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Positive Bilanz des Feier-Wochenendes in Großstädten

Sperrstunde, Polizeipräsenz und die Forderung nach Alkoholverboten: Eine Woche nach den Krawallen am Frankfurter Opernplatz war nicht nur dort viel Polizei zu sehen. Die Menschen feierten friedlich und ohne größere Zwischenfälle.



Frankfurter Opernplatz
Mit Flatterband abgesperrt und menschenleer ist der Platz vor der Alten Oper.   Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Eine Wochen nach Krawallen und Eskalation auf Feiern unter freiem Himmel in Frankfurt hat die Polizei an diesem Wochenende in vielen deutschen Großstädten verstärkt Präsenz gezeigt und Kontrollen vorgenommen.

Für den Frankfurter Opernplatz, wo vor einer Woche fünf Polizisten verletzt und 39 mutmaßliche Krawallmacher vorläufig festgenommen wurden, galt von Mitternacht an ein Betretungsverbot - um ein Uhr nachts musste er dann geräumt sein.

Doch es blieb dort nicht nur friedlich, sondern vergleichsweise leer. Ein Polizeisprecher schätzte, dass in den beiden Wochenendnächten etwa 10.000 Menschen auf den Plätzen und Hotspots im Frankfurter Stadtgebiet unterwegs waren - auf den Opernplatz kamen nur insgesamt tausend. Die Polizei kontrollierte ungefähr 2000 Menschen, größere Zwischenfälle blieben aus.

Auch in Nordrhein-Westfalen zeigte die Polizei am Wochenende mehr Präsenz, um für Ruhe zu sorgen. In der Millionenstadt Köln war zusätzlich eine Hundertschaft im Einsatz. Auch wenn viele Menschen auf den Straßen waren, habe das Konzept aus frühzeitiger Ansprache und Einschreiten sehr gut funktioniert, sagte eine Sprecherin. Gemeinsam mit dem Ordnungsamt hätten die Beamten die Menschen auf die Corona-Schutzverordnung hingewiesen. Insgesamt seien an dem Wochenende rund 440 Menschen kontrolliert und rund 210 Platzverweise erteilt worden.

Nach den nächtlichen Ausschreitungen in Stuttgart und Frankfurt am Main mehren sich unterdessen Forderungen nach Alkohol-Sperrgebieten in Städten, um Krawalle zu verhindern. «Die Kommunen sollten in größerem Umfang ermächtigt werden, für bestimmte Bereiche Alkoholverbote auszusprechen oder auch öffentliche Bereiche für bestimmte Zeiten zu sperren», sagte Gerd Landsberg, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Es sei eine bedauerliche Entwicklung, die «natürlich auch die große Mehrheit der Menschen trifft, die sich ordnungsgemäß verhalten».

«Alkoholverbote können in abgegrenzten Gebieten ein sehr hilfreiches Instrument sein», sagte der Frankfurter Sicherheitsdezernent Markus Frank zu den Forderungen des Städtebundes. «Leider ist es rechtlich fast unmöglich, so etwas durchzusetzen.» Er unterstütze aber die Forderung. Es sei wichtig, dass Ordnungsbehörden und Polizei so ein Instrument bekämen, das allerdings maßvoll dosiert werden müsse.

© dpa-infocom, dpa:200726-99-924652/5

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dpa

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Veröffentlicht am:
26. 07. 2020
16:35 Uhr

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dpa

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26. 07. 2020
16:35 Uhr



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