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Brennpunkte

Millionen Menschen arbeiten in Vollzeit zum Niedriglohn

Niedriglohn für einen vollen Job - fast jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte in Deutschland ist davon betroffen. Die Linke und der Sozialverband VdK schlagen Alarm.



Niedriglohn-Job
Nach amtlichen Zahlen arbeitet rund jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Niedriglohn-Bereich.   Foto: Jens Büttner/Symbolbild

4,2 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland in Vollzeit zu einem Niedriglohn. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Demnach lagen fast 20 Prozent der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten im vergangenen Jahr unter der bundesweiten Schwelle für den Niedriglohn von monatlich 2139 Euro brutto. Im Osten waren das im vergangenen Jahr 33,6 Prozent, im Westen 16,7 Prozent.

Die «Bild» hatte zuerst darüber berichtet. Die Zeitung weist zum Vergleich darauf hin, dass eine Hartz-IV-Familie mit zwei Kindern im Schnitt laut Bundesagentur für Arbeit über ein Haushaltsbudget von 2144 Euro verfügt. Allerdings sind darin Leistungen für die Kinder mit eingerechnet, die auch Niedriglohn-Beziehern zustehen und zu ihrem Einkommen hinzukämen.

Dies berge weiterhin «gewaltigen sozialen und politischen Sprengstoff», sagte die Linken-Abgeordnete Susanne Ferschl dem Blatt. «Die Erfolgsmeldungen am Arbeitsmarkt verkehren sich bei genauerer Betrachtung in ihr Gegenteil. Wenn jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte zum Niedriglohn schuftet, dann muss die Politik handeln.»

Auch der Sozialverband VdK Deutschland zeigte sich entsetzt über die Zahlen. «Es darf nicht sein, dass immer mehr Menschen trotz Arbeit arm sind und nicht in gesicherten Verhältnissen leben können», erklärte dessen Präsidentin Verena Bentele. «Wir brauchen wieder gute und fair bezahlte Arbeit für alle. Dazu gehört, dass der Mindestlohn auf über 12 Euro die Stunde angehoben wird, damit Arbeitnehmer im Alter nicht in Armut rutschen.» Leiharbeit und Minijobs müssten zurückgedrängt werden.

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dpa

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Veröffentlicht am:
30. 11. 2018
15:49 Uhr

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30. 11. 2018
15:49 Uhr



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