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Museumsbund zu Sicherheit: «Wir sind kein Banksafe»

Der Einbruch im Grünen Gewölbe verstärkt die Sorgen von Museumsexperten nicht nur in Dresden. Hinzu kommt: die Täter gehen mit zunehmender Gewalt vor.



Einbruch Grünes Gewölbe Dresden
Zwei Mitarbeiter der Spurensicherung stehen vor dem Residenzschloss mit dem Grünen Gewölbe hinter einem Absperrband.   Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Die Museen in Deutschland stecken im Zwiespalt zwischen Sicherung der Objekte und Zugang für die Öffentlichkeit.

«Museen sind öffentliche Institutionen, wir wollen öffentliche Häuser sein, die natürlich Besucherinnen und Besucher ansprechen möchten», sagte der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Wir sind eben kein Banksafe. Und das bringt ein gewisses Risiko mit sich.»

Bei der Sicherung der Bestände spiele bauliche Sicherheit eine große Rolle, sagte Köhne, der auch Direktor des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe ist. Dabei arbeiteten die Museumsträger jeweils zusammen mit Bauämtern, Baubehörden und zuständigen Stellen. «Da ist es schon so wie bei einem Eigenheim, dass man natürlich auch nicht alle zwei Jahre ein Update machen kann.»

Viele Sicherheitssysteme funktionieren aus Sicht des Museumsexperten. «In Dresden ist der Einbruch ja sofort bemerkt worden, ist auf Video aufgezeichnet worden. Die Sicherheitsmaßnahmen haben also schon gegriffen. Es ist nicht unbemerkt geblieben, was es auch gibt», sagte Köhne mit Blick auf den Einbruch im Grünen Gewölbe. «Wenn genug Brutalität und kriminelle Energie vorhanden sind, kommt es eben zu solchen Fällen.»

Auf Verbandsebene wurde bereits reagiert. «Der Museumsbund hat einen neuen Arbeitskreis Gebäudemanagement und Sicherheit gegründet im letzten Jahr. Insofern haben wir da ein Forum geschaffen, um sich auszutauschen. Aber hundertprozentige Sicherheit ist einfach nicht zu kriegen.»

Überprüfungen der Sicherheitssysteme seien üblich, «umso mehr, wenn so etwas vorgefallen ist». Es kommt auch zu Wiederholungseinbrüchen. «Man ist einfach gehalten, die Abläufe immer wieder zu überprüfen und zu schauen, dass zumindest die Mittel und Möglichkeiten, die man hat, auch funktionieren und vor allem die Kommunikation funktioniert.»

Laut Köhne gibt es «eine spezielle Art von Kriminalität mittlerweile, die einem wirklich Sorgen macht». Es sei üblich, dass das Sicherungspersonal nicht selbst eingreift. «Die Täter gehen manchmal auch mit großer Brutalität vor.» Das Gewaltpotenzial sei da sehr hoch «und die Wachleute sind ja keine ausgebildeten Einzelkämpfer». Da gehe es darum, möglichst schnell die Polizei zu holen. «Es ist sicherlich nicht so, dass man da Menschen braucht, die Helden spielen. Menschenleben muss man definitiv schützen.»

Der Verbandschef verwies auf spektakuläre Fälle in jüngster Zeit. «Es scheint so zu sein, dass Juwelen im Moment stark bedroht sind. Es gab jetzt einige Fälle, wo tatsächlich Juwelen entwendet worden sind.» Das mache Sorgen, weil es auch eine neue Art der Kriminalität sei. «Da sind ja keine Trickdiebe unterwegs, sondern da wird mit roher Gewalt vorgegangen. Das ist eine Qualität, der man begegnen muss.»

Der Deutsche Museumsbund vertritt die Museen und ihre Mitarbeiter. Der Verband will Menschen, Institutionen und Themen rund ums Museum zusammenbringen. Damit soll qualitätsvolle Museumsarbeit und Austausch zwischen Museumsfachleuten gefördert werden.

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dpa

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Veröffentlicht am:
26. 11. 2019
11:37 Uhr

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26. 11. 2019
11:37 Uhr



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