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Politikerinnen und Politiker fordern mehr Gleichberechtigung

Zum Internationalen Frauentag wirbt unter anderem die Bundeskanzlerin für mehr Teilhabe von Frauen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Der UN-Generalsekretär nennt die «Ungleichheit der Geschlechter» die «überwältigende Ungerechtigkeit unserer Zeit».



Internationaler Frauentag - Großbritannien
Frauen bilden eine Menschenkette im Zentrum Londons.   Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa » zu den Bildern

Die Männer sollten sich nach Auffassung von Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Zeit für die Familie nehmen.

Zum heutigen Internationalen Frauentag sagte die CDU-Politikerin, «wir können die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben nur erreichen, wenn auch Männer sich stärker einbringen in die Familienarbeit, in die Sorgearbeit, in die Pflege und auch in die Erziehung der Kinder». Gleichstellung sei ein Thema für Frauen, aber eben auch für Männer, fügte sie in ihrem Video-Podcast hinzu. UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte: «Das 21. Jahrhundert muss das Jahrhundert der Gleichstellung von Frauen sein.»

Der Internationale Frauentag war auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals am 19. März 1911 in Deutschland und in Nachbarländern sowie den USA organisiert worden. Seit 1921 wird er jährlich am 8. März begangen. Die Vereinten Nationen riefen den Tag 1977 zum «Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden» aus. Der Weltfrauentag ist in mehr als zwei Dutzend Ländern ein gesetzlicher Feiertag, etwa in Angola, Georgien, Russland und Vietnam. In Deutschland ist der Frauentag nur im Land Berlin ein gesetzlicher Feiertag.

Merkel sagte in ihrem Video-Podcast, die Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern bleibe eine große Aufgabe. Es sei aber auch schon einiges erreicht worden, etwa bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie nannte etwa den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz und das Elterngeld.

Guterres schrieb in einem Gastbeitrag für die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung»: «Es ist an der Zeit, mit dem Versuch aufzuhören, Frauen zu verändern, und damit zu beginnen, die Systeme zu verändern, die sie daran hindern, ihr Potential zu entfalten.» Er beschrieb die «Ungleichheit der Geschlechter» als «die überwältigende Ungerechtigkeit unserer Zeit und die größte Herausforderung für die Menschenrechte». Frauen würden «täglich mit Sexismus und männlicher Besserwisserei konfrontiert und als Opfer dafür auch noch verantwortlich gemacht», beklagte der UN-Generalsekretär.

Familienministerin Franziska Giffey machte erneut Druck für die Einführung einer Frauenquote in Unternehmensvorständen. Sie appellierte im Redaktionsnetzwerk Deutschland an die Männer und Frauen in CDU und CSU, sich bei diesem Thema zu bewegen. Sie betonte, es gehe nicht nur um Teilhabe in der Politik oder in der Wirtschaft, sondern auch ums Geld. «Frauen verdienen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer und bekommen über 50 Prozent weniger Rente. Das kann so nicht bleiben.» In einem Gastbeitrag für die «Passauer Neue Presse» schrieb die SPD-Politikerin: «Frauen können alles. Das ist ein Fakt.» Es sei aber auch eine Forderung. «Ja, auch Männer können alles», führte sie aus. «Gleichstellung bedeutet nicht, sich gegenseitig das Wasser abzugraben. Im Gegenteil. Gleichstellung geht nur gemeinsam.»

Das Familienministerium hatte zuletzt einen Gesetzentwurf für eine Frauenquote in Vorständen großer börsennotierter Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern vorgelegt. Demnach soll der Vorstand solcher Firmen künftig mit wenigstens einer Frau besetzt sein, wenn er mehr als drei Mitglieder hat. Das gilt aber nur für Neubesetzungen. Die Union ist gegen das Vorhaben. Für Aufsichtsräte gibt es eine solche Quotenregelung schon.

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dpa

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Veröffentlicht am:
08. 03. 2020
14:20 Uhr

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08. 03. 2020
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