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Müller schließt in Tunesien Ausbildungsvereinbarungen

In Nordafrika setzt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf die Ausbildung der überwiegend arbeitslosen Jugend. Dies ist auch ein Beitrag gegen illegale Migration über das Mittelmeer. Tunesien ist ein Modell für Reformen.



Entwicklungsminister Gerd Müller
Will in Tunesien die berufliche Ausbildung in deutschen Betrieben voranbringen: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller.   Foto: Kay Nietfeld

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will in dem von Jugendarbeitslosigkeit geplagten Tunesien die berufliche Ausbildung in deutschen Betrieben voranbringen.

Dies sei ein Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des nordafrikanischen Landes, biete aber auch Chancen für die Betriebe und Deutschland, wie Müller in Berlin vor seiner Abreise am Mittwoch erklärte. Geplant ist die Unterzeichnung von Kooperationsabkommen mit sieben Unternehmen.

«Tunesien ist Reformpartnerland. In einer besonderen Partnerschaft wollen wir dort die demokratischen Strukturen unterstützen: good governance (gute Regierungsführung), aber dann auch den wirtschaftlichen Fortschritt stabilisieren», sagte Müller. «In den letzten Jahren gab es dort ermutigende Zeichen.» So hätten sich 270 deutsche Unternehmen dort engagiert und 60.000 Arbeitsplätze in Tunesien geschaffen.

«Diese Länder haben ein sehr junges Durchschnittsalter. Millionen von Jugendlichen, die keine Perspektive, die keine Arbeit haben und der Schlüssel dazu ist Ausbildung. In unserem Sinne zum Handwerker, nicht zum Universitätsabsolventen», sagte Müller. Er nannte die Bereiche Energie, Strom, Elektrik und Bau als Kooperationspartner.

Er sehe die berufliche Ausbildung zum Handwerker in Tunesien und später in Marokko auch als eine Brücke. «Wir könnten fünf Jahre weiter in einer Situation sein, wo wir über die Brücke tunesische Fachkräfte in Deutschland beschäftigen können, die dann aber nach einem festen Zeitpunkt, ich denke an fünf Jahre - Rotationsprinzip - zurückgehen und eigene Betriebe im eigenen Land aufbauen», sagte Müller.

Wenn die Jugend zu Hause Arbeit habe, kämen die Menschen nicht als Migranten über das Meer nach Europa. «Das Thema wird uns die nächsten 50 Jahre beschäftigen. Wenn ich allein an Ägypten denke. 25 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Von den 25 Millionen haben zwei Drittel keinen festen Arbeitsplatz und keine entsprechende Ausbildung», sagte Müller. Europa sei sozusagen in Sichtweite. «Deshalb tun wir gut daran, in diese Länder zu gehen, unser Wissen und unsere Technologie einzubringen und in Ausbildung zu investieren.»

Tunesien gilt als Hoffnungsland, weil es als einziges Land der Region nach dem sogenannten «Arabischen Frühling» den Wandel zu einer funktionierenden Demokratie geschafft hat. Allerdings leidet das kleine nordafrikanische Land unter einer hohen Jugendarbeitslosigkeit und kämpft weiterhin mit wirtschaftlichen Problemen. Immer mehr junge Tunesier versuchen, illegal nach Europa zu gelangen.

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dpa

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10. 10. 2018
08:45 Uhr

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dpa

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10. 10. 2018
08:45 Uhr



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