Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagt#GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-Hilfsbörse

Brennpunkte

Sanders Favorit in Nevada - Einflussnahme Moskaus befürchtet

Nach der dritten Vorwahl im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur könnte sich das Bewerberfeld der Demokraten weiter ausdünnen. Umfragen sehen den linken Senator Sanders in Nevada eindeutig vorne. Auf den hat es offenbar auch Russland abgesehen.



Bernie Sanders
Bernie Sanders gibt Autogramme an einer Schule im kalifornischen Santa Ana.   Foto: Damian Dovarganes/AP/dpa

Die US-Demokraten haben in Nevada die nächste Etappe im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur in Angriff genommen.

Die Abstimmung bei Parteiversammlungen («Caucus»), die am Samstagabend deutscher Zeit startete, wurde überschattet von dem Verdacht, dass Russland auf den US-Wahlkampf Einfluss nehmen will. Im Fokus steht dabei offenbar auch der linke Senator Bernie Sanders, der als klarer Favorit bei der Vorwahl in Nevada gilt. Gefolgt wird er in Umfragen von dem früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden und Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg. Wann genau die Ergebnisse in Nevada vorliegen werden, ist unklar.

Die «Washington Post» berichtete am Freitag, Behördenvertreter hätten Sanders darüber informiert, dass Moskau versuche, seine Bewerbung zu unterstützen. Ziel sei es, den Wettbewerb der Demokraten zu stören. Die Nachricht kam am Tag nach Berichten mehrerer US-Medien vom Donnerstag, wonach US-Geheimdienste davon ausgingen, dass sich Russland erneut in den Wahlkampf einmischen wolle, um Präsident Donald Trump zur Wiederwahl zu verhelfen.

«Die Geheimdienste sagen uns, dass sie (Russland) sich in diesen Wahlkampf einmischen», sagte Sanders am Freitag (Ortszeit) und forderte Russland auf, sich herauszuhalten. Die Amerikaner hätten parteiübergreifend die Nase voll davon, dass sich Russland, aber auch andere Länder in die Wahlen einmischten. Er sei vor etwa einem Monat über die versuchte russische Einflussnahme unterrichtet worden. Das «hässlichste» daran sei, dass versucht werde, die Amerikaner zu spalten. «Sie versuchen, Chaos zu stiften», sagte Sanders.

Russland hatte sich nach Überzeugung der US-Geheimdienste bereits 2016 in den Wahlkampf eingemischt - zugunsten des republikanischen Kandidaten Trump. Dieser bestreitet das. Den Medienberichten vom Donnerstag zufolge deuten die neuen Erkenntnisse der Geheimdienste nun darauf hin, dass Russland sich dieses Jahr sowohl in die Vorwahlen der Demokraten als auch in die eigentliche Präsidentschaftswahl einmischen wolle - etwa durch Hackerangriffe, Instrumentalisierung sozialer Medien und Manipulation des Wahlablaufs. In den USA wird am 3. November gewählt.

Zuvor finden noch bis zum Sommer eine Reihe an Vorwahlen statt. Im Anschluss küren Demokraten und Republikaner bei großen Nominierungsparteitagen ihren jeweiligen Kandidaten. Amtsinhaber Trump hat keine ernstzunehmende parteiinterne Konkurrenz.

Bei den Demokraten ist das Rennen längst nicht entschieden. Sanders und Buttigieg hatten bei Vorwahlen in Iowa und New Hampshire am besten abgeschnitten. Biden, der lange als Favorit gegolten hatte, kann ein gutes Ergebnis gebrauchen: In den ersten Vorwahlrunden fuhr er nur einen enttäuschenden vierten beziehungsweise fünften Platz ein. Sanders hat Biden in nationalen Umfragen inzwischen deutlich überholt und die Favoritenrolle übernommen.

Bei der ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa, wo ebenfalls bei «Caucus»-Versammlungen abgestimmt wurde, hatte es großes Chaos bei der Datenübermittlung per App gegeben. Ergebnisse liefen erst mit Tagen Verspätungen ein und noch immer wird darüber gestritten. Die Demokratische Partei in Nevada will US-Medienberichten zufolge mithilfe einer Telefon-Hotline und Textnachrichten ein ähnliches Debakel bei der Übermittlung der Ergebnisse verhindern. Nach Angaben der Demokraten in Nevada nutzten in den Tagen vor der Abstimmung bereits fast 75.000 Wähler die Möglichkeit der vorzeitigen Stimmabgabe.

Am 29. Februar folgt die nächste Vorwahl in South Carolina, die als entscheidender Test für Biden gilt. Im Anschluss richten sich die Augen auf den «Super Tuesday» am 3. März mit Vorwahlen in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten. Die Republikaner haben die Vorwahlen in mehreren Staaten - darunter Nevada - gestrichen.

Aufgemischt wird der Vorwahlkampf von Milliardär Michael Bloomberg. Der frühere Bürgermeister von New York hat es in nationalen Umfragen mit einer millionenschweren Wahlkampagne innerhalb kurzer Zeit auf die vorderen Plätze geschafft: Hinter Sanders und Biden steht er derzeit auf Platz drei. In seiner eigenwilligen Strategie hat er die ersten Vorwahl-Staaten - auch Nevada - ausgelassen und setzt alle Kraft auf den «Super Tuesday».

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 02. 2020
21:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bernie Sanders Die Republikaner Donald Trump Joe Biden Michael Bloomberg Präsidentschaftswahlen Staaten Stimmabgabe US-Geheimdienste US-Vizepräsidenten Vorwahlen Wahlen Wahlkampf Wladimir Wladimirowitsch Putin Wähler
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Bernie Sanders

23.02.2020

Sanders hängt Konkurrenz bei Vorwahl in Nevada ab

Sein zweiter Sieg in Folge dürfte ihm weiter Auftrieb geben: Der linke Senator Sanders ist im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten auf Erfolgskurs. Er will die USA verwandeln. Einigen ist er zu radikal... » mehr

Mike Bloomberg

03.03.2020

Wichtige Etappe vor der US-Wahl: «Super Tuesday»

Wer wird der Herausforderer von US-Präsident Trump bei der Wahl im November? Unmittelbar vor dem «Super Tuesday» hat sich bei den Demokraten einiges verschoben. Trump gibt sich betont gelassen mit Blick auf seinen potenz... » mehr

Joe Biden

04.03.2020

Großer Erfolg für Biden bei Vorwahl-Marathon

Joe Bidens Kandidatur war fast schon totgesagt. Nun verbucht der Ex-Vizepräsident spektakuläre Erfolge beim «Super Tuesday». Der Rückzug von Michael Bloomberg dürfte ihm einen weiteren Schub geben - doch das Rennen bleib... » mehr

Joe Biden

11.03.2020

Bidens Siegesserie hält: Vorwahl-Sieg in vier Bundesstaaten

Nach dem «Super Tuesday» räumt Joe Biden auch bei der nächsten größeren Vorwahlrunde der US-Demokraten ab. Noch ist das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur nicht entschieden - für Bidens linken Konkurrenten Bernie S... » mehr

Joe Biden

01.03.2020

Joe Biden gewinnt Vorwahl der US-Demokraten mit Kantersieg

Ex-Vizepräsident Biden war bei den Vorwahlen der Demokraten fast schon abgeschrieben, nun feiert er ein fulminantes Comeback in South Carolina. Das Feld der Bewerber dünnt sich aus. Nun richten sich alle Augen auf den «S... » mehr

Michael Bloomberg

24.11.2019

Michael Bloomberg steigt ins US-Präsidentschaftsrennen ein

Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten ist um einen schillernden Bewerber reicher: Der Milliardär Michael Bloomberg kündigt seine Kandidatur an. Hätte er Chancen gegen Donald Trump? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Autokino Konzert mit der Band Die Letze Rettung Meiningen

Autokino Konzert | 27.06.2020 Meiningen
» 24 Bilder ansehen

AfD Treffen in Suhl Suhl

AfD Treffen in Suhl | 26.06.2020 Suhl
» 27 Bilder ansehen

Brand in Schmalkalden Schmalkalden

Brand Carport Schmalkalden | 24.06.2020 Schmalkalden
» 5 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 02. 2020
21:29 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.