Lade Login-Box.
Corona Newsletter
Topthemen: Coronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

Israels Botschafter: Juden sollten nicht «weglaufen»

Wie sicher sind Juden in Deutschland? Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle hat diese Diskussion an Fahrt aufgenommen. Jetzt schaltet sich der israelische Botschafter mit einem Ratschlag ein.



Issacharoff gegen jüdische Emigration
Jeremy Issacharoff ist israelischer Botschafter in Deutschland.   Foto: Michael Kappeler/dpa

Israels Botschafter Jeremy Issacharoff sieht keine Anzeichen dafür, dass in Deutschland lebende Juden wegen antisemitischer Angriffe in größerer Zahl das Land verlassen könnten.

Er rät auch davon ab: «Ich würde niemals wollen, dass Juden vor etwas weglaufen», sagte der höchste Vertreter Israels in Deutschland knapp drei Monate nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Ich glaube nicht, dass das die richtige Antwort für irgendjemanden wäre - nicht für sie (die Juden) und nicht für die deutsche Gesellschaft.»

In Frankreich war nach einem schweren antisemitischen Anschlag 2012 eine zunehmende Zahl von Juden nach Israel ausgewandert. Die französische jüdische Gemeinde ist die größte Europas und nach Israel und den USA die drittgrößte weltweit.

Issacharoff betonte, dass er eine solche Entwicklung in Deutschland nicht erwarte. Im Gegenteil: Er spüre eine Entschlossenheit unter den Juden in Deutschland, ihr Leben so weiterzuleben wie bisher.

Er glaube auch nicht, dass der Anschlag von Halle oder andere antisemitische Straftaten Touristen aus Israel abschrecken würden, nach Deutschland zu kommen: «Im Moment sehe ich einen normalen Besucherstrom von Israelis nach Deutschland, nach Berlin, nach Frankfurt und in andere Städte. Und ich erwarte da in naher Zukunft auch keine Veränderung.»

Am 9. Oktober hatte der schwer bewaffnete Rechtsterrorist Stephan B. versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Gut 50 Menschen waren in dem Gotteshaus in Todesangst, als der Mann gegen die Tür schoss und Sprengsätze warf. Als das scheiterte, erschoss er eine 40-jährige Frau aus Halle und kurz darauf einen 20 Jahre alten Mann in einem nahe gelegenen Dönerladen. Auf seiner Flucht verletzte der Schütze auch ein Ehepaar schwer.

Issacharoff sagte, es wäre eine Katastrophe für Deutschland gewesen, wenn der Attentäter in die Synagoge gelangt wäre und dort zahlreiche Juden getötet hätte. «Ich glaube, das hätte sehr, sehr spürbare Auswirkungen auf Deutschlands moralisches Ansehen und auf seine Identität gehabt. Ich glaube, der Effekt wäre dramatisch gewesen.»

Der israelische Botschafter zeigte sich zufrieden mit den Maßnahmen, die die deutschen Behörden bisher ergriffen haben, um jüdische Einrichtungen zu schützen. «Das war ein Warnsignal an die deutschen Behörden und sie haben substanzielle Schritte zur Verbesserung der Sicherheit eingeleitet.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 12. 2019
09:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Anschläge Antisemitismus Attentäter Deutsche Presseagentur Juden Juden in Deutschland Judentum Personen aus Israel Synagogen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Halle

30.03.2020

Attentäter von Halle hätte gern mehr Menschen getötet

Der Attentäter von Halle hat laut einem Medienbericht in seinem ausführlichen Geständnis bedauert, zu wenige Menschen getötet zu haben und außerdem die falschen. » mehr

Verleihung des Theodor-Herzl-Preises an Merkel

28.10.2019

Jüdischer Weltkongress fordert Verbot von Neo-Nazi-Parteien

Der Jüdische Weltkongress ehrt Angela Merkel als «Hüterin der Zivilisation». Die Bundeskanzlerin ruft die Deutschen auf, allen Antisemiten entgegenzutreten - und lässt eine Frage offen. » mehr

Bundeskanzlerin Merkel

06.12.2019

Merkel warnt in Auschwitz vor Antisemitismus und Hassreden

Ihr erster Besuch im ehemaligen deutschen KZ Auschwitz-Birkenau fiel Kanzlerin Merkel ganz offensichtlich alles andere als leicht. Die Gedenkstätte sei Mahnung gegen Vergessen und Relativieren. Merkel wandte sich klar ge... » mehr

Polizeischutz

24.10.2019

Jeder vierte Deutsche hegt antisemitische Gedanken

Vor zwei Wochen verübte ein Deutscher einen Anschlag in Halle. Vermeintliches Ziel - eine Synagoge. Eine Umfrage des Jüdischen Weltkongresses belegt, Antisemitismus in Deutschland ist verbreitet. » mehr

Nach Angriff in Halle

19.01.2020

Bislang 350.000 Euro Entschädigung für Terroropfer von Halle

Opfer und Betroffene des rechtsextremistischen Anschlags von Halle haben einem Zeitungsbericht zufolge bislang insgesamt 350.000 Euro als Entschädigung erhalten. » mehr

Solidaritätsgebet

09.08.2019

Hunderte bei Solidaritätsgebet für attackierten Rabbiner

Zwei Wochen ist eine antisemitische Attacke auf den Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal her. Mit einem gemeinsamen Gebet in der Synagoge zeigen sich nun viele solidarisch - und verurteilen Antisemitismus. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Wohnhausbrand Trusetal

Wohnhausbrand Trusetal | 05.04.2020 Trusetal
» 26 Bilder ansehen

Sperrung vor Neustadt am Rennsteig Neustadt am Rennsteig

Sperrung Neustadt am Rennsteig | 23.03.2020 Neustadt am Rennsteig
» 4 Bilder ansehen

Brand in Katzhütte Katzhütte

Brand Katzhütte | 23.03.2020 Katzhütte
» 4 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 12. 2019
09:53 Uhr



^