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Internationale Gemeinschaft verspricht Sudan Millionenhilfe

Die Revolution im Sudan brachte Euphorie - doch ein Jahr später steckt das Land immer noch in der Krise. Diese bedroht die ohnehin fragile politische Lage. Nun bittet das Land um Hilfe von der internationalen Gemeinschaft.



Situation im Sudan
Drei Frauen nehmen im Sudan Spenden einer humanitären Organisation entgegen. Bei einer Online-Geberkonferenz kamen rund 1,8 Milliarden Dollar für den Reformprozess im Sudan zusammen.   Foto: -/Saudi Press Agency/dpa

Ein Jahr nach dem Putsch im Sudan bedroht die tiefe Wirtschaftskrise den Wandel zur Demokratie - millionenschwere Hilfen der internationalen Gemeinschaft sollen helfen.

«Wir, die internationale Gemeinschaft, haben eine Verantwortung, den Menschen Sudans und ihrer friedlichen Revolution beiseite zu stehen», sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bei einer Online-Geberkonferenz, bei der Deutschland ein Gastgeber war. Um den Reformprozess im Sudan zu unterstützen, sagte die Bundesregierung 150 Millionen Euro zu. Die Summe der versprochenen Gelder der Teilnehmer - darunter die USA, Frankreich, die Vereinten Arabischen Emirate und die EU - belief sich laut Maas auf rund 1,8 Milliarden Dollar.

Den Sudan zu unterstützen «ist nicht eine Frage der Großzügigkeit, es ist eine Frage des aufgeklärten Selbstinteresses», sagte UN-Generalsekretär António Guterres. Das Land mit seinen 42 Millionen Einwohner liegt strategisch wichtig am Scheideweg Afrikas und des Nahen Ostens, aber in einer von Konflikten geplagten Umgebung. Der Sudan «bringt Hoffnung in der Region», sagte Regierungschef Abdullah Hamduk. Unterstützung für den Wandel in dem Land werde auch positive Auswirkungen in der Nachbarschaft haben.

Im April 2019 wurde Sudans autoritärer Präsident Omar al-Baschir nach 30 Jahren an der Macht vom Militär gestürzt. Massenproteste, ausgelöst durch eine Wirtschaftskrise, waren dem vorausgegangen. Nun ist eine fragile Übergangsregierung aus Militärs und Zivilisten an der Macht. Allerdings ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor verheerend. Die Produktivität ist niedrig, die Staatsschulden hoch und das Land steht immer noch auf einer Liste von Ländern, denen die USA Unterstützung von Terrorismus vorwerfen. Letzteres macht Investitionen aus dem Ausland und Zugang zu internationalen Finanzquellen extrem schwer.

«Der Sudan kämpft mit einem sehr, sehr schweren Erbe zu einer extrem schwierigen Zeit», sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva. Zusätzlich zu seiner «katastrophalen» Lage müsse das Land die Corona-Pandemie bewältigen und zugleich stecke die ganze Welt in einer Rezession. Sudan habe eine finanzielle Lücke von 1,5 bis 2 Milliarden Dollar in diesem und kommenden Jahr. Das Land brauche dafür dringend Gelder, betonte die IWF-Chefin.

Sollte der Sudan nicht ausreichend finanziell unterstützt werden, könnte dies laut Experten Folgen weit über die Landesgrenzen hinaus haben. Würde die Frustration in der Bevölkerung über die Lebensbedingungen steigen, könnten neue Proteste die fragile Regierung destabilisieren, mit «möglichen katastrophalen Konsequenzen für den Sudan und die Region», teilte die Denkfabrik International Crisis Group (ICG) mit.

Verbessern sich die Bedingungen in dem flächenmäßig drittgrößten Land Afrikas, könnte der Sudan für Stabilität in der Region sorgen sowie Investitionsmöglichkeiten bieten, auch für deutsche Firmen. «Viele Unternehmen würden sich dort gerne engagieren», teilte Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Afrika-Vereins, mit. «Sudan braucht jetzt Unterstützung, um Projekte beispielsweise in den Bereichen Infrastruktur, Energie, Gesundheit, Landwirtschaft oder Ausbildung durchführen zu können.»

© dpa-infocom, dpa:200625-99-567979/3

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Veröffentlicht am:
25. 06. 2020
21:02 Uhr

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25. 06. 2020
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