Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

Laschet, Strobl und Klöckner wehren sich gegen Merz-Vorwurf

Der Ton zwischen den drei Bewerbern um den CDU-Vorsitz wird rauer - es geht vor allem um den Umgang mit der AfD. Steht die Geschlossenheit der Union auf dem Spiel?



Laschet, Klöckner und Strobl
Die stellvertretenden CDU-Chefs Thomas Strobl, Julia Klöckner und Armin Laschet wehren sich gegen den Vorwurf von Friedrich Merz.   Foto: Michael Kappeler » zu den Bildern

Die stellvertretenden CDU-Chefs Armin Laschet, Thomas Strobl und Julia Klöckner haben sich gegen den Vorwurf von Friedrich Merz verwahrt, die Partei habe den Aufstieg der AfD mehr oder minder gleichgültig zur Kenntnis genommen.

Laschet und Strobl sagten vor Gremiensitzungen der CDU in Berlin auf die Frage, ob sie die Entwicklung der AfD achselzuckend zur Kenntnis genommen hätten: «Nein.» Laschet führte aus «Wir haben die vor Ort bekämpft und tun das auch weiter», Strobl äußerte sich ähnlich. Klöckner sagte, alle - auch Journalisten - müssten sich fragen, wer welchen Anteil daran habe, dass die AfD so groß geworden sei. Der CDU-nahe Wirtschaftsrat hatte die Kandidaten für den CDU-Vorsitz zuvor angesichts zunehmender Attacken davor gewarnt, die Geschlossenheit der Partei zu beschädigen.

Merz hatte am Wochenende dem Deutschlandfunk gesagt, die CDU habe die Wahlerfolge der AfD in Bund und Ländern mit einem «Achselzucken» zur Kenntnis genommen. Der frühere Unionsfraktionschef kandidiert beim CDU-Parteitat Anfang Dezember neben Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn für die Nachfolge von Angela Merkel als Parteichefin. Er sagte, die Partei habe sich damit zufrieden gegeben, selbst nur so stark zu sein, dass ohne sie nicht regiert werden könne. «Dieser Anspruch ist mir etwas zu wenig.»

Laschet sagte über den härter werdenden Ton der Kandidaten: «Es geht ja auch um was.» Alle müssten aber darauf achten, dass die Partei auch nach der Wahl zusammenbleibe. «Es wird auch Verlierer geben auf diesem Parteitag. Umso wichtiger ist, dass alle, die jetzt da im Wettbewerb stehen, auch danach bereit sind, für die CDU weiter zu arbeiten.»

Auf die Frage, ob es klug sei, das Thema Asyl wieder so in den Vordergrund zu stellen, sagte Laschet: «Meine Haltung ist ja seit langem dazu bekannt. Man muss die Probleme lösen. Aber man sollte nicht ständig über die Probleme diskutieren.» Er begrüße, dass auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) deutlich gemacht habe: «Wir haben gelernt aus den Wahlen, dass Streit über das Thema Asyl beispielsweise uns nicht weiterhilft.» Er hoffe, dass nun auch ein Neustart zwischen CDU und CSU beginnen könne.

«Wir bekämpfen die AfD», sagte Strobl. Zum verbalen Schlagabtausch zwischen den Kandidaten ergänzte er: «Das ist jetzt ein sportlicher Wettstreit, der tut der CDU insgesamt gut.» In den Kreisverbänden gebe es lebendige und faire Diskussionen. Am Dienstagabend gehen die Regionalkonferenzen der CDU zur Vorstellung der Kandidaten mit einer Veranstaltung in Böblingen weiter. Zur Frage, ob es gut sei, dass das Thema Asyl in den Runden eine große Rolle spiele, sagte Strobl, es würden jene Themen diskutiert, die von den Mitgliedern angesprochen werden. «Es gibt keine Tabuthemen.» Es gehe aber nicht nur um das Thema Asyl, sondern um eine breite Themenpalette.

Klöckner wollte nicht von einem Streit unter den Kandidaten sprechen. Wenn diese ihre Haltung deutlich machten, müsse es Unterschiede geben. «Das ist kein Streit», sondern ein normales Prozedere.

Der Generalsekretär des CDU-nahen Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, sagte der Deutschen Presse-Agentur über die Auseinandersetzungen: «Wenn sich der Umgangston weiter so verschärft und inhaltliche Diskussionsverbote verhängt werden, wird es auf die Geschlossenheit der CDU nicht ohne nachhaltige Auswirkungen bleiben.» Der Wirtschaftsrat vertritt nach eigenen Angaben rund 12.000 Unternehmen.

«Diese Tage drohen beim Wettbewerb der Kandidaten um den CDU-Vorsitz zum Scheideweg zu werden», warnte Steiger. «Bisher haben sich alle mit gegenseitigem Respekt behandelt, jetzt will man sich falsch verstehen, um einen Vorteil zu ziehen.»

Kramp-Karrenbauer hatte am Wochenende die Kritik ihres Konkurrenten Merz harsch zurückgewiesen. Solche Behauptungen seien «ein Schlag ins Gesicht» für alle in der CDU, die seit Jahren gegen ständige Falschinformationen, Anfeindungen sowie in Teilen offene Hetze durch die AfD kämpften und Tag für Tag Haltung zeigten, sagte sie der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 11. 2018
11:25 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alternative für Deutschland Annegret Kramp-Karrenbauer Armin Laschet Armin Schuster Asyl Axel Fischer Bundeskanzlerin Angela Merkel CDU CSU Deutsche Presseagentur Deutschlandfunk Friedrich Merz Günter Krings Jens Spahn Julia Klöckner Markus Söder Streitereien Thomas Strobl Ursula von der Leyen Wolfgang Steiger
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Protest

14.09.2020

Moria: Merkel unterstützt neues Aufnahmezentrum

Es geht nicht um Zahlen für die Aufnahme von Flüchtlingen, es geht um ein Gesamtkonzept, sagt Kanzlerin Merkel. Sie setzt auf eine Europäisierung der Migrationspolitik. Doch wann kommt die? » mehr

Friedrich Merz

12.02.2020

Rennen um Parteivorsitz eröffnet: Merz will CDU-Chef werden

Der erste Kandidat wagt sich aus der Deckung: Friedrich Merz will CDU-Chef werden. Und auch Gesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich bereit, Verantwortung zu übernehmen. Was macht Armin Laschet? Er will weiter auf eine ... » mehr

Merkel  besucht NRW

18.08.2020

Merkel: Laschet hat wichtiges Rüstzeug für CDU-Vorsitz

Mitte Juli hält sich die Kanzlerin an der Seite von Markus Söder noch sehr zurück, was Kanzlerkandidatur und CDU-Vorsitz angeht. Beim Treffen mit Armin Laschet betont Merkel zwar ebenfalls, sie wolle sich nicht einmische... » mehr

Markus Söder

25.07.2020

Söder will Union als «Zukunftsteam» positionieren

Mit welcher Mannschaft und mit welchem Programm soll die Union in die Bundestagswahl gehen? Zumindest zur inhaltlichen Ausrichtung macht CSU-Chef Söder klare Ansagen. Auch die SPD diskutiert über die Kanzlerkandidatenfra... » mehr

Olaf Scholz

16.08.2020

SPD im Umfragehoch nach Scholz-Nominierung

Die SPD scheint mit dem Kanzlerkandidaten Scholz an Zustimmung zu gewinnen. Allerdings startet sie aus einem Dauertief, so dass es für eine Mitte-Links-Mehrheit bis auf weiteres nicht reicht. Es gibt auch warnende Stimme... » mehr

Daniel Günther

24.08.2020

Günther will mit Laschet über Kompromisslösung reden

In der CDU wächst die Sorge, dass die Partei gespalten ins Wahljahr 2021 gehen könnte, falls der Kampf um den Vorsitz knapp ausgehen sollte. Doch gibt es einen Ausweg aus dem Dilemma? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Oldtimerteilemarkt Suhl Suhl

Oldtimer-Teilemarkt Suhl | 27.09.2020 Suhl
» 44 Bilder ansehen

Wohnungsbrand HBN Hildburghausen

Brand Hildburghausen | 27.09.2020 Hildburghausen
» 21 Bilder ansehen

Schwarzbiernacht mit Remode Suhl

Schwarzbiernacht Remode | 26.09.2020 Suhl
» 79 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 11. 2018
11:25 Uhr



^