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Mordserie auf Zypern: Siebte Leiche gefunden

Taucher haben in einem See auf Zypern das siebte Opfer eines Serienmörders geborgen. Das Mädchen war erst sechs. Hilfskräfte, Polizei und Bevölkerung sind schockiert von den Taten.



Einsatz vor Ort
Nach fast zweimonatiger Suche nach den Opfern eines Serienmörders auf Zypern sind wohl alle Leichen gefunden worden. Foto: Philippos Christou/AP   Foto: dpa » zu den Bildern

Das siebte Opfer eines Serienmörders ist auf Zypern tot entdeckt worden - das kleine Mädchen war erst sechs Jahre alt. Die Polizei vermutet, dass es das letzte Opfer ist. Sieben Taten hat ein 35-jähriger Hauptmann der zyprischen Nationalgarde bei der Polizei gestanden.

Fast zwei Monate dauerte die Suche nach Leichen. Taucher entdeckten am Mittwoch in einem Baggersee die Überreste der Sechsjährigen. Sie war dort in einem mit Beton beschwerten Koffer versenkt worden. «Zünde eine Kerze an», funkte am Mittwochmittag plötzlich der Taucher an seinen Kollegen am Ufer des Baggersees. «Mache ich - aber warum?» - «Für das Kind. Ich halte es in meinen Armen, Eduard. Ich halte es im Arm, sage ich dir.» Der berührende Dialog der Tauchexperten, die seit Woche nach der letzten vermissten Leiche suchten und das Mädchen nun fanden, trifft viel Zyprer zutiefst. Die Mordserie ist für die Mittelmeerinsel beispiellos.

Seit 2016 soll der mutmaßliche Täter unentdeckt gemordet haben - und das sei auch der Untätigkeit der zyprischen Behörden geschuldet, kritisieren viele. Bei den Opfern handelt es sich um fünf Haushaltshilfen aus Asien und Rumänien, von denen zwei jeweils eine Tochter im Alter von sechs und acht Jahren hatten.

Die Vorwürfe an die Behörden lauten, sie hätten frühzeitige Vermisstenmeldungen ignoriert, weil es sich bei den Ausländerinnen um «Menschen zweiter Klasse» gehandelt habe. Wegen des Falls trat der zyprische Justizminister im Mai zurück, der Polizeichef wurde gefeuert.

Am 14. April waren Touristen in einer verlassenen Erzgrube auf die erste Leiche gestoßen, erst dann nahm der Fall an Fahrt auf. Nur fünf Tage später wurde der 35-jährige mutmaßliche Täter festgenommen - die Beamten waren ihm auf die Spur gekommen, weil er über das Internet Kontakt zum ersten gefundenen Opfer und auch zu weiteren vermissten Frauen gehabt hatte. Anschließend wurden weitere Leichen in zwei Baggerseen gefunden.

Die Suche gestaltete sich schwierig, die Seen sind mit Chemikalien verseucht, die Sicht beträgt nicht einmal einen halben Meter. Dass die Taucher nun fündig wurden, sorgt deshalb auch für Erleichterung - es besteht die Hoffnung, schreiben die zyprischen Medien, dass das Grauen ein Ende hat.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
13. 06. 2019
11:43 Uhr

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dpa

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13. 06. 2019
11:43 Uhr



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