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Letzte Ehre für George H.W. Bush

Die Trauerfeier für Ex-Präsident George H. W. Bush ist eine große Demonstration nationaler Einheit. Sein Sohn und Wegbegleiter erinnern auch an witzige Begegnungen mit dem Republikaner. Ein Mann aber schweigt bei der Zeremonie.



George W. Bush
George W. Bush (4.v.r.), ehemaliger Präsident der USA, und weitere Mitglieder der Bush-Familie erweisen dem verstorbenen ehemaligen US-Präsidenten George H.W. Bush die letzte Ehre.   Foto: Shawn Thew/Pool EPA/AP » zu den Bildern

Mit einer berührenden Trauerfeier haben die Familie von Ex-Präsident George H. W. Bush und zahlreiche Würdenträger dem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen. George W. Bush nannte seinen Vater «einen großartigen und großzügigen Mann, den besten Vater, den ein Sohn oder eine Tochter haben könnte».

Die Zeremonie am Mittwoch in der Nationalen Kathedrale in Washington wirkte wie eine große Demonstration nationaler Einheit - was in den USA angesichts des oft vergifteten Klimas zwischen beiden politischen Lagern selten geworden ist. Neben US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania nahmen auch alle noch lebenden Ex-Präsidenten der USA sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel teil.

«Wenn die Geschichtsbücher geschrieben werden, wird es dort heißen, dass George H. W. Bush ein großartiger Präsident der Vereinigten Staaten war», sagte George W. Bush. «Er zeigte mir, was es bedeutet, ein Präsident zu sein, der mit Integrität dient, mit Mut führt und mit Liebe in seinem Herzen für die Bürger unseres Landes handelt.»

Der 72-Jährige war seinem Vater acht Jahre nach dessen Ausscheiden im Amt nachgefolgt. Zum Ende seiner Ansprache versagte ihm die Stimme. Seine Rede war aber auch von Humor durchsetzt. «Für uns war er fast perfekt, aber nicht ganz perfekt», sagte er. «Auf der Tanzfläche war er nicht wirklich Fred Astaire.»

George H. W. Bush war am Freitag im Alter von 94 Jahren in seinem Haus in Houston (Texas) gestorben. Er war der 41. Präsident der Vereinigten Staaten und regierte von 1989 bis 1993.

Bushs Biograf Jon Meacham, Kanadas Ex-Premierminister Brian Mulroney und der republikanische Ex-Senator Alan Simpson erinnerten in ihren Reden mit persönlichen Anekdoten und witzigen Begebenheiten an den Republikaner. Immer wieder wurde dabei auch gelacht. Etwa als der Ex-Senator Simpson erklärte, der Verstorbene habe eine große Schwachstelle gehabt, weil er gute Witze zwar geliebt habe, sich aber nie an die Pointe habe erinnern können.

Präsident Donald Trump und First Lady Melania saßen in der ersten Reihe neben den demokratischen Ex-Präsidenten Barack Obama, Bill Clinton und Jimmy Carter und ihren Frauen. Die Szene stand unter besonderer Beobachtung, weil Trump sowohl zu Obama als auch zu Bill und Hillary Clinton ein schwieriges Verhältnis hat.

Auch die Beziehungen zwischen Trump und den Bushs sind belastet. Jeb Bush, der zweitälteste Sohn des Verstorbenen, hatte sich 2016 um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner beworben und sich dabei immer wieder Auseinandersetzungen mit Trump geliefert, der ihn oft verspottete.

George H. W. Bush hatte sich aber trotzdem dafür ausgesprochen, dass Trump an seiner Trauerfeier teilnimmt, weil es ihm laut US-Medienberichten aus Respekt vor dem Amt wichtig war. Trump hatte den Mittwoch zum nationalen Trauertag erklärt und sich in seiner Rhetorik in den vergangenen Tagen auffällig zurückgehalten.

Bei der Trauerfeier selbst sprach Trump nicht. Kurz zuvor schrieb er am Mittwoch auf Twitter: «Dies ist kein Begräbnis, dies ist ein Tag der Feier für einen großartigen Mann, der ein langes und hervorragendes Leben geführt hat. Er wird vermisst werden!»

Merkel saß bei der Zeremonie vor Prinz Charles. Die Kanzlerin war nach den Worten von Regierungssprecher Steffen Seibert zu der Feier gereist, um dem amerikanischen Volk die deutsche Anteilnahme am Tod dieses Präsidenten auszudrücken. Bush hatte sich nach dem Fall der Berliner Mauer als einer der ganz wenigen westlichen Staatschefs offen hinter die deutsche Einheit gestellt. Aus seiner Amtszeit ist auch der Krieg zur Befreiung Kuwaits in Erinnerung.

An beide Ereignisse erinnerte Bushs Biograf Jon Meacham in seiner Rede, als er erklärte: «Unter seiner Aufsicht fiel eine Mauer in Berlin und die Aggression eines Diktators hielt nicht stand.» Auch Kanadas Ex-Premierminister Brian Mulroney würdigte Bushs Verdienste zur deutschen Einheit.

Die mehrtägige Abschiednahme von dem Republikaner hatte damit begonnen, dass Trump eine Präsidentenmaschine nach Texas schickte, um die Leiche des Verstorbenen nach Washington zu holen. Der Sarg wurde anschließend im Kapitol in Washington aufgebahrt, wo sich viele Menschen von dem Ex-Präsidenten verabschiedeten. Als die Wagenkolonne mit dem Sarg am Mittwochvormittag (Ortszeit) vom Kapitol zu der Kathedrale aufbrach, hatten sich in den umliegenden Straßen viele Schaulustige versammelt. Manche von ihnen weinten.

Nach der Trauerfeier sollte der Leichnam des Republikaners zurück nach Texas gebracht werden. Dort wird er am Donnerstag in College Station auf dem Campus der A&M-Universität beigesetzt, die seine Bibliothek und sein Museum beherbergt. Bush wird neben seiner Frau Barbara und seiner Tochter Robin beerdigt. Barbara Bush war erst im April dieses Jahres verstorben. Das Ehepaar war 73 Jahre lang verheiratet und hatte sechs Kinder. Robin war 1953 im Alter von drei Jahren an Leukämie gestorben.

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dpa

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Veröffentlicht am:
05. 12. 2018
22:14 Uhr

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05. 12. 2018
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