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Nordkorea meldet bedeutenden Test auf Satellitenstartgelände

Eigentlich war Nordkorea dabei, seine umstrittene Raketen- und Satellitenanlage in Sohae abzubauen. Nun scheint der Komplex wieder in Betrieb zu sein. Gesprächen mit den USA erteilt Pjöngjang eine Absage.



Nordkorea meldet Test
Auf einem Bildschirm in Südkoreas Hauptstadt Seoul laufen Archivbilder von Kim Jong Un.   Foto: Lee Jin-Man/AP/dpa

Nordkorea hat kurz nach einer Gesprächsabsage an die USA einen «sehr wichtigen» Test an seiner umstrittenen Satelliten-Startanlage Sohae vermeldet.

Der Test sei erfolgreich gewesen, berichteten die Staatsmedien am Sonntag, ohne weitere Details zu nennen. Ein Bericht über die Ergebnisse des Tests vom Samstag werde dem Zentralkomitee der Arbeiterpartei vorgelegt. Zuvor hatte die nordkoreanische UN-Vertretung in New York Gesprächen mit den USA über eine atomare Abrüstung eine Absage erteilt. US-Präsident Donald Trump warnte Nordkorea am Sonntag davor, seine Abrüstungszusagen zu brechen.

Mit Blick auf den nordkoreanischen Machthaber schrieb Trump auf Twitter: «Kim Jong Un ist zu schlau und hat viel zu viel zu verlieren, tatsächlich alles, falls er auf feindselige Weise handeln sollte.» Kim habe eine klare Vereinbarung zur Denuklearisierung bei ihrem gemeinsamen Gipfel in Singapur 2018 unterzeichnet. Er wolle sicher nicht seine besondere Beziehung zum US-Präsidenten aufs Spiel setzen oder sich in die anstehende US-Präsidentschaftswahl im November 2020 einmischen. «Nordkorea hat riesiges wirtschaftliches Potenzial, aber es muss wie versprochen denuklearisieren.»

Südkoreanische Medien sehen in dem nordkoreanischen Bericht über den Test ein weiteres Indiz dafür, dass die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel derzeit wieder steigen. Die Anlage in Sohae an der Westküste spielte in der Vergangenheit nach Angaben amerikanischer Experten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Interkontinentalraketen. Nordkorea hatte von dort aus unter anderem Raketen gestartet, die nach eigenen Angaben des Landes einen Satelliten ins All bringen sollten. Die Weltgemeinschaft war hingegen von verdeckten Tests mit Langstreckenraketen ausgegangen, die Atomwaffen tragen könnten.

Experten vermuten, dass Nordkorea nun auf dem Gelände einen Raketenantrieb getestet haben könnte. Die südkoreanischen Streitkräfte hätten keinen Hinweis darauf, dass etwas in die Luft abgefeuert wurde, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. «Wir können annehmen, dass es ein statischer Triebwerkstest ist», schrieb der Nordkorea-Experte Ankit Panda auf Twitter. Nordkorea habe schon zuvor Tests und Experimente mit statischen Triebwerksaufbauten durchgeführt.

Der Bericht aus Nordkorea passt in eine Reihe von beunruhigenden Zeichen. Die kommunistische Führung in Pjöngjang drohte mit einem «neuen Weg», sollten die USA bis Jahresende keine neuen Vorschläge für eine Verhandlungslösung vorlegen. Nichts deutete zuletzt jedoch darauf hin, dass beide Seiten zu Zugeständnissen bereit sind. In Südkorea wird daher befürchtet, dass das abgeschottete Nachbarland seinen selbst auferlegten Teststopp für Atombomben und militärische Langstreckenraketen in naher Zukunft aufheben könnte.

Trumps Nationaler Sicherheitsberater, Robert O'Brien, warnte Pjöngjang davor, einen «Fehler» zu begehen. Die USA erwarteten, dass sich Kim an seine Zusagen von Singapur halte, sagte er dem Fernsehsender CBS. Falls Nordkorea jedoch einen anderen Weg einschlagen wolle, hätten die USA «viele Werkzeuge in ihrem Werkzeugkasten», um darauf zu reagieren, drohte er. Zugleich betonte er, die USA wollten eine friedliche Lösung.

In einer Stellungnahme der UN-Vertretung Pjöngjangs in New York hieß es am Samstag, man müsse nun nicht «längliche Gespräche» mit den USA führen, und eine Denuklearisierung sei vom Tisch. Den USA wurde vorgeworfen, die Atomgespräche nur für innenpolitische Zwecke zu nutzen.

Nordkorea hatte seit dem gescheiterten Gipfel zwischen Kim und Trump im Februar in Vietnam schon mehrfach wieder Tests von Lenkwaffen und Kurzstreckenraketen durchgeführt. Doch die USA reagierten darauf eher gelassen. Trump setzte darauf, dass «sein Freund» Kim Jong Un die Absprachen zur Denuklearisierung einhalten wird. Kim hatte in Singapur jedoch keine konkreten Angaben gemacht, bis wann Nordkorea abrüsten will. Washington will auf der anderen Seite die Sanktionen gegen Pjöngjang aufrechterhalten, solange die Risiken durch das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm bestehen bleiben.

Dabei hatte es nach dem Singapur-Gipfel zunächst hoffnungsvolle Zeichen der Entspannung gegeben. Nach Angaben amerikanischer Experten hatte Nordkorea unter anderem mit dem Abbau wichtiger Teile der Raketen-Startanlage in Sohae begonnen. In diesem Jahr sorgten jedoch neue Expertenberichte für Schlagzeilen, wonach Nordkorea offenbar den Komplex in raschem Tempo wieder aufbaut.

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dpa

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Veröffentlicht am:
08. 12. 2019
18:11 Uhr

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08. 12. 2019
18:11 Uhr



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