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Indien bringt Teil eins seiner Mammutwahl über die Bühne

Auf den ersten Wahltag folgen noch weitere sechs. Allein am Donnerstag könnten allerdings mehr Inder abgestimmt haben, als Deutschland Einwohner hat. Die erste Phase der Parlamentswahl in der größten Demokratie der Welt verlief nicht ohne Probleme.



Narendra Modi
Seine Chancen auf eine zweite fünfjährige Amtszeit stehen nach Umfragen gut: Indiens Ministerpräsident Narendra Modi.   Foto: Manish Swarup/AP » zu den Bildern

Dutzende Millionen Menschen haben am ersten Tag der knapp sechswöchigen Parlamentswahl in Indien ihre Stimmen abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag nach Zahlen der Wahlkommission in allen beteiligten Bundesstaaten höher als 50 Prozent, mancherorts auch über 80 Prozent.

Es gab allerdings auch Störungen und vereinzelt Gewalt - und mindestens ein Todesopfer. In manchen Gegenden fielen Hunderte elektronische Wahlgeräte aus, allein im südlichen Bundesstaat Andhra Pradesh waren es nach Angaben der Wahlkommission mehr als 350. Es gab auch Berichte über Menschen, die nicht wählen konnten, weil ihre Namen in den Wählerlisten der Wahllokale fehlten. Die Führung der Partei BSP beschwerte sich, in Uttar Pradesh - dem mit rund 200 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundesstaat Indiens - habe die Polizei mit Gewalt Angehörige der untersten Stufe des hinduistischen Kastensystems davon abgehalten, Wahllokale zu betreten.

Bei einer Auseinandersetzung zwischen Anhängern zweier rivalisierender Regionalparteien vor einem Wahllokal in Andhra Pradesh wurde ein Mann mit Stöcken zu Tode geprügelt. Weitere vier Menschen wurden dabei schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Medien berichteten über weitere Todesfälle, für diese gab es jedoch keine Bestätigung der Behörden.

Im westindischen Bundesstaat Maharashtra ließen mutmaßliche maoistische Rebellen nahe eines Wahllokals eine Bombe explodieren. Dabei wurde aber niemand verletzt oder getötet. Erst am Dienstag hatte ein Bombenanschlag mutmaßlicher maoistischer Rebellen - die in Waldgebieten mehrerer Teile Indiens aktiv sind und die parlamentarische Demokratie ablehnen - im zentralindischen Chhattisgarh einen Lokalabgeordneten und vier weitere Menschen getötet.

Größtenteils sei der erste Wahltag aber friedlich verlaufen, teilte die Wahlkommission mit. Bei Temperaturen von mancherorts mehr als 40 Grad standen Wähler in verschiedenen Teilen des südasiatischen Landes Schlange und zeigten nach der Stimmabgabe stolz ihre mit unauslöschlicher Tinte markierten Zeigefinger - von den Himalaya-Bergen zum umkämpften Kaschmir-Tal, von den Wäldern im Landesinneren zu den langen Küsten, von der chinesischen Grenze bis zu den Inseln im Arabischen Meer.

In der mit 1,3 Milliarden Einwohnern bevölkerungsreichsten Demokratie der Welt sind rund 900 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, über ein neues Unterhaus des Parlaments in der Hauptstadt Neu Delhi zu entscheiden. Damit es in den rund eine Million Wahllokalen auch jeweils genug Sicherheitskräfte und Wahlhelfer gibt, wird in sieben Phasen gewählt - vom Donnerstag bis zum 19. Mai.

Alle abgegebenen Stimmen sollen am 23. Mai ausgezählt werden. Weil Indiens Bevölkerung ständig wächst, gilt jede neue Parlamentswahl dort als größte in der Geschichte der Menschheit.

Allein am Donnerstag waren rund 142 Millionen Inder wahlberechtigt. In 91 Wahlbezirken, die sich über 18 der 29 Bundesstaaten sowie zwei sogenannten Unionsterritorien erstrecken, hatten rund 170.000 Wahllokale geöffnet.

Premierminister Narendra Modi von der hindu-nationalistischen Partei BJP hat Umfragen zufolge gute Chancen auf eine zweite fünfjährige Amtszeit. Als größter Herausforderer gilt Rahul Gandhi von der Kongresspartei. Die säkulare Mitte-Links-Partei hatte seit der Unabhängigkeit Indiens von Großbritannien im Jahr 1947 die meiste Zeit regiert. Beide Parteien haben sich mit regionalen Parteien zu Allianzen zusammengeschlossen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
11. 04. 2019
16:48 Uhr

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11. 04. 2019
16:48 Uhr



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