Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

Proteste in Portland: Regierung kündigt härteres Vorgehen an

Der Einsatz von Sicherheitskräften der US-Regierung in Portland ist hoch umstritten. Wieder kommt es zu Zusammenstößen mit Demonstranten. Heimatschutzminister Wolf sieht die Stadt nachts außer Kontrolle.



Bundestruppen in Portland
US-Bundespolizisten stehen mit der Hand an der Waffe am Rande von Protesten in Portland.   Foto: Imagespace/ZUMA Wire/dpa » zu den Bildern

Nach wochenlangen Protesten in Portland (Oregon) hat die US-Regierung eine weitere Verschärfung im Vorgehen gegen Gewalttäter unter den Demonstranten angekündigt.

Zusätzliche Maßnahmen würden vermutlich in dieser Woche ergriffen, sagte der amtierende Heimatschutzminister Chad Wolf dem Sender Fox News. Man werde nicht hinnehmen, dass Sicherheitskräfte des Bundes Nacht für Nacht angegriffen und verletzt würden. Portland sei «zumindest zu bestimmten Stunden in der Nacht völlig außer Kontrolle». In Portland und in Seattle im benachbarten Bundesstaat Washington kam es in der Nacht erneut zu Zusammenstößen.

Seit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis vor zwei Monaten dauern in den USA Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt an. In Portland richten sich die Proteste auch gegen den Einsatz von Sicherheitskräften, die die Regierung von US-Präsident Donald Trump gegen den Willen der Stadt und des Bundesstaats dorthin entsandt hat. Die Regierung begründet den Einsatz mit dem Schutz eines Bundesgerichts, dessen Gebäude in der Nacht zu Sonntag erneut angegriffen wurde. Nach Wolfs Angaben kam es in der Nacht außer in Portland und Seattle auch zu gewaltsamen Protesten in Oakland (Kalifornien) und anderen Städten.

In Austin (Texas) wurde am Samstagabend am Rande einer Demonstration ein Mensch erschossen. Eine Polizeisprecherin sagte, das Opfer habe womöglich ein Gewehr getragen und habe sich einem Auto genähert, aus dem heraus dann geschossen worden sei. Der Schütze sei festgenommen worden und kooperiere mit der Polizei. Der Vorfall werde untersucht.

Der Republikaner Trump wirft demokratisch regierten Städten vor, Gewalt und Straftaten nicht in den Griff zu bekommen. Wolf sagte, die Stadtverwaltung in Portland lasse «Anarchisten» gewähren. Jede Nacht kämen zwischen 2000 und 4000 Gewalttäter zusammen, um Bundesliegenschaften wie das Gerichtsgebäude und Sicherheitskräfte des Bundes anzugreifen. Wolf sagte, Sicherheitskräfte des Bundes hätten in der Nacht zu Sonntag «sieben oder acht» Menschen festgenommen. Er warf Demonstranten vor, mit Lasern in die Augen von Sicherheitskräften zu zielen. Zwei oder drei Beamte hätten dadurch womöglich einen Teil ihrer Sehkraft eingebüßt.

Der Einsatz der paramilitärisch anmutenden Sicherheitskräfte ist hoch umstritten. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, hatte gefordert: «Trump und seine Sturmtruppen müssen gestoppt werden.» Wolf nannte die Äußerung unverantwortlich und gefährlich. Er forderte eine Entschuldigung von Pelosi.

Die Polizei in Portland teilte mit, in der Nacht zu Sonntag hätten sich Tausende Demonstranten an dem abgeriegelten Gebäude des Bundesgerichts versammelt. Einige davon hätten Steine, Flaschen sowie Feuerwerkskörper geworfen und mit Elektrowerkzeugen versucht, den Zaun zu durchschneiden. Gegen 1.00 Uhr (Ortszeit/10.00 Uhr MESZ) sei es Demonstranten gelungen, einen Teil des Zauns niederzureißen. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt, um die Menge aufzulösen. Die örtliche Polizei habe mehrere Menschen festgenommen.

Die Polizei in Seattle teilte mit, dort seien bei Ausschreitungen Dutzende Menschen festgenommen worden. 21 Polizisten seien durch Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper verletzt worden, hätten aber mehrheitlich wieder zum Dienst zurückkehren können. Rund ein Dutzend Menschen seien auf das Gelände einer Jugendstrafanstalt eingedrungen und hätten auf einer Baustelle dort Feuer gelegt. Scheiben von Geschäften seien eingeworfen worden. An einer Polizeiwache sei ein Sprengkörper detoniert. Demonstranten hätten Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen. Die Polizei habe Pfefferspray eingesetzt, um die Menge aufzulösen.

© dpa-infocom, dpa:200726-99-930999/4

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 07. 2020
21:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Beamte Demonstranten Donald Trump Fox News Channel Gewalt Gewaltsamer Protest Nancy Pelosi Polizei Polizeigewalt Polizistinnen und Polizisten Präsidenten der USA Sicherheitskräfte Sozialer oder politischer Protest Tränengas US-Regierung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Proteste nach Schüssen

26.08.2020

Zwei Tote bei Protesten nach Einsatz gegen Schwarzen

Die Wut in der US-Stadt Kenosha ist groß: Wieder richtet sich Polizeigewalt gegen einen Schwarzen. Bei Protesten kommt es zu Unruhen - die dritte Nacht endet tödlich. » mehr

Donald Trump

01.09.2020

Trump in Kenosha: Schauplatz anti-amerikanischer Proteste

US-Präsident Trump hat den Einsatz für Recht und Ordnung zum Kern seines Wahlkampfs gemacht. Nach Unruhen bei Anti-Rassismus-Protesten besucht Trump Kenosha - obwohl er gebeten wurde, der Stadt fernzubleiben. » mehr

Donald Trump

02.09.2020

Trump nennt Ausschreitungen inländischen Terrorismus

Schüsse auf einen schwarzen Familienvater bei einem Polizeieinsatz stürzten die US-Stadt Kenosha ins Chaos. Präsident Trump spricht dort nun mit Sicherheitskräften, nennt Krawalle anti-amerikanisch - und findet nur spärl... » mehr

Donald Trump

31.08.2020

Trump droht mit Einsatz von Sicherheitskräften in Portland

US-Präsident Trump beschimpft den Bürgermeister von Portland als einen «Witz» und droht ihm, mit den Protesten in der Stadt aufzuräumen. Trump kündigt außerdem eine Reise nach Kenosha an - obwohl ihn der Gouverneur von W... » mehr

Schießerei in Chicago

22.07.2020

Streit um Einsatz von US-Bundespolizisten

US-Präsident Trump wirft Bürgermeistern der Demokraten vor, die Gewalt in ihren Städten nicht in den Griff zu bekommen. Nach Portland hat Trump bereits Sicherheitskräfte des Bundes geschickt. Weitere Metropolen sollen fo... » mehr

Toter in Portland

30.08.2020

Wieder Schüsse bei Protesten in den USA

Rund zwei Monate vor der US-Präsidentenwahl heizt sich die Stimmung auf. In Portland wurde ein Mann am Rande von Protesten erschossen. Präsident Trump will in die Stadt Kenosha fahren, die nach Schüssen eines Polizisten ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Sperrmüllhaufen brennt in Suhl-Nord Suhl

Brand Suhl-Nord | 21.09.2020 Suhl
» 3 Bilder ansehen

Sommerausklang_schubert Suhl

Sommerausklang Olaf Schubert | 20.09.2020 Suhl
» 77 Bilder ansehen

12. Oldtimerausfahrt Suhl

12. Oldtimerausfahrt Museum Suhl | 19.09.2020 Suhl
» 44 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 07. 2020
21:29 Uhr



^