Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Polizeigewerkschaft: Zahl von Verleih-E-Scootern begrenzen

Viele Beinahe-Unfälle, viele missachtete Vorschriften: Rainer Wendt von der Polizeigewerkschaft appelliert an Bundesverkehrsminister, rechtliche Maßnahmen zu ergreifen.



E-Scooter im Straßenverkehr
E-Tretroller dürfen auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen gefahren werden - nicht aber auf dem Gehweg.   Foto: Jens Kalaene » zu den Bildern

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) ist dafür, die Zahl von Verleih-E-Tretrollern zu begrenzen. Die in den Ländern Verantwortlichen sollten bei den Genehmigungen für Verleihfirmen strenge Voraussetzungen schaffen, sagte DPolG-Chef Rainer Wendt der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

Wie sich einen Monat nach der Zulassung der Fahrzeuge zeige, seien vor allem Ältere, Sehschwache, Gehbehinderte und Kinder speziell beim Überqueren von Straßen unkalkulierbaren Gefahren ausgesetzt.

Viele Fahrer seien zudem noch unsicher beim Bedienen der E-Tretroller, die auch E-Scooter genannt werden; auch dadurch entstünden immer wieder Unfallsituationen. «Hinzu kommt, dass sich eine große Zahl von Rollerfahrern nicht an die Vorschriften hält und eben doch Bürgersteige befährt, zu zweit rollt oder alkoholisiert fährt», kritisierte Wendt. Eine Helmpflicht sei «kaum vorstellbar, denn es sind meist Touristen, die diese Fahrzeuge nutzen».

Seit gut einem Monat sind Elektro-Tretroller in Deutschland zugelassen. Anbieter in mehreren Städten bieten die kleinen Fahrzeuge seither zum Verleih an.

Wendt forderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf, die Rechtslage «noch einmal zu überdenken». Es sei «eine fatale Arbeitsteilung, wenn der Bundesgesetzgeber solche Möglichkeiten schafft, aber die Folgen dieser Politik auf die Polizei abwälzt», beklagte Wendt. Diese kontrolliere im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Allerdings könnten sich die Beamten nur begrenzt kümmern, da sie bereits mit anderen Aufgaben ausgelastet seien.

Ähnlich hatte sich in diesem Punkt bereits die mit der DPolG konkurrierende Gewerkschaft der Polizei (GdP) geäußert. «Die notwendigen zusätzlichen Kontrollen werden zum Großteil bei der Polizei landen. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn die polizeiliche Verkehrsüberwachung nicht seit Jahren ausgedünnt worden wäre», hatte der GdP-Verkehrsexperte und stellvertretende Bundesvorsitzende Michael Mertens erklärt.

In Köln wurden binnen neun Stunden gleich zwei E-Scooter-Fahrer verletzt. Einer der beiden erlitt nach Angaben der Kölner Polizei schwere Kopfverletzungen, als er auf einer Treppe stürzte. Der 36-Jährige war demnach mit einem Leihgerät unterwegs. Ebenfalls am Donnerstag kollidierte der Nutzer (34) eines Leihscooters beim Spurwechsel mit einem Auto und verletzte sich leicht.

In der Nacht auf Freitag stoppten Polizisten außerdem einen E-Scooter-Fahrer (22), der mit dem geliehenen Teil in Schlangenlinien unterwegs war - mit mehr als zwei Promille. Er musste seinen Führerschein abgeben. Gegen 4.00 Uhr morgens entdeckten Beamte schließlich einen 21-Jährigen, der mit 1,4 Promille auf dem Elektro-Tretroller unterwegs war.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 07. 2019
17:43 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Andreas Scheuer Auto Beamte Bundesverkehrsminister CSU Fahrzeuge und Verkehrsmittel Polizei Polizeigewerkschaft Polizistinnen und Polizisten
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Gesperrte Bahnsteige

11.09.2019

Maßnahmen für mehr Sicherheit an Bahnhöfen beschlossen

Der Fall hat schockiert: Ein Mann stößt einen Jungen vor einen Zug, der Achtjährige stirbt. Die Politik kündigte Konsequenzen an. Erste Beschlüsse stehen. » mehr

Sand für den Küstenschutz

07.10.2019

Blockaden für das Klima in Berlin

«Ziviler Ungehorsam» für das Klima: Extinction Rebellion wollte Berlin blockieren. Rund 3000 Aktivisten folgten dem Aufruf. Während es in Berlin friedlich blieb, sah es in der Heimat der radikalen Klimaschützer ganz ande... » mehr

Parken für Anwohner

01.11.2019

Anwohnerparkausweise könnten künftig teurer werden

Neue Radwege oder Ladesäulen für E-Autos brauchen Platz. Der aber wird in vielen Städten knapp. Auch um Spielraum etwa für günstigere Nahverkehrstickets oder neue Radwege zu schaffen, könnten Kommunen künftig beim Anwohn... » mehr

Busspur

16.08.2019

Breite Kritik an Scheuers Busspur-Plänen

Busspuren könnten künftig voller werden - wenn Pläne des Bundesverkehrsministers Realität werden und Städte das umsetzen. Nicht nur bei Polizei-Gewerkschaften stößt das auf Protest. » mehr

Automatik-Auto

22.08.2019

Verkehrsminister will Erleichterungen für Fahrschüler

Die E-Mobilität in Deutschland soll Fahrt aufnehmen. Der Verkehrsminister will Anreize dazu schon in Fahrschulen setzen. Bisherige Beschränkungen bei Führerscheinprüfungen sollen wegfallen. » mehr

Bahnhof

12.09.2019

Mehr Videoüberwachung und Gesichtserkennung an Bahnhöfen

Der tödliche Angriff auf ein Kind am Frankfurter Hauptbahnhof im Juli hat Schrecken ausgelöst. Die Politik versprach zu handeln. Nun gibt es konkrete Ankündigungen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall am Rohrer Berg bei Evakuierung des Meininger Stadtgebiets nach Bombenfund

Unfall Meiningen Rohrer Berg |
» 3 Bilder ansehen

Bombenblindgänger in Meiningen

Bombe in Meiningen |
» 70 Bilder ansehen

Narrenzug Bad Salzungen Bad Salzungen

Narren regieren Bad Salzungen | 11.11.2019 Bad Salzungen
» 31 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 07. 2019
17:43 Uhr



^