Lade Login-Box.
Topthemen: Südthüringen kocht 2020Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Proteste gegen Präsidentschaftskandidaten Bolsonaro

«Ele não» - alle, nur nicht Jair Bolsonaro - eine Woche vor der Präsidentenwahl in Brasilien demonstrieren Zehntausende gegen den Ex-Militär. In Umfragen liegt er trotzdem vorne. Bolsonaro kann derweil das Krankenhaus verlassen.



Protest gegen Bolsonaro
«Ele não» («Der nicht»): Demonstranten protestieren in Curitiba gegen Jair Bolsonaro.   Foto: Henry Milleo » zu den Bildern

Gut eine Woche vor der Präsidentenwahl in Brasilien haben Zehntausende Menschen gegen den rechtsextremen Kandidaten Jair Bolsonaro demonstriert.

Allein in der Wirtschaftsmetropole São Paulo versammelten sich nach Angaben der Organisation «Landarbeiter ohne Boden» (MST) am Samstag rund 200.000 Menschen. Unter dem Titel «Ele não» (auf Deutsch: «Der nicht») hatten vor allem Frauenverbände zu Protesten gegen den Ex-Militär Bolsonaro aufgerufen.

Auch in den sozialen Netzwerken machten die Verbände gegen die als rassistisch und frauenverachtend eingestuften Aussagen des 63-Jährigen mobil. Sie dürfe zwar noch nicht wählen, protestiere aber trotzdem, sagte die 16-jährige Ana Clara Pontes der Deutschen Presse-Agentur in Río de Janeiro. Es gehe ums Prinzip. «Eine so rassistische und engstirnige Person darf nicht an die Macht kommen.» Auch in der Küstenstadt hatten sich Tausende Menschen im Viertel Cinelandia versammelt.

Bolsonaro ist dafür bekannt, dass er gegen Homosexuelle und Schwarze hetzt und die Militärdiktatur (1964-1985) verherrlicht. Immer wieder schockiert er mit verbalen Entgleisungen. Einer Politikerin bescheinigte er einmal, sie habe es nicht verdient, vergewaltigt zu werden, «weil sie sehr hässlich ist». Ein anderes Mal sagte er, die Anhänger der linken Arbeiterpartei des Ex-Präsidenten Inácio Lula da Silva sollten erschossen werden.

In der Hauptstadt Brasilia mischten sich die Proteste mit einer Kundgebung des Präsidentschaftskandidaten der Arbeiterpartei (PT), Fernando Haddad. Er trat an die Stelle Lulas, der wegen Korruption zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden war und deshalb nicht kandidieren darf. Bolsonaro solle sich besser schon mal an seinen Namen gewöhnen, sagte Haddad in seiner Rede.

Auch Bolsonaro-Unterstützer zeigten Präsenz auf der Straße. Unter dem Hashtag #TodosComBolsonaro («Alle für Bolsonaro») riefen sie zu Märschen für den Politiker auf. An der Strandpromenade der Copacabana schwenkten sie brasilianische Flaggen.

Der Anfang September bei einem Messerangriff verletzte Bolsonaro konnte währenddessen am Samstag das Krankenhaus verlassen. «Endlich zu Hause», schrieb der Politiker auf Twitter.

Der 63-Jährige war während einer Wahlkampfveranstaltung in Südbrasilien auf offener Straße angegriffen worden. Nach seiner Entlassung war zunächst noch unklar, ob der 63-Jährige in der letzten Woche vor der Präsidentenwahl am 7. Oktober öffentliche Auftritte wahrnehmen wird. Auf Twitter verbreitete er Videos von Demonstrationen seiner Anhänger.

In den Umfragen liegt Haddad, ein früherer Bürgermeister der Millionenstadt São Paulo, bislang weit hinter dem rechtsextremen Kandidaten Bolsonaro. Der «Trump Brasiliens» mischt zwar schon lange im Politikbetrieb mit, präsentiert sich neuerdings aber als Anti-System-Kandidat. Erreicht keiner der Kandidaten in der ersten Wahlrunde die absolute Mehrheit, gibt es am 28. Oktober eine Stichwahl. Beobachter gehen davon aus, dass Bolsonaro aus dieser nicht erfolgreich hervorgehen wird - egal, gegen wen er antritt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 09. 2018
16:30 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeiterparteien Deutsche Presseagentur Frauenverbände Krankenhäuser und Kliniken Landarbeiter Luiz Inácio Lula da Silva Militärdiktaturen Präsidentschaftsbewerber Rechtsradikalismus Twitter Umfragen und Befragungen Wahlkampfveranstaltungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Wahlen in Brasilien

09.10.2018

«Tropen-Trump» triumphiert in Brasilien

Die Brasilianer haben die Nase voll von Korruption, Gewalt und Misswirtschaft. Der ultrarechte Ex-Militär Jair Bolsonaro will mit harter Hand durchgreifen. Mit seinen frauenfeindlichen Sprüchen und seiner Sympathie für d... » mehr

Messerattacke

07.09.2018

Angriff auf Präsidentschaftskandidaten erschüttert Brasilien

In Brasilien läuft der Wahlkampf um das Präsidentenamt heiß - der zuletzt in Umfragen führende rechtsextreme Kandidat Bolsonaro wird Ziel eines Attentats. Die Motive des Angreifers geben Rätsel auf. » mehr

Bolsonaro-Anhänger

10.11.2019

Brasilien: Schlagabtausch zwischen Lula und Bolsonaro

Er galt als Lichtgestalt der Linken - dann warfen Korruptionsvorwürfe einen Schatten auf sein politisches Erbe. Sein Berufungsverfahren darf Ex-Präsident Lula nun in Freiheit abwarten - und die nutzt er sofort und mit un... » mehr

Wahlen in Brasilien

29.10.2018

Ultrarechter Bolsonaro wird neuer Präsident Brasiliens

Die Wut ist groß in Brasilien - Wut auf die korrupte Politikerkaste, die nichts gegen Gewalt, Elend und Armut im Alltag zu tun gedenkt. Jetzt soll es ein Mann richten, der bis vor kurzem noch ein skurriler Hinterbänkler ... » mehr

Elizabeth Warren

20.12.2019

TV-Debatte der US-Demokraten: Ringen mit harten Bandagen

Noch ist nicht entschieden, welcher Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten im kommenden Jahr gegen Donald Trump ins Rennen geht. Beim Auswahlprozess geraten immer jene unter Beschuss, die gerade als am aussichtsreich... » mehr

Haftstrafe für Brasiliens Ex-Präsidenten Lula auf 17 Jahre erhöht

28.11.2019

Haftstrafe für Brasiliens Ex-Präsidenten Lula erhöht

Ein brasilianisches Berufungsgericht hat eine Verurteilung des früheren Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva bestätigt und seine Freiheitsstrafe auf 17 Jahre verlängert. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Prinzenkürung Geisa

Prinzenkürung Geisa |
» 35 Bilder ansehen

Stahlzeit im CCS

Stahlzeit in Suhl |
» 15 Bilder ansehen

Jubiläum Meininger Tageblatt Meiningen

Meininger Tageblatt Jubiläum | 24.01.2020 Meiningen
» 43 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 09. 2018
16:30 Uhr



^