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Salvini führt Anti-Regierungs-Demo in Rom an

Im Sommer hatte sich der italienische Rechtspopulist Salvini selbst ein Bein gestellt. Statt ganz oben saß er plötzlich in der Opposition. Damit will sich der Rechtspopulist nicht abfinden.



Großkundgebung in Rom
Umringt von Fotografen betritt Matteo Salvini, Chef der rechten Lega und ehemaliger Innenminister von Italien, die Bühne der Großkundgebung.   Foto: Andrew Medichini/AP/dpa

Der Rechtspopulist Matteo Salvini hat in der italienischen Hauptstadt Rom eine Großkundgebung gegen die neue Regierung angeführt.

Eineinhalb Monate nach dem Antritt der derzeitigen Koalition füllten zahlreiche Regierungsgegner bei der Protestveranstaltung «Orgoglio Italiano» (Italienischer Stolz) die zentrale Piazza San Giovanni, die eigentlich für linksgerichtete Versammlungen bekannt ist. «Wir werden zurückkehren, und zwar bald», sagte Salvini bei der Kundgebung.

Zu Beginn war die Opernarie «Nessun Dorma» gespielt worden, in der es unter anderem heißt: «Vincero, vincero» (Ich werde siegen, Ich werde siegen). Nach Angaben der Organisatoren nahmen etwa 200.000 Menschen teil. Die Zeitung «Corriere della Sera» berichtete unter Berufung auf Polizeischätzungen von 50.000 Menschen.

Der 46-jährige Chef der rechten Lega sitzt derzeit in der Opposition und ist fest entschlossen, seine Partei an die Macht zu bringen. Salvini hatte sich im Sommer selbst ins Aus manövriert. Beflügelt von guten Umfragewerten hatte er die ganze Macht für sich beansprucht und das Regierungsbündnis mit der Fünf-Sterne-Bewegung aufgekündigt. Die Sterne schlossen sich jedoch mit den Sozialdemokraten (PD) zusammen.

Salvini warf der neuen Regierung vor, sie lasse zu viele im Mittelmeer gerettete Migranten ins Land und erhöhe die Steuern. Salvini setzt darauf, die Regierung mit Hilfe anstehender Regionalwahlen zu destabilisieren. «Wir werden sie alle neun gewinnen und sie nach Hause schicken, damit diejenigen in die Regierung zurückkehren, die wissen wie man regiert», sagte er.

Die Koalition, die erneut der parteilose Giuseppe Conte als Ministerpräsident anführt, war am 5. September vereidigt worden. Vor allem die Abneigung gegenüber Salvini hält die beiden einst zerstrittenen Parteien zusammen. In Umfragen liegt Salvinis Lega allerdings immer noch mit rund 34 Prozent weit vor allen anderen Parteien. Vor allem sein harter Kurs gegen Migranten kommt bei vielen Italienern gut an.

Vor Salvini sprachen auch der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi von der Mitte-Rechts-Partei Forza Italia und Giorgia Meloni von der rechtsnationalen Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens). Auch Vertreter der rechtsextremen Partei Casa Pound waren anwesend, gingen aber nicht ans Mikrofon. Salvini wies Kritik an der Beteiligung von Rassisten zurück und sprach von «einem Platz voller Italiener, die stolz sind, Italiener zu sein».

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dpa

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Veröffentlicht am:
19. 10. 2019
21:19 Uhr

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dpa

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19. 10. 2019
21:19 Uhr



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