Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

Klimadebatte rückt bei «Unwort»-Vorschlägen in Fokus

Die Suche nach dem «Unwort des Jahres» läuft. Es sind zwar erst relativ wenige Vorschläge eingegangen, doch ein Trend zeichnet sich bereits ab.



Unwort des Jahres
Das Wort «Unwort» ist in einem Wörterbuch zu lesen.   Foto: Stephan Jansen/dpa/Illustration

Nach den Themen Migration und Flüchtlingspolitik rücken zunehmend Begriffe zur Klimadebatte in den Fokus beim «Unwort des Jahres».

«Das spiegelt die politische Debatte wider», sagte die Sprecherin der Jury, Nina Janich, der Deutschen Presse-Agentur. Für das nächste «Unwort» seien aber bislang relativ wenig Vorschläge eingereicht worden. Es seien 232 unterschiedliche Begriffe vorgeschlagen worden. Allerdings würden nur 26 den Kriterien der Jury entsprechen. Der Rest sei zu lang, seien Schimpfwörter, Floskeln oder Begriffe wie «Brexit», die Menschen einfach nerven würden. Das «Unwort des Jahres 2019» wird am 14. Januar in Darmstadt bekanntgegeben. Vorschläge können noch bis zum 31. Dezember eingereicht werden.

Die sprachkritische Aktion «Unwort des Jahres» möchte auf unangemessenen Sprachgebrauch in der Öffentlichkeit aufmerksam machen und so die Bevölkerung sensibilisieren. Dabei werden Wörter gerügt, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind. «Dabei richten wir uns nicht nach der Menge der Vorschläge für ein einzelnes Wort», betonte Sprachwissenschaftlerin Janich.

Es gebe zwar immer noch einen Anteil an Vorschlägen, der sich mit dem Thema Migration befasse. Beispiele seien hier «Asyltourismus», «Flüchtlingsdeal» oder «Flüchtlingsmauer». Massiv zugenommen hätten aber Begrifflichkeiten im Zusammenhang mit der Klimadebatte: Dazu zählten etwa «Ökoterrorismus», «Ökodiktatur» oder «Verschmutzungsrechte». Viele solcher Begriffe lehnen sich an den Glauben an: «CO2-Jünger», «CO2-Glaube», «Klimakirche» oder «Tesla-Jünger».

Die bislang eher geringe Zahl der Vorschläge könne daran liegen, dass es beim Themenbereich Klima und Ökologie nicht so viele diskriminierende Begriffe gebe, die einen persönlich betreffen. Es richte sich nicht gegen eine einzelne Menschengruppe, sondern es gehe um eine politische Debatte, sagte Janich. Vielleicht sei aber auch eine Art Ermüdung der Hintergrund, weil die letzten «Unwörter des Jahres» immer im Kontext mit Migration gestanden hätten. Als «Unwörter» wurden zuletzt «Anti-Abschiebe-Industrie», «alternative Fakten», «Volksverräter» und «Gutmensch» gekürt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 11. 2019
10:55 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Begriffe Bevölkerung Debatten Deutsche Presseagentur Gesellschaft und Bevölkerungsgruppen Irreführung Migration Sprachgebrauch Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler Volksverräter Öffentlichkeit
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Sebastian Kurz

02.09.2020

Kanzler Kurz: Asylreform muss Außengrenzschutz stärken

Er gehört seit Jahren zu den Politiker, die für einen restriktiven Kurs in der Migrationspolitik stehen. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz will auch bei einer Asylreform Zuwanderung möglichst begrenzen. » mehr

Demo-Teilnehmer

28.05.2020

Jens Spahn warnt vor neuer Spaltung der Gesellschaft

Die Flüchtlingskrise 2015 hat die deutsche Gesellschaft polarisiert. Nun sind die Folgen der Corona-Krise das beherrschende Thema des Landes - und erneut spitzt sich die Debatte massiv zu. » mehr

Eine Frau in einem Ghetto in Niger

29.07.2020

«Unsägliche Brutalität» auf Migrationsrouten in Afrika

Die von der EU unterstützte libysche Küstenwache hat nach einem UNHCR-Bericht in diesem Jahr bereits 6200 Menschen an einer gefährlichen Überfahrt nach Europa gehindert. Was folgt ist offensichtlich aber wenig menschenfr... » mehr

Ferrari in Düsseldorf

21.09.2020

Reiche schädigen Klima sehr viel stärker als Arme

Laut einer Studie von Oxfam sind die wohlhabendsten Menschen für einen Großteil der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Die Organisation fordert ein Umdenken. » mehr

Angela Merkel

31.08.2020

«Wir schaffen das» - Ein Satz schreibt Geschichte

Heute vor fünf Jahren sagte Angela Merkel «Wir schaffen das». Der Satz war im Grunde eine Banalität. Warum erlangte er dennoch solche Bedeutung? » mehr

Silvia Breher

21.09.2020

CDU-Vize: Führungspositionen für Frauen attraktiver machen

In Vorstandsetagen deutscher Unternehmen sieht es beim Frauenanteil mau aus. Frauen in der CDU wollen das rasch ändern. Doch in der eigenen Partei lässt die Frauenquote wegen Corona auf sich warten. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall ICE Schafe Schalkau Tunnel Müß

ICE rammt Schafherde | 23.09.2020 Schalkau Tunnel Müß
» 14 Bilder ansehen

2020-09-22

Feuerwehr-Übung Ilmenau | 22.09.2020
» 17 Bilder ansehen

Großbrand Themar Themar

Großbrand Themar | 22.09.2020 Themar
» 57 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 11. 2019
10:55 Uhr



^