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Kopfgeld-Affäre: Trump weist neue Berichte zurück

Russland soll Taliban-Kämpfer in Afghanistan dafür bezahlt haben, unter anderem US-Soldaten zu töten. Diese schweren Vorwürfe sorgen in Washington auch wegen der ausbleibenden Reaktion des Weißen Hauses für Irritation. Präsident Trump griff nun zu Twitter.



Trump
Für Trump sind regierungskritische Medien wie die «New York Times» «Fake News».   Foto: Evan Vucci/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat brisante Medienberichte über angebliches russisches Kopfgeld auf US-Soldaten in Afghanistan zurückgewiesen.

«Die Geschichte von Russlands Kopfgeld ist nur eine weitere von den Fake News erfundene Geschichte, die nur erzählt wird, um mir und der Republikanischen Partei Schaden zuzufügen», schrieb Trump am Mittwochmorgen auf Twitter. Trump nennt regierungskritische Medien wie die «New York Times» gerne abwertend «Fake News» (Falschnachrichten).

«Die geheime Quelle existiert möglicherweise nicht einmal, genau wie die Geschichte selbst», twitterte Trump weiter. Er forderte die «New York Times» auf, ihre Quellen offenzulegen. «Nur eine weitere Ente!» Wenig später legte er nach, er sei in der Sache nicht unterrichtet worden, weil die möglichen Informationen der Geheimdienste nicht durch weitere Erkenntnisse abgesichert gewesen seien.

Hintergrund sind Medienberichte, dass russische Agenten militanten Islamisten der Taliban in Afghanistan Geld für Angriffe auf US-Soldaten versprochen haben sollen. Sie beriefen sich dabei auf Geheimdienstinformationen. Die «New York Times» und andere Zeitungen berichteten zudem, dass Trump über diese Informationen Anfang des Jahres informiert worden sei, unter anderem schriftlich.

Das Weiße Haus weist das vehement zurück, hat dabei aber wie auch das Verteidigungsministerium indirekt bestätigt, dass entsprechende Informationen existieren. Es gebe unter den Geheimdiensten aber unterschiedliche Meinungen zu ihrer Glaubwürdigkeit.

Wie viel der Präsident wusste, ist relevant, weil Maßnahmen der US-Regierung gegen Moskau in der Sache nicht bekannt sind. Vor einigen Wochen hatte Trump dagegen die Idee geäußert, Russland zum anstehenden G7-Gipfel in den USA einzuladen. Kritiker werfen dem US-Präsidenten seit Jahren vor, gegenüber Russland eine viel zu zurückhaltende und sogar zuvorkommende Linie zu fahren. Allerdings hat Trump Sanktionen gegen Russland durchgesetzt, unter anderem, um die Erdgasleitung Nord Stream von Russland nach Deutschland zu verhindern.

Die «New York Times» berichtete unterdessen über größere Finanztransfers, die im Zusammenhang mit der Affäre stehen könnten. Es handele sich um abgefangene Daten von Überweisungen eines vom russischen Militärgeheimdienst kontrollierten Bankkontos an ein mit den Taliban verbundenes Konto - die Zeitung verwies auf drei ungenannte Beamte aus Geheimdienstkreisen. Dies untermauere nach deren Ansicht die Vermutung, dass Russland heimlich Kopfgelder für die Tötung von US-Truppen in Afghanistan angeboten haben könnte.

Verteidigungsminister Mark Esper bekräftige dagegen, dass sein Haus kein «unterstützendes Beweismaterial» zu den Erkenntnissen der Geheimdienste habe. «Ich möchte allen unseren Militärangehörigen versichern, dass das Ministerium alle potenziellen Bedrohungen gegen US-Militärpersonal sehr ernst nimmt», twitterte Esper am Dienstagabend (Ortszeit).

Im Zusammenhang mit der Kopfgeld-These wird unter anderem ein Autobombenanschlag im April 2019 genannt, bei dem drei Marinesoldaten getötet worden sein sollen. Der «Washington Post» zufolge hatte die CIA die Informationen über das russische Kopfgeld untersucht und «bestätigt». Der Kreml bezeichnet die Medienberichte als «Lüge».

© dpa-infocom, dpa:200701-99-636787/4

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Veröffentlicht am:
01. 07. 2020
17:29 Uhr

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