Lade Login-Box.
Topthemen: Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Saarland bei Steuerbescheid am schnellsten

Je länger Finanzämter Steuererklärungen bearbeiten, desto länger warten Bürger oft auf mehrere tausend Euro Rückzahlungen. Eine Auswertung zeigt nun, wo es besonders schnell geht.



Steuerbescheid
«Für Steuerpflichtige ist es ärgerlich, dass die Bearbeitungsdauer der Steuererklärungen im Schnitt immer länger wird», sagte der Geschäftsführer von Lohnsteuer-kompakt.de, Felix Bodeewes.   Foto: Patrick Pleul

Von einem Monat bis zu fast einem Vierteljahr: Wie lange Bürger auf die Rückerstattung zu viel gezahlter Steuern warten müssen, ist bundesweit sehr unterschiedlich. Im vergangenen Jahr sind die Steuererklärungen einem Internet-Fachportal zufolge im Saarland am schnellsten bearbeitet worden, in knapp 50 Tagen.

Das geht zumindest aus der Auswertung von über 300.000 anonymisierten Steuererklärungen hervor, die über das Portal Lohnsteuer-kompakt.de erstellt wurden; sie liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Demnach brauchten Finanzämter im Saarland im Schnitt 48,7 Tage für den Bescheid. Der Bundesschnitt liegt bei 56,1 Tagen Bearbeitungszeit, 0,7 Tage mehr als 2017.

Berlin - wo im Gegensatz zu vielen anderen Behörden-Missständen die Steuererklärungen bisher schnell bearbeitet wurden - verlor den ersten Rang und rutschte auf Platz zwei; die Bearbeitungszeit lag 2018 bei 48,9 Bearbeitungstagen. Dahinter folgten Hamburg (49,8 Tage), Nordrhein-Westfalen (51,5 Tage) und Rheinland-Pfalz (53,8 Tage). Schlusslicht war mit 65,7 Tagen Bearbeitungszeit Niedersachsen. Berücksichtigt wurden 513 Finanzämter, an die jeweils mindestens 25 Steuererklärungen über das Portal übermittelt wurden.

Daher ist diese Auswertung nicht ganz so aussagekräftig wie die jährliche Auswertung des Bundes der Steuerzahler, der alle Finanzverwaltungen abfragt. Diese Daten liegen noch nicht vor - aber 2017 zeigten sich hier ähnliche Trends. Allerdings war dieser Auswertung zufolge die Zeit bis zum Steuerbescheid in der Regel sogar deutlich kürzer.

In Berlin erhielten 2017 nach der Steuerzahlerbund-Auswertung Arbeitnehmer ihren Steuerbescheid im Durchschnitt in 35 Tagen. Auch das Saarland und das drittplatzierte Rheinland-Pfalz erledigten die Steuererklärungen für Arbeitnehmer unter 40 Tagen - am längsten dauerte es laut dieser Auswertung in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen mit jeweils rund 55 Tagen Bearbeitungszeit.

Deutschlands schnellstes Finanzamt befand sich der Auswertung von Lohnsteuer-kompakt.de zufolge 2018 in Nordrhein-Westfalen. Das Finanzamt Wuppertal-Barmen brauchte demnach für die Bearbeitung einer Steuererklärung im Schnitt nur 34,3 Tage - ein Sprung von Platz 53 auf Platz 1. Die zehn langsamsten Finanzämter befanden sich 2018 in Hessen, Bayern und Niedersachsen. Am längsten brauchten Mitarbeiter des hessischen Finanzamts Hersfeld-Rotenburg; Verwaltungsstelle Bad Hersfeld, mit einer Bearbeitungsdauer von im Schnitt fast drei Monaten (89,6 Tage).

Hier ein Überblick über die Platzierungen der Bundesländer mit der jeweiligen durchschnittlichen Bearbeitungszeit 2018 und 2017:

Saarland - 2018: 48,7 - 2017: 49,4

Berlin - 48,9 - 47,9

Hamburg - 49,8 - 51,8

Nordrhein-Westfalen - 51,5 - 51,6

Rheinland-Pfalz - 53,8 - 49,5

Mecklenburg-Vorpommern - 54,8 - 54,0

Sachsen-Anhalt - 55,5 - 50,1

Sachsen - 56,3 - 55,9

Baden-Württemberg - 56,6 - 58,8

Brandenburg - 56,7 - 55,2

Bayern - 57,4 - 56,0

Schleswig-Holstein - 57,9 - 52,3

Thüringen - 58,3 - 59,5

Bremen - 59,9 - 62,9

Hessen - 63,9 - 62,9

Niedersachsen - 65,7 - 62,6

Mittelwert bundesweit - 56,1 - 55,4

«Für Steuerpflichtige ist es ärgerlich, dass die Bearbeitungsdauer der Steuererklärungen im Schnitt immer länger wird», sagte der Geschäftsführer von Lohnsteuer-kompakt.de, Felix Bodeewes. «Letztendlich geben die meisten Beschäftigten dem Staat ein zinsloses Darlehen, dessen Laufzeit sich jedes Jahr verlängert», meinte er mit blick auf oft tausende Euro an Rückzahlungen.

Die große Koalition von Union und SPD hat es sich zum Ziel gesetzt, das Ausfüllen von Steuererklärungen zu vereinfachen - das soll auch die Bearbeitung beschleunigen. Schon zuvor wurden Regeln für das Einreichen von Belegen vereinfacht beziehungsweise Freigrenzen eingeführt. Im Koalitionsvertrag heißt es: «Steuervereinfachung ist eine Daueraufgabe. Es ist ein wichtiges politisches Ziel, hier Schritt für Schritt voranzukommen und dabei insbesondere auch die technischen Möglichkeiten der modernen Datenverarbeitung zu nutzen.» Daher werde das Angebot für eine elektronische Kommunikation mit der Finanzverwaltung ausgebaut, und man strebe «die Einführung einer vorausgefüllten Steuererklärung für alle Steuerpflichtigen bis zum Veranlagungszeitraum 2021 an».

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 01. 2019
09:35 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bund der Steuerzahler Deutsche Presseagentur Finanzämter Große Koalition Rückzahlungen SPD Schnitte Steuerbescheid Steuererklärungen Steuervereinfachungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Schäfer-Gümbel

13.08.2019

Schäfer-Gümbel: Soli-Aus nur bei höherer Reichen-Besteuerung

Die SPD will den Solidaritätszuschlag weitgehend abschaffen, die Union ganz und gar. Im Ringen um eine Lösung des Koalitionsstreits unterbreiten die Sozialdemokraten nun ein vergiftetes Angebot. » mehr

Steuerbescheid

22.10.2018

3,2 Millionen Einsprüche bei Finanzämtern 2017

Jedes Jahr aufs neue: Die Steuererklärung ist für viele ein Graus. Mehr als drei Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr Einspruch gegen ihren Steuerbescheid eingelegt - das sind weniger als im Jahr zuvor und bestät... » mehr

Finanzminister Scholz

09.05.2019

Steuereinnahmen sprudeln weniger stark

Zum ersten Mal seit Jahren muss ein Finanzminister sagen: Die Steuern sprudeln nicht wie geplant. Im Etat von Olaf Scholz wird es knapper. Wofür ist jetzt noch Geld da? » mehr

Wohngebiet

02.02.2019

Kommunen setzen auf zügigen Abschluss der Grundsteuer-Reform

Nach langem Ringen um ein nötiges neues Modell für die Grundsteuer liegen Eckpunkte vor. Und nun? Während vor allem die Städte auf Tempo drängen, sehen andere noch Tücken - womöglich auch für Mieter. » mehr

Olaf Scholz

31.01.2019

Höhere Steuern für Topverdiener? Scholz erntet Widerspruch

Der Finanzminister will an der Steuerschraube für Gutverdiener drehen - und bietet der Union ein Tauschgeschäft an: die komplette Soli-Abschaffung. Aber die Union will keinerlei Steuererhöhungen. » mehr

Olaf Scholz

16.08.2019

Auch Scholz will: Wettbewerb um den SPD-Vorsitz zieht an

Neue Namen im Karussell der Bewerber um den SPD-Vorsitz: Zwei Landesminister werfen ihren Hut in den Ring. Und ein Hochkaräter sucht eine Partnerin. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Frühschoppen mit Versteigerung Sachsenbrunn

Frühschoppen mit Versteigerung | 18.08.2019 Sachsenbrunn
» 35 Bilder ansehen

Unwetter Schleusingerneundorf Schleusingen

Unwetter Schleusingen | 18.08.2019 Schleusingen
» 8 Bilder ansehen

Neptun-Taufe Ratscher Ratscher

Neptun-Taufe Ratscher | 17.08.2019 Ratscher
» 9 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 01. 2019
09:35 Uhr



^