Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

Brennpunkte

Merkels Japan-Reise: Krisen, Handel und Werte im Mittelpunkt

Zwei Tage lang nimmt sich Kanzlerin Merkel für den ersten bilateralen Japanbesuch seit 2015 Zeit. Es geht um die Wirtschaft - und um Partnerschaft in einer sich verändernden Welt.



Merkel und Abe
Am Montag steht für Kanzlerin Angela Merkel zunächst ein Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe auf dem Programm.   Foto: Olivier Matthys/AP POOL/Archiv

Mit einem zweitägigen Besuch in Japan will Kanzlerin Angela Merkel an diesem Montag und Dienstag ein Signal für multilaterale Krisenlösungen und freien Welthandel senden.

In der Hauptstadt Tokio ist nach der Ankunft am Montag ein Gespräch mit Ministerpräsident Shinzo Abe geplant. Dabei dürften auch aktuelle Themen wie die Aufkündigung des INF-Vertrags zum Verzicht auf atomar bewaffnete Mittelstreckenwaffen zwischen den USA und Russland sowie die Lage in Venezuela zur Sprache kommen. Die Kanzlerin war zuletzt 2015 zu einem bilateralen Besuch in Japan.

Deutsche Regierungskreise betonen, angesichts der schwieriger gewordenen weltpolitischen Rahmenbedingungen mit Konflikten zwischen den USA, China und Russland solle von dem Besuch das Signal einer engen Partnerschaft ausgehen. Beide Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen beim demografischen Wandel, der Digitalisierung, Veränderungen am Arbeitsmarkt und der Energieversorgung.

Deutschland und Japan verbinde eine Wertepartnerschaft, hieß es weiter - man teile grundlegende Überzeugungen wie das Bekenntnis zu Multilateralismus, Demokratie und freiem Handel. Dies konnte auch als Zeichen in Richtung von US-Präsident Donald Trump gewertet werden, der auf einen nationalistischen Kurs und Protektionismus setzt. Abe dürfte sich angesichts der anhaltenden territorialen Konflikte mit China im Ost- und Südchinesischen Meer von Merkel auch ein Signal der Unterstützung für multilaterale Konfliktlösung erhoffen.

Weitere Themen des Gesprächs von Merkel und Abe dürften das Atomprogramm Nordkoreas, das für Japan eine besondere Bedrohung bedeutet, sowie die Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran sein. Daneben wird die Vorbereitung des G20-Treffens der großen Wirtschaftsmächte Ende Juni in Osaka eine Rolle spielen. Neben den üblichen Themen Handel, Klima und Multilateralismus will Abe dort die Bereiche Digitalisierung, künstliche Intelligenz, den freien Datenfluss sowie die Unterstützung der Welthandelsorganisation WTO im Bereich digitalen Handels zu einer der Prioritäten machen.

Am Dienstag ist ein Treffen der Kanzlerin mit Kaiser Akihito geplant - Merkel kommt zum dritten Mal mit ihm zusammen. Der 85-jährige Monarch wird am 30. April abdanken. Später will sie auch mit dem 58 Jahre alten Kronprinzen Naruhito sprechen, der seinem Vater am 1. Mai auf den Thron folgen soll. Geplant ist zudem eine Diskussion Merkels mit Studenten der Keio-Universität, einer der bedeutendsten Privatuniversitäten Japans mit starker internationaler Ausrichtung, sowie eine Rede auf einem Wirtschaftsforum.

Eine zentrale Rolle bei dem Besuch wird die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen spielen. Japan ist für die Bundesrepublik der zweitgrößte Handelspartner in der Region nach China, Deutschland der wichtigste Handelspartner Japans in der EU. Insgesamt machen etwa 400 deutsche Unternehmen in Japan Geschäfte. Am Freitag war das Freihandelsabkommen der EU mit Japan in Kraft getreten. Es ist das bisher größte von der EU geschlossene Abkommen und soll Märkte mit mehr als 600 Millionen Menschen verbinden. Insgesamt soll es 40 Prozent des Welthandels umfassen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 02. 2019
21:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Besuch Beziehungen und Partnerschaft Bundeskanzlerin Angela Merkel Digitalisierung Donald Trump Europäische Union Handelspartner Internationale Politik Japan-Reisen Kaiser Akihito Krisen Kronprinz Naruhito Premierminister Shinzo Abe Welthandel Welthandelsorganisation
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Merkel und Abe

04.02.2019

Merkel und Abe beschwören den freien Welthandel

Die Großmächte der Welt sortieren sich neu - und weg von internationalen Krisenlösungen und Freihandel. Kanzlerin Merkel und Japans Premier Abe wollen verstärkt dagegenhalten. Auch gegen schwierige Nachbarn wie China. » mehr

Merkel und der Kaiser

05.02.2019

Merkel in Japan zwischen Kaiser und digitaler Zukunft

Für Angela Merkel war es ein Besuch wie zwischen zwei Welten: Erst eine Audienz beim japanischen Kaiser in seinem ehrwürdigen Palast in Tokio. Dann Gespräche über Digitalisierung, Huawei und die Risiken Künstlicher Intel... » mehr

Merkel verlässt Flugzeug

02.12.2018

G20 im Rückwärtsgang: Gipfel endet nur mit Minimalkonsens

Im zehnten Jahr der Gipfel ist von zupackendem Krisenmanagement der «Gruppe der 20» nur noch wenig zu spüren. Die Mächtigen ringen vielmehr um Worte in mageren Kommuniqués. US-Präsident Trump hält sich diesmal auffallend... » mehr

Donald Trump

29.11.2018

Trump sagt Treffen mit Putin wegen Ukraine-Krise ab

So schwer war es selten: Zwei Nächte haben die G20-Unterhändler in Buenos Aires schon durchverhandelt, ohne eine gemeinsame Linie zu finden. Auf den Straßen drohen große Proteste. Ein massives Polizeiaufgebot ist mobilis... » mehr

Kanzler-Airbus

30.11.2018

Streit über Handel und Klima: Keine Einigung in Sicht

Pannen, Konflikte und der große Auftritt des saudischen Kronprinzen: Es ist der Gipfel der Uneinigkeit. Kanzlerin Merkel kann sich erst mit eintägiger Verspätung einschalten. Droht der G20-Gipfel ohne ein gemeinsames Kom... » mehr

Merkel trifft Trump

27.11.2018

Weißes Haus: Treffen zwischen Merkel und Trump bei G20

Donald Trump nutzt den Gipfel der G20 in Argentinien als seine Bühne. Sieben bilaterale Treffen will er abhalten - darunter auch mit Kanzlerin Merkel und Russlands Präsident Putin, nicht aber mit Saudi-Arabiens Kronprinz... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Klima-Demonstration in Hildburghausen Hildburghausen

Klima-Demo in Hildburghausen | 22.03.2019 Hildburghausen
» 29 Bilder ansehen

Klima-Demo in Ilmenau

Klima-Demo in Ilmenau | 22.03.2019 Ilmenau
» 20 Bilder ansehen

Das große Schlagerfest

Das große Schlagerfest | 22.03.2019 Erfurt
» 91 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 02. 2019
21:33 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".