Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Ruhani: Trump muss vor Gesprächen neues Vertrauen schaffen

Bei der UN-Vollversammlung geht US-Präsident Donald Trump den Iran hart an. Er macht aber auch deutlich, dass er keinen Krieg wolle. Irans Präsident Hassan Ruhani schließt Gespräche nicht aus - stellt aber Bedingungen.



Hassan Ruhani
Irans Präsident Hassan Ruhani koppelt etwaige Gespräche mit Trump an Bedingungen.   Foto: Kay Nietfeld

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran zeichnet sich bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen keine Annäherung zwischen den beiden verfeindeten Staaten ab.

Vor seiner Ansprache während der UN-Generaldebatte in New York rief der iranische Präsident Hassan Ruhani US-Präsident Donald Trump zu vertrauensbildenden Maßnahmen vor etwaigen Gesprächen auf. «Wenn die US-Regierung bereit zu Gesprächen ist, muss sie die notwendigen Bedingungen dafür schaffen», sagte Ruhani dem US-Sender Fox News nach dessen Übersetzung. Der iranische Präsident spricht bei der UN-Generaldebatte.

Trump drohte dem Iran in seiner Ansprache bei der UN-Vollversammlung mit weiteren Sanktionen. Insgesamt schlug er in seiner Rede aber einen moderaten Ton gegenüber Gegnern und Konkurrenten der Vereinigten Staaten an. «Amerika ist bereit, Freundschaft zu schließen mit allen, die aufrichtig Frieden und Respekt anstreben», betonte Trump. In den vergangenen Jahren war er deutlich aggressiver vor den Vereinten Nationen aufgetreten.

Ruhani sagte, mit dem einseitigen Ausstieg aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran habe Trump Vertrauen zerstört. Die von den USA danach verhängten harten Wirtschaftssanktionen gegen den Iran nannte Ruhani «eine Art von Terrorismus». Er betonte, entgegen der Darstellung der USA wolle der Iran keine Atombombe bauen. «Wir streben nicht nach Atomwaffen.»

Ruhani dementierte auch, das sein Land für die Angriffe auf saudische Ölanlagen Mitte des Monats verantwortlich gewesen sei. In einer gemeinsamen Mitteilung hatten sich am Montag die deutsche, die französische und die britische Regierung einer entsprechenden Einschätzung der USA angeschlossen. Damit zeichnet sich eine Annäherung zwischen den seit Monaten in der Iran-Frage tief zerstrittenen Verbündeten auf beiden Seiten des Atlantiks ab. Ruhani sagte indes: «Unbegründete Anschuldigungen zu erheben ist nicht konstruktiv.»

Der iranische Präsident wies auch Trumps Anschuldigung zurück, wonach sein Land der «Terrorismus-Förderer Nummer Eins» auf der Welt sei. Vielmehr seien es die USA, die den Terror im Nahen Osten förderten: «Unglücklicherweise ist Amerika der Unterstützer von Terrorismus in unserer Region. Und wohin Amerika auch gegangen ist, hat der Terrorismus sich als Folge davon ausgeweitet.»

Trump bezichtigte den Iran in seiner Rede, im Nahen Osten im «Blutrausch» zu wüten und für den Angriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich zu sein. «Solange der Iran sein bedrohliches Verhalten fortsetzt, werden die Sanktionen nicht aufgehoben. Sie werden verschärft», kündigte er an. Trump rief andere Staaten zu einem harten Kurs gegen Teheran auf. «Alle Nationen sind verpflichtet zu handeln.»

Vergeltung für den Angriff auf Saudi-Arabien drohte der US-Präsident aber nicht an, stattdessen streckte er verbal die Hand aus: «Viele von Amerikas engsten Freunden heute waren einst unsere größten Feinde.» Die Vereinigten Staaten hätten nie an «dauerhafte Feinde» geglaubt. «Wir wollen Partner, keine Gegner.»

Bundeskanzlerin Angela Merkel kam am Rande der Vollversammlung überraschend mit Trump zusammen, um über die Golfkrise zu reden. Anschließend traf sie sich erstmals auch mit Ruhani. Merkel sprach sich anschließend für direkte Gespräche zwischen Trump und Ruhani aus, akzeptierte die iranischen Vorbedingungen dafür aber nicht. «Das wird sicherlich nicht so funktionieren, dass alle Sanktionen erstmal vom Tisch genommen werden und dann gibt es Gespräche», sagte die CDU-Politikerin. «Ich glaube, das ist kein realistischer Angang.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 09. 2019
07:49 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Britische Regierungen Bundeskanzler der BRD Bundeskanzlerin Angela Merkel CDU-Politikerinnen Donald Trump Fox News Channel Golfkrise Kriege Naher Osten Präsidenten der USA Reden Staaten Terrorismus UN-Vollversammlungen UNO US-Regierung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Martialisch

24.09.2019

Trump schont seine Gegner in UN-Rede

So moderat hat man US-Präsident auf der internationalen Bühne selten erlebt. Die Angriffe gegen seine Konkurrenten fallen weitaus weniger scharf aus als sonst. Trotzdem bleibt er seiner Linie treu. » mehr

Irans Präsident Ruhani spricht vor UN-Vollversammlung

26.09.2019

Ruhani startet Friedensinitiative für Golfregion ohne USA

Kann die Eskalationsspirale zwischen dem Iran und den USA gestoppt werden? Zumindest versichern beide Seiten, dass sie keinen Krieg wollen. Jetzt gibt es von einer Seite einen Friedensplan - an dem die andere Seite aber ... » mehr

Iranische Drohne

20.09.2019

Terrorfinanzierung: USA sanktionieren iranische Zentralbank

In Saudi-Arabien werden Ölanlagen bombardiert. Aus dem Iran kommen martialische Kriegsdrohungen gegen die USA und Israel. Präsident Trump setzt lieber auf Sanktionen als auf Luftangriffe. Doch die Golfkrise könnte noch w... » mehr

Raketenangriff auf Ghassem Soleimani

03.01.2020

Droht neuer Krieg? US-Militär tötet iranischen Top-General

Ghassem Soleimani war in der arabischen Welt als wichtigster Vertreter des iranischen Militärs berühmt-berüchtigt. Teheran will nach seiner Tötung durch die USA «Rache». Es droht eine Spirale der Gewalt. » mehr

Trump und Netanjahu

27.01.2020

Trump stellt Netanjahu und Gantz seinen Nahost-Plan vor

Seit Monaten wird auf den Nahost-Plan von US-Präsident Trump gewartet. Nun will Trump den Plan vorstellen - bei einem Auftritt mit Israels Regierungschef Netanjahu. Klar ist schon davor, wer Trumps Vorstoß vehement ableh... » mehr

Bauarbeiten im Westjordanland

29.01.2020

Israels Rechte will nach Trump-Plan rasche Annektierung

Trumps Nahost-Plan hat bei den Palästinensern Zorn ausgelöst. Israels Rechte frohlockt dagegen - lehnt allerdings die vorgesehene Gründung eines Palästinenserstaats ab. Sie will rasch vor Ort Fakten schaffen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Gefahrgut Ammoniak Suhl Suhl

Amoniak-Austritt in Suhler Firma | 17.02.2020 Suhl
» 36 Bilder ansehen

14. Kristalmarathon

14. Kristallmarathon Merkers |
» 90 Bilder ansehen

Karneval Umzug Dietzhausen 2020 Dietzhausen

Karnevalsumzug Dietzhausen | 16.02.2020 Dietzhausen
» 136 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 09. 2019
07:49 Uhr



^