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«Mafia-Prozess» in Karlsruhe gestartet

Neun Angeklagte, 17 Verteidiger, 67 Verhandlungstage - das Landgericht Konstanz startet in einen Mammutprozess gegen mögliche Mafiosi. Aus Platzgründen wird zunächst in Karlsruhe verhandelt. Dort rüstet sich das Landgericht mit erheblichen Sicherheitsvorkehrungen.



Landgericht Karlsruhe
Am Landgericht Karlsruhe sind für den Beginn des «Mafia-Prozesses» erhöhte Sicherheitsvorkehrungen vorgesehen.   Foto: Uli Deck

Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen hat in Karlsruhe ein Prozess gegen neun Männer begonnen, die der italienischen Mafia zugerechnet werden. Etwa ein Dutzend Polizisten patrouilliert vor dem Landgerichtsgebäude, weitere Beamte sind im Inneren des Hauses unterwegs.

Die Eingänge werden streng überwacht und Taschen und Rucksäcke penibel kontrolliert. Die Angeklagten stehen wegen bandenmäßigen Drogenhandels sowie Körperverletzung, Waffenbesitz und Brandstiftung vor Gericht. Einem von vier Hauptbeschuldigten wird zudem versuchter Mord vorgeworfen. (Az: 4 Ks 60 Js 21420/16)

Angeklagt sind sie vor dem Landgericht Konstanz, das aus Platzgründen aber für die ersten beiden Verhandlungstage im Gebäude des Landgerichts Karlsruhe tagt, bis das Ausweichquartier in Konstanz fertig ist.

Die Männer sollen ab Oktober 2013 einen schwunghaften Handel mit Drogen betrieben haben. Dabei verkauften sie der Staatsanwaltschaft zufolge vor allem im Schwarzwald-Baar-Kreis kiloweise Marihuana sowie Haschisch und Kokain. Die Angeklagten, allesamt Italiener oder italienischer Herkunft, sollen mit der sizilianischen Mafia-Organisation Cosa Nostra sowie der kalabrischen 'Ndrangheta in Verbindung stehen.

Als Hauptbeschuldigte gelten vier Männer zwischen 49 und 53 Jahren. Sie sollen eine leitende Stellung innegehabt haben, «kontrollierend, steuernd und planend», wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagt. Einem davon wird auch versuchter Mord zur Last gelegt: Der 49-Jährige soll im Mai vergangenen Jahres auf zwei Menschen in einem Restaurant in Hüfingen geschossen haben, um so Differenzen um Drogengeschäfte zu regeln. Verletzt wurde niemand.

Zwei Staatsanwälte stehen 17 Verteidigern gegenüber. Vorerst wurden 15 Zeugen geladen. Insgesamt 67 Verhandlungstage sind angesetzt. Ein Urteil könnte nach bisherigen Planungen frühestens Ende Juni kommenden Jahres fallen.

Der Festnahme der Angeklagten wie auch weiterer Verdächtiger Mitte vergangenen Jahres waren monatelange Ermittlungen in Deutschland wie auch Italien vorangegangen. Unter anderem fand die Polizei bei Durchsuchungen scharfe Schusswaffen, Drogen sowie hohe Summen mutmaßlichen Drogengelds. Die Männer, von denen sechs in Untersuchungshaft sitzen, hatten vor allem im Schwarzwald-Baar-Kreis, aber auch in Stuttgart und in einem Fall in Italien gewohnt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 09. 2018
10:06 Uhr

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21. 09. 2018
10:06 Uhr



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