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Brennpunkte

Massendemonstrationen im äußersten Osten Russlands dauern an

Im ostrussischen Chabarowsk sind tausende Menschen erneut auf die Straße gegangen, um ihren Unmut über die Verhaftung des Ex-Gouverneurs der Stadt zum Ausdruck zu bringen.



Proteste in Russland
Proteste in Chabarowsk.   Foto: Igor Volkov/AP/dpa

Zehntausende Menschen haben am dritten Samstag in Folge im äußersten Osten Russlands für den inhaftierten Ex-Gouverneur von Chabarowsk demonstriert.

Trotz eines Demonstrationsverbotes gingen noch einmal mehr Menschen auf die Straße als am Samstag vor einer Woche, wie ein Korrespondent des Radiosenders Echo Moskwy berichtete. Die Proteste richteten sich auch gegen Kremlchef Wladimir Putin.

Die Behörden gaben die Zahl der Demonstranten mit etwa 6500 an, russische Oppositionelle sprachen dagegen von bis zu 100.000 Menschen. Der Kremlkritiker Alexej Nawalny kritisierte, dass Putin und das Staatsfernsehen weiter eine «heile Welt» malten - und die Proteste ignorierten. Nawalnys Stab veröffentlichte Videos von der Kundgebung.

In der Stadt rund 6000 Kilometer östlich von Moskau trugen viele Menschen wie in den vergangenen Tagen Transparente mit Porträts des inhaftierten Sergej Furgal. Putin hatte ihn am Montag offiziell entlassen. «Furgal ist unsere Wahl!», skandierten die Demonstranten. Furgal sitzt wegen des Vorwurfs, mehrere Morde an Unternehmern in Auftrag gegeben zu haben, in Untersuchungshaft. Die Ermittler sprechen von erdrückenden Beweisen.

Die Demonstranten forderten ein öffentliches Gerichtsverfahren. Auf Bannern war zu lesen: «Gouverneur des Volkes» und «Gebt uns Furgal zurück!» Der 50-Jährige hatte 2018 zum Ärger des Machtzentrums in Moskau die Wahl gegen den Kandidaten der Kremlpartei Geeintes Russland gewonnen. Furgal war am 10. Juli in Chabarowsk festgenommen und nach Moskau geflogen worden, wo er seither in Untersuchungshaft sitzt.

Es war Tag 15 der Proteste, die sich auch gegen eine politische Bevormundung aus Moskau richten. Präsident Putin setzte den Parlamentsabgeordneten Michail Degtjarjow übergangsweise als Gouverneur ein. Der 39-Jährige gehört derselben Partei wie Furgal an - der so genannten Liberaldemokratischen Partei Russlands des Ultranationalisten Wladimir Schirinowski. Degtjarjow hatte in der Regionalregierung zuletzt Führungsposten neu besetzt, Gespräche mit den Demonstranten aber abgelehnt.

Die Region kommt auch nach dem Gouverneurswechsel nicht zur Ruhe. Die Polizei ging erneut nicht gegen die Protestierer vor. Auch in zahlreichen anderen Städten kam es zu Demonstrationen. In der russischen Hauptstadt Moskau werden dagegen schon kleinste Proteste umgehend von Uniformierten beendet.

© dpa-infocom, dpa:200725-99-920929/3

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dpa

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Veröffentlicht am:
25. 07. 2020
15:14 Uhr

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dpa

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25. 07. 2020
15:14 Uhr



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