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Marode oder Sabotage? - Stromausfall legt Venezuela lahm

Stromausfälle sind nichts Ungewöhnliches in dem Krisenstaat. So heftig hat es die Menschen aber selten erwischt. Schüler, Beamte und Arbeiter bleiben zu Hause. Maduro macht Saboteure für den Ausfall verantwortlich, die Opposition die Unfähigkeit der Regierung.



Stromausfall
Ein Stromausfall führte in großen Teilen Venezuelas zu Zugausfällen und chaotischen Verkehrsbedingungen.   Foto: Eduardo Verdugo/AP » zu den Bildern

Ein massiver Stromausfall hat weite Teile Venezuelas lahmgelegt. In der Hauptstadt Caracas waren Medienberichten zufolge am Freitag nur wenige Menschen auf der Straße unterwegs. Die Regierung von Staatschef Nicolás Maduro gab Schülern und Beschäftigten frei.

Das solle die Reparaturarbeiten erleichtern, sagte Vizepräsidentin Delcy Rodríguez im Fernsehsender Telesur. Bereits ab Donnerstagabend waren zahlreiche Regionen des südamerikanischen Landes ohne Elektrizität. In Caracas kam es zu einem Verkehrschaos. Mitten im Feierabendverkehr fiel die Metro aus, zahlreiche Ampeln funktionierten nicht.

Der Grund für den Stromausfall war zunächst unklar. Informationsminister Jorge Rodríguez sprach von Sabotage und machte Feinde der sozialistischen Regierung für den Stromausfall verantwortlich. Allerdings ist auch die Infrastruktur in dem einst reichen Land marode. Kürzere Stromausfälle gehören zur Normalität.

Venezuela leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Aus Mangel an Devisen kann das ölreichste Land der Welt kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs für die Not leidende Bevölkerung einführen. Die Ölproduktion ist massiv eingebrochen. Viele Menschen hungern, über drei Millionen Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen.

Zudem liefern sich Staatschef Maduro und der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó seit Wochen einen erbitterten Machtkampf. «Dieser vom US-Imperialismus angekündigte und angeführte Stromkrieg gegen unser Volk wird scheitern», schrieb Maduro auf Twitter.

Guaidó hingegen machte Maduros Regierung für den Stromausfall verantwortlich. «Kein Licht im Land mit den größten Ölreserven der Welt», schrieb er auf Twitter. «Das Volk weiß, dass das Licht kommt, wenn die unrechtmäßige Machtübernahme endet.»

Auch US-Außenminister Mike Pompeo kritisierte Maduro, der von Washington nicht länger als rechtmäßiger Präsident anerkannt wird. «Der Stromausfall und die Verwüstung, die einfache Venezolaner betrifft, hat nichts mit den USA zu tun. Energieknappheit und Hunger sind das Ergebnis der Unfähigkeit von Maduros Regime», schrieb er auf Twitter. «Maduros Politik bringt nichts als Finsternis. Kein Essen, keine Medizin, jetzt auch kein Strom mehr. Bald: kein Maduro mehr.»

Zahlreiche Länder, darunter auch Deutschland, haben Guaidó bereits als legitimen Übergangspräsidenten anerkannt. Wegen der Parteinahme für den Oppositionsführer muss der deutsche Botschafter Daniel Kriener jetzt die Koffer packen: Maduro hat Kriener zur unerwünschten Person erklärt und des Landes verwiesen.

Der Diplomat hatte am Montag gemeinsam mit Kollegen aus anderen Ländern Guaidó am Flughafen von Caracas erwartet. Damit wollten sie offenbar verhindern, dass der Oppositionsführer bei seiner Rückkehr festgenommen wird. Er hatte trotz eines laufenden Ermittlungsverfahrens und einer Ausreisesperre das Land verlassen. Maduro sah im Verhalten des Diplomaten eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes.

Die 48-stündige Frist zur Ausreise Krieners sollte am Freitagmittag (Ortszeit) ablaufen. Ob es der Diplomat tatsächlich pünktlich aus Venezuela herausschafft, war zunächst unklar: Der internationale Flughafen bei Caracas war auch von dem Stromausfall betroffen.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
08. 03. 2019
17:14 Uhr

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08. 03. 2019
17:14 Uhr



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