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Razzien im Norden: Verdacht auf Terrorfinanzierung

Die Ermittler kommen am frühen Morgen. In Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern werden mehrere Gebäude durchsucht. Der Verdacht der Terrorfinanzierung steht im Raum. Es gibt drei Festnahmen.



Razzia
Terror-Razzia in Hamburg: Ein Mann wird von Polizisten aus einem Haus geführt.   Foto: Christian Charisius » zu den Bildern

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwoch 16 Objekte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung durchsucht.

Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Flensburg gegen elf Beschuldigte. «Wir prüfen auch, ob ein Verdacht auf Terrorfinanzierung vorliegt», sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt in Flensburg.

Zwei Männer aus Syrien im Alter von 34 und 37 Jahren wurden festgenommen. Gegen sie wurde am Nachmittag Haftbefehl erlassen, wie Oberstaatsanwältin Stephanie Gropp von der Flensburger Staatsanwaltschaft sagte. Gegen sie lagen bereits Haftbefehle vor. Sie haben bisher keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht, wie Gropp weiter sagte.

Darüber hinaus wurde ein weiterer Mann festgenommen. Ob in diesem Fall auch ein Antrag auf Haftbefehl gestellt werde, werde derzeit geprüft, sagte Gropp. Eine Entscheidung darüber dürfte am Donnerstag fallen. Die drei Männer wurden in Schleswig-Holstein und Hamburg festgenommen.

Insgesamt wird zehn Männern und einer Frau vorgeworfen, sich zwischen Dezember 2018 und Juli 2019 gewerbsmäßig und organisiert zu illegalen Geldgeschäften verabredet zu haben. Die Beteiligten stammen überwiegend aus Syrien. Sie sollen Geld ins Ausland verschoben und dafür Provisionen kassiert haben. Sie sollen für die Geldgeschäfte nach Angaben der Staatsanwaltschaft keine Erlaubnis im Sinne des Zahlungsdienstegesetzes gehabt zu haben. Es soll sich um Summen im sechsstelligen Bereich gehandelt haben, sagte Stahlmann-Liebelt. Die Herkunft des Geldes ist den Angaben zufolge derzeit nicht bekannt. Das Geld sei mutmaßlich in mehrere Länder geflossen.

Bei den Durchsuchungen wurden nach Angaben Stahlmann-Liebelts größere Bargeldbeträge gefunden. Auf Fotos von der Durchsuchung eines Objekts in Hamburg ist zu sehen, wie Ermittler zahlreiche Umzugskartons in ihre Fahrzeuge bringen und ein Mann abgeführt wird.

Die sichergestellten Dokumente und Gegenstände müssen nun gesichtet und ausgewertet werden. Ziel ist unter anderem, die Hintergründe für die Geldflüsse zu klären sowie nachzuvollziehen, wie viel Geld wohin floss, sagte Gropp.

Zu den genauen Orten der Durchsuchungen äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht. Nach NDR-Informationen gab es Durchsuchungen unter anderem in Stockelsdorf bei Lübeck, in den Hamburger Stadtteilen Eimsbüttel, Barmbek-Süd und Harburg sowie in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern).

Die Flensburger Behörde hat die Federführung bei den Ermittlungen, weil sie die Staatsschutzanwaltschaft in Schleswig-Holstein ist. Sie ist damit für Straftaten zuständig, die einen politischen Hintergrund haben können.

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dpa

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Veröffentlicht am:
11. 09. 2019
16:54 Uhr

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11. 09. 2019
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