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Linken-Zentrale nach Bombendrohung kurzzeitig geräumt

Die Drohung kommt als E-Mail - unterzeichnet mit dem Namen eines Neonazi-Netzwerks. In der Parteizentrale der Linken in Berlin entscheidet man sich für die sofortige Evakuierung.



Karl-Liebknecht-Haus
Ein Streifenwagen steht vor dem Karl-Liebknecht-Haus, der Parteizentrale der Linken. Das Gebäude ist wegen einer Bombendrohung geräumt worden.   Foto: Paul Zinken

Nach einer Bombendrohung ist die Parteizentrale der Linken kurzzeitig geräumt worden. Nach Angaben einer Parteisprecherin ging am Montagvormittag eine E-Mail im Karl-Liebknecht-Haus in Berlin-Mitte ein. In dieser sei es um eine Bombe im Gebäude gegangen.

Unterzeichnet war das Schreiben demnach mit «Combat 18». Bei «Combat 18» handelt es sich um ein gewaltbereites, rechtsextremes Netzwerk, das in mehreren europäischen Ländern aktiv ist. Bombendrohungen gab es am Montag auch gegen Moscheen in Duisburg und Mainz.

Rund 40 bis 50 Mitarbeiter der Parteizentrale hätten das Gebäude verlassen, sagte die Linken-Sprecherin. Die Berliner Polizei richtete um den Eingangsbereich einen kleinen Sperrkreis ein. Gegen 13.00 Uhr wurde die Sperrung wieder aufgehoben. Eine Polizeisprecherin sagte nach Prüfung der Drohmail, eine Ernsthaftigkeit sei verneint worden.

Eine Durchsuchung der Parteizentrale fand nicht statt. Der polizeiliche Staatsschutz ermittele gegen Unbekannt wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat, hieß es. Der Staatsschutz ist eine Abteilung der Polizei, die immer dann übernimmt, wenn es um politisch motivierte Kriminalität geht.

Wegen der Bombendrohung sagte die Linke eine ursprünglich geplante Pressekonferenz mit der stellvertretenden Parteichefin Martina Renner ab. «Der rechte Terror erreicht als Drohung auch uns», twitterte Parteichef Bernd Riexinger. Eine Bombendrohung per E-Mail führe zu einer vorgezogenen Mittagspause. «So eine Bombendrohung zeigt, wie nahe und gefährlich der Rechtsterrorismus ist. Aber wir werden uns davon nicht einschüchtern lassen», sagte eine Sprecherin. «Bedrohungen dieser Art nehmen zu und wir nehmen sie sehr ernst», sagte Bundesschatzmeister Harald Wolf.

Die Gruppe «Combat 18» - mit diesem Namen ist das Schreiben unterzeichnet - gilt als bewaffneter Arm des verbotenen Neonazi-Netzwerks «Blood & Honour» (Blut und Ehre). Die 18 ist ein Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, also A und H - die Initialen von Adolf Hitler.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
22. 07. 2019
17:22 Uhr

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22. 07. 2019
17:22 Uhr



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