Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Polizei in Utrecht hat Hinweise auf Terrormotiv

Welche Motive hatte der Schütze von Utrecht? Zuletzt war über eine Beziehungstat spekuliert worden. Doch nun haben die Ermittler einen Brief gefunden. Rechtspopulist Wilders geht unterdessen die Regierung an - wohl auch mit Blick auf Wahlen an diesem Mittwoch.



Trauer nach den Schüssen
Nach den tödlichen Schüssen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Und in der Straßenbahn Nummer 60 herrscht ungewöhnliche Stille.   Foto: Peter Dejong » zu den Bildern

Nach den tödlichen Schüssen in einer Straßenbahn in Utrecht verdichten sich die Anzeichen auf einen terroristischen Hintergrund der Tat. Dafür spreche unter anderem ein im Fluchtwagen gefundener Brief, teilte die niederländische Polizei am Dienstag mit.

Auch die Art der Tatausführung deute in diese Richtung. Andere Motive würden aber nicht ausgeschlossen. Der 37 Jahre alte Verdächtige Gökmen T. war am Montagabend nach stundenlanger Fahndung festgenommen worden. Er soll zuvor zwei Männer und eine Frau in einer Straßenbahn erschossen und drei andere Menschen lebensgefährlich verletzt haben.

Die bisherigen Ermittlungen hätten keine Hinweise auf irgendeine Beziehung zwischen dem Hauptverdächtigen und den Opfern ergeben, teilte die Polizei mit. Zuvor war über eine Beziehungstat spekuliert worden. Außer dem Hauptverdächtigen hat die Polizei noch zwei andere Männer im Alter von 23 und 27 Jahren festgenommen. Nach Angaben eines Anwalts sind die beiden Brüder, aber nicht verwandt mit dem Hauptverdächtigen. Gökmen T. wurde in der Türkei geboren. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, er lasse den türkischen Geheimdienst Nachforschungen anstellen, um Klarheit über die Motive zu erhalten.

Das niederländische Parlament in Den Haag gedachte der Opfer am Dienstag mit einer Schweigeminute. «Utrecht liegt im Herzen unseres Landes», sagte Ministerpräsident Mark Rutte. «Die Niederlande sind ins Herz getroffen worden.» Die Folgen der Tat seien groß. Dennoch seien die Utrechter am Dienstagmorgen wieder in die Straßenbahnen eingestiegen und ganz normal zur Arbeit gefahren. Diese Routine sei die beste Antwort auf eine solche Tat. Sie zeige, «dass unsere Gesellschaft stärker ist als Hass und Gewalt». Am Nachmittag legten Rutte und Justizminister Ferdinand Grapperhaus in der Nähe des Tatorts in Utrecht im Namen der Regierung Blumen ab.

Rechtspopulist Geert Wilders forderte im Parlament den Rücktritt von Grapperhaus. Gökmen T. habe zahlreiche Vorstrafen und sei erst kürzlich freigelassen worden, was niemals hätte geschehen dürfen. «Sie sind dafür verantwortlich», sagte Wilders zu Grapperhaus. «Sie müssen zurücktreten! Abhauen!» Am Mittwoch werden in den Niederlanden Wahlen für die Provinzparlamente abgehalten.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 03. 2019
22:57 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundespolizei Deutsche Presseagentur Ermittler Festnahmen Geert Wilders Mark Rutte Motive Polizei Recep Tayyip Erdogan Rechtspopulisten Schüsse Straßenbahnen Twitter Wahlen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Schüsse in Utrecht

18.03.2019

Hauptverdächtiger nach Schüssen von Utrecht gefasst

Unvermittelt schießt ein Mann in einer Straßenbahn in Utrecht auf Fahrgäste. Drei Menschen kommen ums Leben, fünf werden verletzt. Es gibt Terroralarm. Der Täter wird am Abend gefasst. Das Motiv ist unklar. » mehr

Trauer nach den Morden in Utrecht

20.03.2019

Nach Schüssen von Utrecht: Polizei nimmt weiteren Mann fest

Drei Menschen sterben bei Schüssen in einer Straßenbahn in Utrecht. Jetzt gibt es eine weitere Festnahme, doch das Motiv ist weiterhin unklar. » mehr

Osman Kavala

19.02.2020

Nach Kavala-Freispruch in Türkei: Ermittlung gegen Richter

Neue Wendung im Kavala-Prozess: Nach den Freisprüchen werden nun die zuständigen Richter von anderen Juristen überprüft. Der freigesprochene Intellektuelle Kavala sitzt schon wieder in U-Haft - die Empörung ist groß. » mehr

Flughafen Frankfurt

18.01.2020

Aus Türkei abgeschobene Frau in Frankfurt festgenommen

Seit Wochen schiebt die Türkei Menschen mit angeblichen Verbindungen zu Terrororganisationen in ihre Heimatländer ab. Am Freitagabend landet eine mutmaßliche IS-Anhängerin mit drei Kindern in Frankfurt. Sie soll in Koble... » mehr

Frankfurter Flughafen

04.12.2019

IS-Rückkehrerin aus der Türkei in Deutschland eingetroffen

Sie soll die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt haben, am Dienstagabend traf eine 30 Jahre alte Frau mit vier Kindern in Deutschland ein. Bei der Ankunft am Frankfurter Flughafen wurde sie festgenommen. » mehr

Angela Merkel

Aktualisiert am 22.02.2020

EU-Gipfel endet ohne Haushaltsplan

Wenn 27 Staaten am Tisch sitzen, gehen die Interessen oft auseinander. Aber für ihren Haushalt braucht die Europäische Union Einstimmigkeit. Diesmal hat es noch nicht zum Kompromiss gereicht. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lkw in Graben A71 Rentwertshausen 27.02.20

Lkw in Graben A71 Rentwertshausen | 28.02.2020 Rentwertshausen
» 4 Bilder ansehen

Schneeunfall Schleusingen Schleusingen

Schneeunfall Schleusingen | 27.02.2020 Schleusingen
» 10 Bilder ansehen

Unfall auf der A73 zwischen Schleusingen und Eisfeld

Unfall zwischen Schleusingen und Eisfeld |
» 10 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 03. 2019
22:57 Uhr



^