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Polizei: New Yorker Attentäter war vom IS inspiriert

Hatte der Fahrer, der einen Kleinlaster in Manhattan als tödliche Waffe einsetzte, direkten Kontakt zu Terrornetzwerken? Notizen am Tatort lassen vermuten, dass er sich vom IS leiten ließ. Er muss sich wegen Unterstützung einer Terrororganisation verantworten.



Polizeiarbeit
Ein Polizist untersucht in New York den Tatort.   Foto: Mark Lennihan » zu den Bildern

Nach dem Anschlag in New York ist gegen den Verdächtigen ein Strafantrag wegen Unterstützung einer Terrororganisation gestellt worden. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

In Gerichtsunterlagen heißt es, der 29-Jährige sei von Videos der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat inspiriert worden. Vor etwa zwei Monaten habe er sich dazu entschieden, einen Truck dazu zu nutzen. Er habe dabei so viele Menschen töten wollen wie möglich, heißt es in den Unterlagen weiter.

Bei dem Attentat waren am Dienstagnachmittag (Ortszeit) acht Menschen ums Leben gekommen und elf weitere verletzt worden. «Er tat es im Namen des IS», sagte Vize-Polizeichef John Miller. Es scheine so, als habe der Täter «Anleitungen des IS fast auf den Punkt genau befolgt». Am Tatort seien auch auf Arabisch verfasste, handschriftliche Notizen gefunden worden. Kern dieser Botschaften sei gewesen, dass der Islamische Staat (IS) für immer fortleben werde.

US-Präsident Donald Trump hatte den IS bereits für die Tat verantwortlich gemacht und verschärfte Sicherheitsüberprüfungen angeordnet. Zudem will Trump die «Green-Card-Lotterie» abschaffen , die jährlich bis zu 50 000 Ausländer dauerhaften Aufenthalt mit Arbeitserlaubnis in den USA verschafft, darunter auch vielen Deutschen. Trump telefonierte mit New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio und Gouverneur Andrew Cuomo. Mit acht Toten war es der schwerste Anschlag in New York seit dem 11. September 2001.

Nach Polizeiangaben handelte der 29-jährige mutmaßliche Angreifer, den US-Medien unter Berufung auf Regierungsvertreter als Sayfullo S. identifizierten, alleine. Er stammt aus der muslimisch geprägten Ex-Sowjetrepublik Usbekistan und lebt seit 2010 legal in den USA, zuletzt im Bundesstaat New Jersey. Die autoritäre Führung Usbekistans sowie der Fahrdienstvermittler Uber, für den S. arbeitete, kündigten an, mit den Behörden zu kooperieren.

Der Angreifer war mit einem gemieteten Kleinlaster unweit des World Trade Center auf einen Radweg gefahren und hatte Fahrradfahrer und Fußgänger gerammt. Dann kollidierte er mit einem Schulbus, wurde von einem Polizisten angeschossen, festgenommen und verletzt in ein Krankenhaus gebracht. S. soll Berichten zufolge «Allahu Akbar», Arabisch für «Gott ist groß», gerufen haben, als er der Polizei gegenüberstand.

Die Polizei identifizierte zwei der Todesopfer als einen 23-Jährigen New Yorker und einen 32-Jährigen aus dem benachbarten New Jersey. Nach offiziellen Angaben aus den jeweiligen Ländern waren die weiteren Todesopfer fünf Freunde aus Argentinien, die das 30. Jubiläum ihres Fachhochschul-Abschlusses feierten, sowie eine Frau aus Belgien. Unter den elf Verletzten waren eine Deutsche sowie eine belgische Familie. Zwei Lehrer und zwei Schüler wurden verletzt, als der Kleinlaster vor einer High School mit ihrem Schulbus kollidierte. Neun Verletzte waren am Mittwoch noch im Krankenhaus.

Die New Yorker gedachten der Opfer am Ort der Attacke im Süden Manhattans mit Blumen sowie mit argentinischen und belgischen Fahnen. Auch am nahegelegenen Mahnmal für die Terroranschläge vom 11. September 2001 steckten an einem Baum Blumen, um der Opfer vom Dienstag zu gedenken. Der Fahrradweg, der an der Westseite Manhattans am Hudson River entlang führt , war immer noch weiträumig abgesperrt.

Die traditionelle Halloween-Parade am Dienstag, zu der mehr als eine Million Menschen kamen, fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen trotz des Attentats statt. Dasselbe ist auch für den New Yorker Marathon geplant. Am Sonntag würden rund 51 000 Läufer und 2,5 Millionen Zuschauer erwartet, teilten die Behörden mit.

Die Attacke weckt Erinnerungen an ähnliche Terrorangriffe mit Fahrzeugen. Darunter waren Attacken im Juni in London, im Juli 2016 in Nizza sowie im Dezember 2016 in Berlin, als der Tunesier Anis Amri einen gekaperten Lkw in einen Weihnachtsmarkt steuerte.

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dpa

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Veröffentlicht am:
01. 11. 2017
23:15 Uhr

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