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Brennpunkte

Morrison lässt 3000 Reservisten gegen Buschfeuer kämpfen

Das Inferno scheint kein Ende zu nehmen: Brutale Hitze und Wind machen die Brandbekämpfung in Australien noch schwieriger. Die Regierung ruft nun die Armee zur Hilfe.



Buschbrände
Kampf gegen die Flammen: Ein Mitarbeiter der Forest Corporation in der Nähe von Moruya.   Foto: Rick Rycroft/AP/dpa » zu den Bildern

Extreme Hitze und starker Wind erschweren den lebensgefährlichen Kampf gegen die verheerenden Buschbrände in Australien. Westlich der Millionenmetropole Sydney wurden 48,9 Grad erreicht, in der Hauptstadt Canberra 44 Grad, wie der Wetterdienst am Samstag mitteilte.

Böen von bis zu 80 Stundenkilometern fachten die Flammen an. Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe mobilisierte der in der Kritik stehende Premier Scott Morrison 3000 Reservisten der Streitkräfte, um die Feuerwehr zu unterstützen. Die Zahl der Toten stieg inzwischen auf 23, mehrere Menschen werden außerdem vermisst.

Es sei der erste Pflichteinsatz für Reservisten in der Geschichte des Landes, sagte Verteidigungsministerin Linda Reynolds. Australien erlebt nach Angaben der Behörden zudem die größte Evakuierungsaktion in Friedenszeiten: Zehntausende Menschen mussten allein im Südosten des Kontinentalstaates ihre Häuser auf der Flucht vor den Flammen verlassen.

Im Bundesstaat New South Wales (NSW), dessen Hauptstadt Sydney ist, wüten rund 150 Feuer, im Bundesstaat Victoria (Hauptstadt Melbourne) sind es etwa 50. Einwohner posteten Fotos, auf denen zu sehen ist, wie dichte Rauchwolken den Sommer-Himmel am frühen Nachmittag verdunkeln. Zudem waren vielerorts Telefonleitungen gestört, Strom und Internet fielen aus. «Wir blicken auf eine lange Nacht, das Schlimmste steht uns noch bevor», sagte NSW-Regierungschefin Gladys Berejiklian. In beiden Bundesstaaten wurde der Notstand verhängt.

Im Victoria-Küstenort Mallacoota setzte die Marine die Bergung von Urlaubern und Bewohnern fort, die sich vor den Feuersbrünsten an den Strand gerettet hatten. Die bislang letzten Todesopfer waren auf der auch bei Touristen beliebten Kangaroo Island (Känguru-Insel) im Bundesstaat South Australia zu beklagen, wie der örtliche Regierungschef Steven Marshall mitteilte. Dort sei ein seit dem 20. Dezember brennendes Feuer gefährlich eskaliert. Auf Australiens drittgrößter Insel sei bereits eine 150 000 Hektar große Fläche verbrannt. Auch ein Besucherzentrum wurde ein Raub der Flammen.

Premierminister Morrison kündigte an, dass rund 20 Millionen australische Dollar (rund 12,45 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt werden sollen, um zusätzlich vier Löschflugzeuge zu leasen. Der 51-Jährige gilt als Kohle-Förderer. Er sieht die Brände als Naturkatastrophe und lehnt es ab, seine Klimapolitik deswegen zu ändern. Er wurde dafür kritisiert, dass er während der Krise nach Hawaii fuhr und musste seinen Urlaub abbrechen. Bei einem Besuch in einem Feuergebiet, in Cobargo, war er beschimpft worden.

Die Buschfeuer auf dem Kontinent wüten bereits seit Oktober. Mehr als fünf Millionen Hektar Land sind abgebrannt, das entspricht ungefähr der anderthalbfachen Fläche Belgiens. Wissenschaftler schätzen, dass Hunderte Millionen Tiere umkamen.

Forscher der Universität Sydney berechneten mit Hilfe von älteren Zahlen der Umweltstiftung WWF zum Thema Landrodung, welche Folgen die Brände allein für den Bundesstaat New South Wales haben könnten. 480 Millionen Säugetiere, Reptilien und Vögel könnten dadurch verendet sein. Nach Angaben der Uni ist das noch konservativ geschätzt, wahrscheinlich seien es viel mehr. Schon im November berichteten Experten im Parlament von New South Wales, dass mindestens 2000 Koalas bei den Feuern getötet worden seien.

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 01. 2020
13:26 Uhr

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04. 01. 2020
13:26 Uhr



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