Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Maßnahmen für mehr Sicherheit an Bahnhöfen beschlossen

Der Fall hat schockiert: Ein Mann stößt einen Jungen vor einen Zug, der Achtjährige stirbt. Die Politik kündigte Konsequenzen an. Erste Beschlüsse stehen.



Gesperrte Bahnsteige
Ende Juli: Gesperrte Bahnsteige im Frankfurter Hauptbahnhof, nachdem ein Achtjähriger vor einen einfahrenden Zug gestoßen worden war.   Foto: Jenny Tobien

Gut sechs Wochen nach der tödlichen Attacke auf ein Kind am Frankfurter Hauptbahnhof haben Bundesregierung und Bahn Maßnahmen für mehr Sicherheit an Bahnhöfen beschlossen.

Dazu gehört ein Ausbau der Videoüberwachung sowie mehr Präsenz von Sicherheitskräften an Bahnhöfen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.

Bundesinnenminister Horst Seehofer war mit Vertretern der Bahn sowie mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU) zusammengekommen. Eine Sprecherin Seehofers sprach von einem «ausgesprochen konstruktiven» Gespräch. Über die Ergebnisse solle am Donnerstag informiert werden.

Am Hauptbahnhof von Frankfurt am Main hatte ein Mann am 29. Juli einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Das Kind starb noch im Gleisbett, die Mutter konnte sich in letzter Sekunde retten und wurde verletzt. Der Tatverdächtige, ein 40 Jahre alter Eritreer, wurde direkt nach der Attacke gefasst. Er ist seit Ende August vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Seehofer hatte nach der Tat angekündigt, mit dem Verkehrsministerium und der Bahn darüber sprechen zu wollen, wie sich die Sicherheit an Bahnhöfen erhöhen lässt. Unter anderem hatte er eine größere Polizeipräsenz verlangt. Die Bundespolizei, die Seehofer unterstellt ist, hatte daraufhin angekündigt, «ihre Präsenz insbesondere an den stark frequentierten Bahnhöfen verstärken» zu wollen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte im Vorfeld beklagt, seit 1992 sei Personal ausgedünnt worden. «Die Bahnpolizei wurde an Knotenpunkten verstärkt, aber aus der Fläche abgezogen», sagte GdP-Vizechef Jörg Radek den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Beispielsweise für Thüringen haben wir eine Bahnpolizeiinspektion, die für die gesamte Fläche des Bundeslandes zuständig ist.» Daraus könnten sich bis zu zweistündige Anfahrtszeiten ergeben, wenn beispielsweise spielende Kinder auf Gleisanlagen gemeldet würden. Radek forderte Innenminister Seehofer auf, «diese Fehlentwicklung» zu korrigieren.

Von der Bahn verlangte Radek, der Polizei «mehr und bessere Räume» zu geben. Radek zufolge soll nun ein «Musterbahnhof» entwickelt werden, was er begrüße.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 09. 2019
17:21 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Andreas Scheuer Bahnhöfe Bahnpolizei Bundesinnenminister Bundespolizei Bundesverkehrsminister CSU Deutsche Presseagentur Horst Seehofer ICE Innenminister Konstantin Kuhle Polizei Polizeigewerkschaft Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland Ronald Pofalla Sicherheitskräfte Verkehrsministerien Video-Überwachung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Bahnhof

12.09.2019

Mehr Videoüberwachung und Gesichtserkennung an Bahnhöfen

Der tödliche Angriff auf ein Kind am Frankfurter Hauptbahnhof im Juli hat Schrecken ausgelöst. Die Politik versprach zu handeln. Nun gibt es konkrete Ankündigungen. » mehr

Rose im Gleis

01.08.2019

Nach Gleis-Attacke Debatte über Sicherheit an Bahnhöfen

Nach der tödlichen Attacke in Frankfurt debattieren die Parteien über Sicherheit an deutschen Bahnhöfen und Sicherheitspolitik im Allgemeinen. Streitpunkte sind die Personalsituation bei der Polizei - und der Ruf nach me... » mehr

Bundespolizei

24.06.2019

Gewerkschafter bestätigt Sympathien in Bundespolizei für AfD

Am Wochenende hatte Friedrich Merz vor rechtsnationalen Tendenzen bei Polizei und Bundeswehr gewarnt. Damit löste er eine breite Debatte aus. Jetzt sagen Experten: Er hat recht. » mehr

Busspur

16.08.2019

Breite Kritik an Scheuers Busspur-Plänen

Busspuren könnten künftig voller werden - wenn Pläne des Bundesverkehrsministers Realität werden und Städte das umsetzen. Nicht nur bei Polizei-Gewerkschaften stößt das auf Protest. » mehr

Innenministerkonferenz in Kiel

13.06.2019

Mehr Polizei für Abschiebungen - Keine Afghanistan-Einigung

Abschiebungen nach Afghanistan und der schwierige Kampf gegen Clan-Kriminalität - die Innenminister ringen in Kiel um Kompromisse. Doch vor allem beim Thema Abschiebung hakt es. » mehr

Stephan E.

26.07.2019

Auch AfD Mecklenburg-Vorpommern in rechter Datensammlung

Wer steht auf den sogenannten Todes- und Feindeslisten wie jener der der «Prepper»-Gruppierung «Nordkreuz»? Bislang ging man davon aus, dass diese vor allem das linke politische Spektrum umfasst. Nun zeigt sich: Der Krei... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall A71 bei Meiningen A 71

Unfall A71 bei Meiningen | 16.09.2019 A 71
» 5 Bilder ansehen

Erntedankfest Bücheloh Bücheloh

Erntedankfest Bücheloh | 16.09.2019 Bücheloh
» 41 Bilder ansehen

Heinrichser Umzug und Hahnenschlag

Heinrichser Umzug und Hahnenschlag | 15.09.2019 Heinrichs
» 107 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 09. 2019
17:21 Uhr



^