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Kriegsverbrechen: «Terminator» des Kongo schuldig gesprochen

Im Kongo nennen sie ihn den «Terminator»: Bosco Ntaganda war einer der grausamsten Rebellenführer. Bürger wurden gejagt und massakriert. Er machte Kinder zu Soldaten und Sex-Sklaven.



Bosco Ntaganda
Bosco Ntaganda bei seinem ersten Auftritt vor den Richtern des Internationalen Strafgerichtshofs ICC.   Foto: Peter Dejong/epa/Archiv

Das Weltstrafgericht hat den ehemaligen kongolesischen Rebellenchef Bosco Ntaganda alias «Terminator» wegen schwerster Kriegsverbrechen im Kongo schuldig gesprochen.

Dazu gehören Massaker, sexuelle Versklavung und der Einsatz von Kindersoldaten in den Jahren 2002 und 2003. In allen 18 Anklagepunkten sprachen die Richter des Internationalen Strafgerichtshofes den 45-Jährigen am Montag in Den Haag schuldig. Das Strafmaß wird bei einer späteren Anhörung verkündet.

Es ist erst die dritte Verurteilung für Kriegsverbrechen in der 17-jährigen Geschichte des Gerichts. Aber es ist das erste Urteil zum Einsatz von sexueller Gewalt als Kriegswaffe im Kongo. Die Höchststrafe beträgt lebenslange Haft. Der ehemalige Rebellenführer Thomas Lubanga war von dem Gericht 2012 für Kriegsverbrechen im Kongo zu 14 Jahren verurteilt worden - für den Einsatz von Kindersoldaten.

Ntaganda hatte sich 2013 nach sieben Jahren auf der Flucht selbst gestellt. Er hatte stets seine Unschuld beteuert. «Ich bin ein Revolutionär, kein Verbrecher», hatte er im vergangenen Jahr in seinem Schlusswort den Richtern erklärt. Er kann nun Berufung gegen das Urteil einlegen.

Als Kommandant habe Ntaganda die Rebellengruppe «Patriotische Kräfte für die Befreiung des Kongos» zu den grausamen Verbrechen angetrieben, erklärte der Vorsitzende Richter Robert Fremr. «Ntaganda hatte eine wichtige militärische Position und war einer der Hauptführer.» Aber das Gericht sprach ihn auch schuldig als direkten Täter für einige Verbrechen wie etwa Mord. Die Anklage hatte ihm Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in 18 Punkten zur Last gelegt. Die Verbrechen waren 2002 und 2003 in der nördlichen Provinz Ituri begangen worden.

Die Rebellen gehörten zum Volksstamm der Hema und kämpften um die Vorherrschaft in dem rohstoffreichen Gebiet. Die Attacken richteten sich vor allem gegen die ethnische Gruppe der Lendu. «Sie wollten die Lendu-Bevölkerung zerstören», sagte der Richter und zählte einige der grausamsten Verbrechen auf:

Dörfer wurden zerstört, die Bevölkerung in die Flucht getrieben, ermordet, Gliedmaßen wurden abgehackt. In einem Bananenfeld wurden Massengräber und verstümmelte Leichen gefunden. Kinder unter 15 Jahren waren zum Kriegsdienst gezwungen und Mädchen sexuell versklavt worden.

Ntaganda hatte auch als hoher Offizier in der ruandischen Armee und später mit kongolesischen Truppen gekämpft. Er soll zeitweilig die Unterstützung des ruandischen Präsidenten Paul Kagame genossen haben. Nach Einschätzung von Beobachtern hatte er sich gestellt, nachdem Kagame ihn fallen gelassen hatte.

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dpa

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Veröffentlicht am:
08. 07. 2019
13:31 Uhr

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Veröffentlicht am:
08. 07. 2019
13:31 Uhr



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