Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Köln-Geiselnehmer hätte vielleicht abgeschoben werden können

Hätte Deutschland den späteren Kölner Geiselnehmer gar nicht aufnehmen müssen, als er 2015 aus Syrien kam? Jedenfalls reiste der Mann nicht direkt nach Deutschland ein, sondern über Tschechien.



Spurensicherung
Spurensicherung der Polizei in der Apotheke im Hauptbahnhof, in der sich zuvor eine Geiselnahme ereignet hatte. Vorn an der Scheibe sind Einschusslöcher der Polizei zu sehen.   Foto: Marius Becker

Der Geiselnehmer vom Kölner Hauptbahnhof hätte möglicherweise zu einem frühen Zeitpunkt seines Aufenthalts in Deutschland abgeschoben werden können.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bestätigte, dass ein Übernahme-Ersuchen innerhalb einer Frist von drei Monaten an Tschechien hätte gerichtet werden können, da der Mann über dieses Land nach Deutschland eingereist war. Nach dem Dublin-Abkommen muss ein Asylantrag in dem EU-Land gestellt und bearbeitet werden, das der Flüchtling als erstes erreicht.

Das Übernahme-Ersuchen blieb in diesem Fall jedoch aus. «Die Gründe, warum die Frist zum Stellen eines Übernahmeersuchens in diesem Einzelfall nicht eingehalten werden konnte, lassen sich nach mehr als dreieinhalb Jahren nicht mehr nachvollziehen», teilte ein Bamf-Sprecher mit. Über die verpasste Möglichkeit einer Abschiebung hatte der «Kölner Stadt-Anzeiger» berichtet.

Mohammed A. R. sei aufgrund eines durch die tschechische Botschaft in Beirut ausgestellten Schengen-Visums in den Schengen-Raum eingereist, teilte der Bamf-Sprecher mit. Eine Registrierung als Asylbewerber in Tschechien sei nach vorliegenden Erkenntnissen allerdings nicht erfolgt. Der Sprecher betonte: «Dass eine Überstellung nach Tschechien, bei fristgerechtem Übernahme-Ersuchen, erfolgt wäre, davon kann nicht ohne weiteres ausgegangen werden.» In der Praxis hätten auch fristgerechte Ersuchen auf der Grundlage des Dublin-Abkommens nicht immer Erfolg.

Der heute 55-Jährige hatte am Montag Benzin in einem Schnellrestaurant im Kölner Hauptbahnhof in Brand gesetzt und dadurch eine 14 Jahre alte Kundin schwer verletzt. Anschließend nahm er eine Apothekenangestellte als Geisel, übergoss sie mit Benzin und wollte sie anzünden. Spezialkräfte der Polizei schossen ihn jedoch nieder. Die Polizei glaubt, dass der Mann eigentlich einen noch größeren Anschlag mit Gaskartuschen ausführen wollte. Die Bundesanwaltschaft prüft, ob es sich bei der Tat um einen islamistischen Terroranschlag handeln könnte.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 10. 2018
16:57 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesanwaltschaft Geiselnehmer Kölner Stadt-Anzeiger Polizei
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Einsatz in Köln

17.10.2018

Bundesanwälte: Terror-Motiv bei Kölner Geiselnehmer möglich

War es eine IS-Tat - oder die eines verwirrten Einzeltäters? Viele Fragen sind nach der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof noch offen. Die Bundesanwaltschaft sucht nun Antworten darauf. Sie will vor allem wissen, warum d... » mehr

Kölner Hauptbahnhof

16.10.2018

Geiselnahme in Köln: Fahnder prüfen Terror-Hintergrund

Islamischer Terrorist oder eher psychisch verwirrter Einzeltäter? Die Polizei weiß noch nicht genau, wie sie den Geiselnehmer aus dem Kölner Hauptbahnhof einstufen muss. Nur in einem Punkt ist sie sich ganz sicher: Einig... » mehr

E-Tretroller in Berlin

06.08.2019

Städtebund: Keine Spaßbremse bei E-Tretrollern

Die Debatte um die seit Juni zugelassenen E-Tretroller geht weiter. Sollen die sogenannten E-Scooter stärker reglementiert werden? » mehr

Terroranschlag Breitscheidplatz

24.10.2019

Berichte: Attentäter Amri machte Selfie vor Merkels Wohnung

Am 19. Dezember 2016 raste Anis Amri mit einem Lkw in den Breitscheidplatz in Berlin und tötete zwölf Menschen. Jetzt veröffentlichte Fotos lassen darauf schließen, dass Amri auch andere Ziele in der Hauptstadt ins Auge ... » mehr

Lichteraktion

12.10.2019

Terroranschlag von Halle: Attentäter legt Geständnis ab

Die Bluttat von Halle sorgt für Bestürzung über Deutschland hinaus. In seinen Vernehmungen erweist sich Stephan B. als redselig - und bestätigt den Verdacht eines rechtsextremistischen Motivs. » mehr

Tür unter Beschuss

10.10.2019

Seehofer garantiert Juden nach Anschlag Sicherheit

Vier Schusswaffen, Sprengsätze, Bekennervideo und ein «Manifest». Für die Ermittler gibt es keinen Zweifel: Der rechtsextremistische Schütze von Halle plante ein Massaker in der Synagoge mit weltweiter Wirkung. Und die B... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

weihnama1.jpg Himmelpfort

Weihnachtsbüro Himmelpforten | 15.11.2019 Himmelpfort
» 10 Bilder ansehen

Hunde-Foto-Shooting mit Angelika Elendt

Hunde-Foto-Shooting Caruso |
» 12 Bilder ansehen

Kastanienkette Ilmenau

Längste Kastanien-Kette | 14.11.2019 Ilmenau
» 5 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 10. 2018
16:57 Uhr



^