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Motiv nach tödlicher Attacke in kalifornischer Bar unklar

Ein Ex-Soldat richtet in einer Bar in Kalifornien ein Blutbad an. 13 Menschen sterben. Unter den Opfern sind einem Bericht zufolge auch Überlebende des Massakers von Las Vegas vor gut einem Jahr.



Trauer in Thousand Oaks
Trauernde werden in das Thousand Oaks Teen Center geführt, wo sich Familien nach der tödlichen Attacke versammelt haben.   Foto: Richard Vogel/AP

Nach den Schüssen in einer Tanzbar in Kalifornien mit 13 Toten rätseln die Ermittler weiter über das Motiv des Schützen. Der 28-jährige Ian David Long sei als Soldat der US-Marines bis 2011 mehrere Monate in Afghanistan stationiert gewesen, teilten die Behörden mit.

Zuletzt hatte er bei seiner Mutter im kalifornischen Newbury Park gelebt. Von dort waren es nur wenige Kilometer zum «Borderline Bar & Grill» in Thousand Oaks nordwestlich von Los Angeles, wo Long den Ermittlungen zufolge in der Nacht zum Donnerstag ein Blutbad anrichtete.

Rund ein Jahr nach dem Massaker bei einem Country-Musikfestival von Las Vegas war es wieder ein Angriff auf eine Einrichtung mit Country-Musik. Viele Überlebende von Las Vegas waren US-Medienberichten zufolge oft in den «Borderline Bar & Grill» gekommen, um Gemeinsamkeit und Trost zu suchen.

Unter den Todesopfern ist nach Recherchen der «New York Times» auch ein Mann, der das Massaker in Las Vegas überlebt hatte. «Er wurde gestern Abend im "Borderline" getötet», sagte die Mutter des Opfers der Zeitung. «Er hat es durch Las Vegas geschafft, er kam nach Hause. Und gestern Abend ist er nicht nach Hause gekommen.»

Im Oktober 2017 hatte ein Mann von seinem Hotelzimmer aus das Feuer auf die Gäste eines Country-Festivals eröffnet. 58 Menschen starben, mehr als 850 wurden verletzt. Es war der schlimmste Massenmord in der US-Kriminalgeschichte.

Auch Nicholas Champion hatte das Blutbad von Las Vegas überlebt, wie die «New York Times» schrieb. Als er am Mittwoch im «Borderline» feierte, hatte er wieder Glück - der Fitness-Trainer kam erneut mit dem Leben davon. Wie er hätten sich Dutzende andere Überlebende von Las Vegas zum Zeitpunkt der Schüsse am Abend in dem beliebten Lokal von Thousand Oaks befunden, sagt Champion.

Auch US-Schauspieler Ashton Kutcher kannte das Lokal gut. Seine Frau Mila Kunis habe für ihn «dieses Jahr eine Geburtstagsparty im "Borderline" geschmissen. Der einzige Grund, warum wir leben, ist, dass der Schütze eine andere Nacht gewählt hat», schrieb Kutcher auf Twitter. In zahlreichen Tweets forderte er Waffenreformen in den USA.

Mit einer Glock-Pistole zielte der Schütze im «Borderline Bar & Grill» auf seine Opfer - überwiegend College-Studenten, die dort einen Tanzabend mit Country-Musik feierten. Am Ende waren 13 Menschen tot: elf Gäste, ein Polizist, der zur Hilfe eilte, und der Schütze. Die Polizei geht davon aus, dass sich der Ex-Soldat selbst erschoss.

Ein verwackeltes Video, auf dem Schreie und viele Schüsse zu hören sind, zeigte das Grauen der Tatnacht. Junge Augenzeugen beschrieben dramatische Szenen, wie sie um ihr Leben rannten und durch Fenster und Hinterausgänge entkamen.

Völlig aufgelöst trat Jason Coffman vor Reporter, nachdem er erfahren hatte, dass sein 22 Jahre alter Sohn Cody unter den Toten ist. Auch die 18-jährige Studentin Alaina Housley, Nichte der Schauspielerin Tamera Mowry und des TV-Reporters Adam Housley, starb im Kugelhagel.

Der Schütze soll die Bar selbst häufiger besucht haben. Über ein mögliches Motiv für die Bluttat machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Die Spurensuche in der Bar, im Fahrzeug und im Elternhaus des Mannes könne Tage dauern, sagte FBI-Mitarbeiter Paul Delacourt. Die Bundespolizei unterstützt die Ermittlungen der lokalen Behörden. Es gebe keine Hinweise auf Mittäter, hieß es.

Mehrere Jahre - bis 2013 - habe der Schütze in der Marineinfanterie gedient, darunter auch mehrere Monate in Afghanistan, teilten die Behörden mit. Der Kommandant des Marine Corps, Robert Neller, bezeichnete das Blutbad in einem Tweet als «verabscheuenswürdige» Tat. Dies sei ein «tragischer und sinnloser» Gewaltakt gewesen.

Möglicherweise habe Long unter posttraumatischer Belastungsstörung gelitten, sagte Sheriff Geoff Dean vom Bezirk Ventura County. Der Mann sei den Behörden zuvor mehrere Male aufgefallen. Der Sheriff sprach von geringfügigen Vorfällen, etwa im Straßenverkehr. Zuletzt seien Beamte im April wegen eines häuslichen Vorfalls zu seinem Elternhaus gerufen worden.

Longs psychischer Zustand sei überprüft worden, eine Einweisung sei aber nicht für nötig befunden worden. Ein Nachbar sagte US-Medien, dass die Mutter des Schützen ihren Sohn dazu aufgefordert habe, Hilfe für Veteranen zu suchen - doch der 28-Jährige habe dies abgelehnt.

Die demokratische Senatorin des Bundesstaats Kalifornien, Dianne Feinstein, verurteilte den leichten Zugang zu Waffen in den USA. Dies sei genau der richtige Zeitpunkt, um über strengere Waffengesetze für mehr Sicherheit zu sprechen. Doch es fehle der Wille der Republikaner, etwas umzusetzen, kritisierte die Demokraten-Politikerin.

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dpa

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Veröffentlicht am:
09. 11. 2018
14:50 Uhr

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