Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

Brennpunkte

Josef Schuster bleibt Präsident des Zentralrats der Juden

Der Zentralrat der Juden in Deutschland bestätigt seinen Präsidenten Schuster im Amt. Darüber freut sich nicht nur dieser, sondern auch die evangelische und katholische Kirche.



Josef Schuster
Josef Schuster ist für weitere vier Jahre im Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland bestätigt worden.   Foto: Peter Kneffel

Josef Schuster bleibt Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Das Präsidium wählte den 64-Jährigen im Rahmen einer nicht-öffentlichen Versammlung in Frankfurt einstimmig für eine weitere vierjährige Amtszeit, wie der Zentralrat mitteilte.

Der Würzburger Arzt hat das Ehrenamt seit dem 30. November 2014 inne. Von 2010 bis 2014 war Schuster Vizepräsident des Zentralrats.

«Auch in Zeiten eines wachsenden Antisemitismus lassen wir uns nicht entmutigen», erklärte Schuster nach seiner Wiederwahl. «Wir werden unseren Beitrag zu einem toleranten und weltoffenen Deutschland leisten.» Der im Juli 1950 gegründete Zentralrat der Juden in Deutschland ist der zentrale Dachverband der jüdischen Gemeinden hierzulande. Er vertritt nach jüngsten Zahlen 105 jüdische Gemeinden mit zusammen knapp 98.000 Mitgliedern (Stand 2017).

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, gratulierte Schuster zur Wiederwahl: «Er ist ein Glücksfall nicht nur für das Judentum in Deutschland, sondern auch für unser ganzes Land. Ich freue mich darauf, seine starke, profilierte und kluge Stimme in der Öffentlichkeit auch zukünftig zu hören», hieß es in einer Mitteilung.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nannte Schuster in einem Glückwunschschreiben, einen «geschätzten Kooperationspartner der Kirchen». Marx hob unter anderem hervor, dass sich Schuster klar gegen Rechtspopulismus positioniere. «Hier gibt es eine gemeinsame Haltung von Kirchen und Zentralrat in Deutschland. Ihre Sorge um die Demokratie und um eine von gegenseitigem Respekt bestimmte Debattenkultur in der Gesellschaft, ist auch unsere Sorge.»

Der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Felix Klein, sagte der dpa, er freue sich auf die weitere Zusammenarbeit mit Schuster. Dieser habe «immer wieder wichtige politische Debatten angestoßen». Er habe bedeutende Initiativen wie die Gründung einer Jüdischen Akademie sowie zentrale Begegnungs- und Bildungsprojekte zur Aufklärung über das Judentum energisch vorangetrieben. «Diese führen uns einmal mehr vor Augen, welche Bereicherung jüdisches Leben für unser Land darstellt.»

Als Vizepräsidenten des Zentralrats wurden Mark Dainow aus Offenbach und Abraham Lehrer aus Köln in ihren Ämtern bestätigt. Das Präsidium des Zentralrats hat neun jeweils für vier Jahre gewählte Mitglieder.

Schuster wurde am 20. März 1954 in Haifa/Israel geboren. 1956 kehrten seine Eltern mit ihm in die väterliche Heimat Unterfranken zurück. Schuster studierte in Würzburg Medizin und ließ sich dort 1988 als Internist mit einer eigenen Praxis nieder. Neben seinem Engagement im Zentralrat der Juden in Deutschland ist Schuster Vizepräsident des World Jewish Congress (WJC) und des European Jewish Congress (EJC).

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 11. 2018
22:31 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Antisemitismus Deutsche Presseagentur Evangelische Kirche Evangelische Kirche in Deutschland Felix Christian Klein Heinrich Josef Schuster Juden Juden in Deutschland Katholische Kirche Reinhard Marx Vizepräsidenten Zentralrat der Juden in Deutschland
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Kippaträger

26.05.2019

Antisemitismusbeauftragter: Kippa nicht überall tragen

Die Zahl antisemitischer Straftaten ist bundesweit stark gestiegen. Wer eine Kippa trägt, setzt sich mancherorts einem Risiko aus. Das dürfe nicht so bleiben, fordern Vertreter der Juden hierzulande. Auch der israelische... » mehr

Gegendemo

01.06.2019

Proteste gegen Al-Kuds-Marsch in Berlin

Der Marsch radikal-islamischer Gruppen in Berlin ruft lautstarke Proteste auf den Plan - sowohl auf der Straße als auch von Organisationen. Politiker warnen vor erstarkendem Antisemitismus. » mehr

Mann mit Kippa

28.05.2019

Antisemitismus-Beauftragter ruft zum Kippa-Tragen auf

Kippa-Tragen als Zeichen gegen Intoleranz und als Zeichen der Solidarität - schlägt der Antisemitismusbeauftragte Klein vor. Zentralratspräsident Schuster rät zur Vorsicht. Mit einer speziellen Forderung melden sich Rabb... » mehr

«Gottlos glücklich»

19.06.2019

Steinmeier wirbt für mehr Einmischung

Mit viel Prominenz hat der Evangelische Kirchentag in Dortmund begonnen. Er rückt das Vertrauen, das vielen in der Gesellschaft abhanden gekommen ist, in den Fokus. Und schon an Tag eins gibt es klare politische Botschaf... » mehr

Wahlkabine

25.05.2019

Warnung vor Rechtsruck beim Superwahltag

Am Sonntag zählt's: Zum Finale der Europawahl sind auch die deutschen Wähler zu den Urnen gerufen. Christ- und Sozialdemokraten fürchten Verluste - und das Erstarken rechter EU-Gegner. » mehr

Gottesdienst in Straubing

02.05.2019

Zahl der Kirchenmitglieder halbiert sich bis 2060

Bei Mitgliedern und Finanzen gehen die beiden großen Konfessionen düsteren Zeiten entgegen. Das haben sich katholische und evangelische Kirche jetzt bescheinigen lassen. Einen Lichtblick sieht eine Untersuchung dennoch. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Pkw Brand A73 Adlersberg Parkplatz Adlersberg

Fahrzeugbrand A 73 | 20.07.2019 Parkplatz Adlersberg
» 9 Bilder ansehen

Feldbrand Mendhausen Mendhausen

Feldbrand Mendhausen | 20.07.2019 Mendhausen
» 13 Bilder ansehen

Kulturarena Jena Jena mit Nouvelle Vague Jena

Kulturarena Jena | 19.07.2019 Jena
» 39 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 11. 2018
22:31 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".