». Dabei informiert die Polizei gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Versicherungswirtschaft und Industrie darüber, wie sich Einbrüche etwa mit richtiger Sicherungstechnik verhindern lassen.

Mit Ende der Sommerzeit und Beginn der dunklen Jahreszeit macht die Kampagne zum sogenannten Tag des Einbruchschutzes an diesem Sonntag (27.10.) auf das Thema aufmerksam.

Die Zahl der versuchten und vollendeten Wohnungseinbrüche war laut polizeilicher Kriminalstatistik in den Jahren 2008 bis 2015 kontinuierlich nach oben gegangen und hatte ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Der Höhepunkt lag bei insgesamt 167.136 bundesweit erfassten Fällen. Im Jahr 2016 gab es erstmals wieder einen Rückgang, der sich danach fortsetzte. 2018 sank die Zahl der registrierten Fälle unter die Marke von 100.000 auf 97.504 solcher Delikte.

«Durch einen Einbruch in die eigene Wohnung wird die höchstpersönliche Privatsphäre besonders stark verletzt. Neben dem materiellen Schaden wird dadurch besonders das Sicherheitsgefühl der Menschen beeinträchtigt», erläuterte Seehofer. «Deshalb hat der Kampf gegen Wohnungseinbruchsdiebstahl eine große innenpolitische Bedeutung.»

Angesichts der starken Zunahme von Wohnungseinbrüchen bis 2015 waren Ermittler und Politiker unter Druck geraten, ihren Kampf gegen Einbrecher zu verstärken. Eine Konsequenz war eine Strafverschärfung, die seit Sommer 2017 gilt. Beim Einbruch in eine Privatwohnung ist für überführte Täter jetzt eine Mindeststrafe von einem Jahr Haft fällig. Der Strafrahmen reicht bis zu zehn Jahren Gefängnis.

Allerdings bleibt die Aufklärungsquote niedrig. Im Jahr 2018 lag sie bei 18,1 Prozent. Es wurde also noch nicht einmal jeder fünfte versuchte oder vollende Wohnungseinbruch aufgeklärt.

Die Bundesregierung setze «die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Bekämpfung und Verhütung von Wohnungseinbrüchen entschlossen fort», hieß es aus dem Innenministerium. Mit einer am Mittwoch (23.10.) vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachten Änderung der Strafprozessordnung könne künftig zur Aufklärung von Wohnungseinbrüchen die Telekommunikationsüberwachung eingesetzt werden. «So wird der Verfolgungsdruck auf die Straftäter erhöht», erläuterte das Ministerium.

Nach Einschätzung der Versicherer könnte die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland auch 2019 und somit das vierte Jahr in Folge zurückgehen. Davon sei nach dem Verlauf der versicherten Einbrüche im ersten Halbjahr 2019 auszugehen, hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vor einiger Zeit der dpa mitgeteilt.

«Mit fünf Prozent fällt der Rückgang zwar geringer aus als in den ersten sechs Monaten der Vorjahre. Es zeigt aber: Vorsorge wirkt», sagte damals Bernhard Gause, Mitglied der GDV-Geschäftsführung. Viele Hausbesitzer hätten in den vergangenen Jahren «aufgerüstet», erklärte Gause. Bessere Sicherheitstechnik erschwere das Vorgehen der Einbrecher. Nahezu jeder zweite Versuch scheitere, weil Täter nicht schnell genug ins Haus kämen.

Das Innenministerium verwies auf das Förderprogramm «Kriminalprävention durch Einbruchsschutz» der Förderbank KfW. Die Mittel des Programms, das Präventionsbemühungen der Bürger unterstütze, seien wegen starker Resonanz im Jahr 2019 auf 65 Millionen Euro aufgestockt «und bis zum Jahre 2021 verstetigt» worden.

Veröffentlicht am:
26. 10. 2019
11:13 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
26. 10. 2019
11:13 Uhr



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