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Jüngste Offensiven in Syrien haben eine Million vertrieben

6,5 Millionen Menschen sind innerhalb Syriens vertrieben - eine Million davon alleine im ersten Halbjahr 2018. Ein neuer UN-Bericht dazu warnt auch vor einer Katastrophe in Idlib.



Idlib
Wegen der heftigen Kämpfe im Nordwesten Syriens sind in den vergangenen Tagen weitere 30.000 Menschen geflohen.   Foto: Anas Alkharboutli

Militäreinsätze der syrischen Regierung haben in den vergangenen sechs Monaten den Vereinten Nationen zufolge mehr als eine Million Menschen in dem Bürgerkriegsland vertrieben.

Unter anderem wegen Kämpfen in Aleppo, bei Damaskus oder in der Provinz Daraa im Süden hätten viele Familien zwischen Januar und Juni fliehen müssen. Die meisten von ihnen lebten nun unter «schrecklichen Bedingungen», wie aus einem Bericht einer unabhängigen Untersuchungskommission der UN hervorgeht, der am Mittwoch in Genf veröffentlicht wurde.

In den meisten der untersuchten Schlachten seien Kriegsverbrechen begangen worden. Dazu zählten wahllose Angriffe und der Einsatz verbotener Waffen sowie Plünderungen. Oft seien keine ausreichenden Vorkehrungen zum Schutz der Zivilbevölkerung getroffen worden.

«Es ist völlig unentschuldbar, dass keine Partei in diesem Konflikt ihren Verpflichtungen gegenüber Zivilisten nachgekommen ist, die durch ihre Militäroperationen vertrieben wurden», sagte Kommissionsleiter Paulo Pinheiro. Insgesamt sind laut UN 6,5 Millionen Menschen innerhalb Syriens vertrieben.

In ihrem Bericht warnt die Kommission auch vor der befürchteten Großoffensive auf die Rebellenhochburg Idlib. Dort leben etwa drei Millionen Zivilisten, von denen fast die Hälfte zuvor aus anderen Regionen des Landes geflohen war. In der Provinz würde «eine weitere, mit wenig Rücksicht auf das Leben von Zivilisten gestartete Offensive eine katastrophale menschenrechtliche und humanitäre Krise auslösen».

Idlib ist das letzte große Rebellengebiet in Syrien. Die Regierung hatte dort in den vergangenen Wochen ihre Truppen zusammengezogen und mit einer Offensive gedroht. Sie will nach eigenen Angaben das ganze Land wieder unter ihre Kontrolle bringen. Damaskus und sein Verbündeter Russland wollen in Idlib nach eigenen Angaben «Terroristen» bekämpfen. In der Region ist die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS), die sich früher Al-Nusra-Front nannte, sehr stark.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte die Regierung wichtige Gebiete wieder von Aufständischen eingenommen, darunter die lange umkämpfte Region Ost-Ghuta bei Damaskus und den Süden des Landes. Dort gaben die Rebellen zu großen Teilen kampflos auf und konnten mit ihren Familien unter anderem nach Idlib abziehen.

Der syrische Bürgerkrieg hatte im März 2011 im Zuge der arabischen Aufstände mit Protesten begonnen, seitdem wurden mehr als 400 000 Menschen getötet. Die Hälfte der Bevölkerung wurde vertrieben, davon auch Millionen ins Ausland. In Europa verstärkte der Zustrom der Flüchtlinge ausländerfeindliche Tendenzen und entfachte Debatten über moralische Werte und die Grundpfeiler der Politik.

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dpa

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Veröffentlicht am:
12. 09. 2018
15:30 Uhr

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12. 09. 2018
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