Lade Login-Box.
Topthemen: Südthüringen kocht 2020Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Lauterbach: Studie zu Krankenhaus-Schließungen überzogen

Laut einer Studie könnte die Patientenversorgung in Deutschland durch die Schließung von jedem zweiten Krankenhaus verbessert werden. SPD-Fraktionsvize Lauterbach hält nichts davon.



Lauterbach im Bundestag
SPD-Fraktionsvize und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht im Bundestag.   Foto: Ralf Hirschberger

Der SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach hält die Empfehlung einer Studie, von derzeit 1400 Krankenhäusern nur 600 größere und bessere zu erhalten, für überzogen.

«Der Grundtenor der Studie ist zwar richtig», sagte der Gesundheitsexperte der «Passauer Neuen Presse». «Aber die Berechnung, dass man bis zu zwei Drittel der Krankenhäuser abbauen könnte, die halte ich aber für falsch und überzogen.»

Laut der Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung könnte die Versorgung der Patienten in Deutschland durch die Schließung von mehr als jedem zweiten Krankenhaus erheblich verbessert werden. Bei Krankenhäusern und Ärzten stießen die am Montag veröffentlichten Empfehlungen auf heftige Kritik.

Lauterbach sagte, tatsächlich sei es so, dass mit weniger Kliniken die Qualität wahrscheinlich steigen würde, «wenn die richtigen Krankenhäuser geschlossen, fusioniert oder in ambulante Einrichtungen umgewandelt würden». «Bei weniger Krankenhäusern hätten wir mehr Pflegekräfte, Ärzte und Erfahrung pro Bett und Patient

und könnten auf überflüssige Eingriffe verzichten.» Der SPD-Politiker warnte aber, es dürften nicht die falschen Krankenhäuser geschlossen werden. «Klar ist: Es darf keine Gewinnmaximierung durch Krankenhausschließungen geben.» Dringend notwendig sei die Förderung von Krankenhäusern in dünn besiedelten Regionen und auf dem Land.

Kritik an der Bertelsmann-Untersuchung kam vom Deutschen Städtetag: «Studien, die einen Konzentrationsprozess mit einer derart drastischen Zahl von Krankenhausschließungen befürworten, werden der Situation und dem Bedarf vor Ort nicht gerecht», sagte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Verena Göppert der «Frankfurter Rundschau» (Dienstag).

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 07. 2019
10:46 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bertelsmann AG Bertelsmann Stiftung Karl Lauterbach Krankenhäuser und Kliniken Patientenversorgung Pflegepersonal Ärzte
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Klinikum

15.07.2019

Bessere Versorgung durch weniger Krankenhäuser?

Sind kleine Krankenhäuser ein Risiko für die Patienten? Fachleute sehen das so. In einer Studie für die Bertelsmann Stiftung melden sie sich mit einem radikalen Vorschlag zu Wort. » mehr

Untersuchung beim Arzt

05.11.2019

Viele Patienten sehen Überversorgung in der Medizin

Das Problembewusstsein ist vorhanden: In der Medizin wird Geld und Zeit ausgegeben für Unnützes oder sogar Schädliches. Patienten sehen das laut einer Studie durchaus - allerdings nicht bei sich selbst. » mehr

Krankenkassen

09.10.2019

Gesundheitssystem steht gut da - aber hohe Kosten drohen

Das deutsche Gesundheitssystem ist momentan nach Ansicht von Ärzten und Bevölkerung gut aufgestellt. Die Krankenkassen machen satte Überschüsse, Versicherten winken sogar Beitragssenkungen - der Blick in die Zukunft fäll... » mehr

Transportbehälter

16.01.2020

Bundestag beschließt moderate Organspende-Reform

Aufwühlende Debatte im Bundestag: Zwar kassierten die Befürworter einer weitreichenden Umstellung bei der Organspende eine Niederlage. Es kommen aber Neuregelungen, die mehr Schwerkranken helfen sollen. » mehr

Versicherungskarten

25.12.2019

Krankenkassen beenden das Jahr mit einer Milliarde Verlust

Der Trend war bereits absehbar, nun verkündet der GKV-Spitzenverband ein großes Defizit. Als Grund wird der medizinische Fortschritt genannt - aber auch teure Vorhaben der Bundesregierung. » mehr

Armut in Duisburg-Bruckhausen

23.12.2019

Hilfe für klamme Kommunen - Wie weit geht die Solidarität?

Viele Kommunen vor allem im Westen müssen so viel Zinsen für ihre Schulden zahlen, dass Investitionen leiden. Der Bund will helfen. Doch können andere Länder akzeptieren, dass sie leer ausgehen? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Platz 8: Abendstimmung von Maik Weiland

Blende 2020 "In Bewegung" |
» 10 Bilder ansehen

Polizeieinsatz Asylheim Suhl Suhl

Polizeieinsatz Suhl | 20.01.2020 Suhl
» 13 Bilder ansehen

Max Raabe in der Erfurter Messehalle Erfurt

Max Raabe in Erfurt | 19.01.2020 Erfurt
» 18 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 07. 2019
10:46 Uhr



^