Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagtCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

Nach Zyklon: Helfer warnen in Mosambik vor Krankheiten

Babys sterben im Krankenhaus, weil der Strom ausfällt. Es drohen schwere Epidemien. Das berichten Helfer aus dem Katastrophengebiet in Mosambik. Jetzt will auch das US-Militär helfen.



Überlebende
Ein Boot mit etwa 100 Menschen, die aus der überfluteten Region Buzi gerettet wurden, legt an einem Strand an.   Foto: Kate Bartlett » zu den Bildern

Es kommt täglich mehr Hilfe nach Mosambik, aber auch das Ausmaß der humanitären Katastrophe wird immer deutlicher.

In den überschwemmten Gebieten im Zentrum des Landes im südlichen Afrika steigt Helfern zufolge die Angst vor dem Ausbruch schwerer Durchfallerkrankungen wie Cholera und Typhus. Um die vom Zyklon «Idai» verursachte Notlage zu bewältigen, wird nun auch das US-Militär die Helfer in Mosambik unterstützen. Zudem kündigten am Montag Organisationen wie die Welthungerhilfe, das Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen einen weiteren Ausbau ihrer Hilfseinsätze an.

Die US-Streitkräfte stellten auf Anfrage der US-Entwicklungsbehörde (USAID) und in Absprache mit Mosambik Hilfe bereit, teilte das US-Oberkommando für Afrika (Africom) mit. Während die genauen Bedürfnisse noch bewertet würden, bringe das Militär bereits Einsatzmittel - vermutlich zunächst Schiffe und Hubschrauber - in Stellung. Die USA seien «bereit, dabei zu helfen, Leben zu retten und die Not mit zeitnaher und bedeutender Unterstützung» zu lindern.

Der Einsatz des US-Militärs mit seinen immensen Ressourcen könnte den Hilfseinsatz deutlich beschleunigen. Bislang beteiligten sich daran neben örtlichen Kräften das indische Militär mit drei Schiffen sowie die südafrikanischen Streitkräfte mit mehreren Hubschraubern.

Am 15. März hatte der schwere Tropensturm weite Teile von Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet und mit heftigen Regenfällen vor allem in Mosambik weite Landstriche unter Wasser gesetzt. Rund 700 Menschen sind nach Regierungsangaben ums Leben gekommen - die tatsächliche Zahl dürfte Helfern zufolge jedoch deutlich höher liegen. Hilfsorganisationen sprechen von einer großen humanitären Krise. Nach UN-Schätzungen sind rund drei Millionen Menschen betroffen. Allein in Mosambik sollen rund 500 000 Menschen obdachlos geworden sein.

«Das gesamte Ausmaß der Zerstörung wird tatsächlich erst nach und nach sichtbar», erklärte Jennifer Bose von der Hilfsorganisation Care in Beira. Care hilft den Menschen demnach unter anderem mit Zelten, Seife und Tabletten zur Reinigung von Trinkwasser. «Viele Menschen sind extrem erschöpft. Sie warten schon seit Tagen auf Hilfsgüter.»

Viele Orte in Mosambik sind wegen der Überschwemmungen nach wie vor nur per Boot oder aus der Luft erreichbar. In der Großstadt Beira gab es weiterhin keinen Strom. Ein Notfallteam des Roten Kreuzes kam am Montag in Beira an und sollte sauberes Wasser für bis zu 20 000 Menschen produzieren. Zwei Feldlazarette sollten in Kürze folgen. Nun seien Geschwindigkeit und Qualität der Hilfe entscheidend, «um das Risiko von Ausbrüchen von Krankheiten wie Cholera zu vermeiden, die über Wasser übertragen werden», sagte der Generalsekretär der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Elhadj As Sy.

Im Auswärtigen Amt in Berlin hieß es am Montag, es gebe infolge des Zyklons bislang keine bekannten Notfallmeldungen Deutscher.

Helfer machten sich unterdessen Sorgen über die Tausenden Kinder, die wegen des Sturms ihre Eltern verloren haben oder von ihren Familien getrennt wurden. «Wir müssen jetzt sehr schnell handeln, damit diese Kinder nicht in die Hände von Menschenhändlern fallen oder Opfer von sexueller Gewalt oder Frühverheiratung werden», teilte Claire Rogers, die Chefin von World Vision Australien, in Beira mit. Die Not sei groß. Babys, die im Krankenhaus in Beira behandelt wurden, starben, als der Strom für ihre Pflege ausging, wie Rogers schilderte. Das Krankenhaus wird mit Hilfe von Generatoren mit Strom versorgt.

In Mosambiks Nachbarland Simbabwe stieg die Zahl der Todesopfer infolge des Sturms laut Regierung inzwischen auf 259. Allerdings gab die Regierung eine Entwarnung: Ein Staudamm im Bezirk Chimanimani, der zu brechen drohte, wurde nun für sicher erklärt. Zuvor hatten die Behörden Tausende Menschen stromabwärts zur Evakuierung aufgefordert.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 03. 2019
19:42 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auswärtiges Amt Cholera Epidemien Gefahren Katastrophengebiete Rotes Kreuz Säuglinge und Kleinkinder Technisches Hilfswerk UNICEF US-Militär Welthungerhilfe Zyklone Ärzte ohne Grenzen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Shami-Krankenhaus

18.03.2020

Coronavirus: Warnung vor möglichem «Massensterben» in Syrien

Im verheehrenden Bürgerkrieg in Syrien sind auch systematisch Krankenhäuser und Kliniken Ziel der Bomben geworden. Das könnte jetzt dramatische Folgen für die Menschen haben, denn Hilfe gegen den Coronavirus gibt es nich... » mehr

Unterernährung im Jemen

13.07.2020

UN-Bericht: Unterernährung ist gefährlich auf dem Vormarsch

Eigentlich wollte die Welt den Hunger im Jahr 2030 besiegt haben. Doch nun steigt die Zahl der Unterernährten nach einem UN-Bericht seit Jahren - auf jetzt 690 Millionen. 2020 verschärfen die Corona-Krise und eine Heusch... » mehr

Christoph Heusgen

09.07.2020

Sicherheitsrat bei Syrien-Hilfe blockiert

Seit 2014 bekommen Notleidende in Syrien humanitäre Hilfe von den UN - nun steht die Unterstützung mitten in der Corona-Pandemie auf der Kippe. Bis Freitag muss der UN-Sicherheitsrat eine Lösung finden. » mehr

Wirbelsturm «Idai» in Mosambik

24.03.2019

Not nach Zyklon in Afrika überwältigend

Jeden Tag kommen neue Hiobsbotschaften aus dem Katastrophengebiet. Hunderte Tote gibt es, hunderttausende Bedürftige. Kleine Kinder irren allein herum. Das deutsche THW hilft jetzt mit Trinkwasser. » mehr

Zyklon in Mosambik

19.03.2019

Überschwemmungen in Mosambik - «Binnenmeere» entstanden

Das Ausmaß der Katastrophe in Mosambik ist immer noch nicht absehbar. Experten warnen angesichts steigender Flusspegel, dass sich die Lage weiter zuspitzt. Hilfsorganisationen wollen ihre Einsätze ausweiten. » mehr

Coronavirus auf Kreuzfahrtschiff

06.02.2020

Coronavirus: Frau von Infiziertem in Deutschland angesteckt

Mehr als 28.000 Menschen sind in China schon mit dem Coronavirus infiziert. Am Abend gab es widersprüchliche Angaben zu einem Arzt, der früh vor dem Virus gewarnt hatte. Die Bundesregierung will weitere Deutsche aus Chin... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Brand Muellverbrennung

Brand Müllverbrennung Zella-Mehlis | 02.08.2020 Zella-Mehlis
» 25 Bilder ansehen

Waldbrand Lauscha

Waldbrand Lauscha | 02.08.2020 Lauscha
» 7 Bilder ansehen

Großeinsatz im Schwimmbad Lauscha

Chlor im Schwimmbad Lauscha ausgetretten |
» 21 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 03. 2019
19:42 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.