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Brennpunkte

Hurrikan «Laura» fegt über Teile der USA

«Laura» gingen dramatische Warnungen voraus: Der extrem gefährliche Hurrikan traf das US-Festland mitten in der Nacht. Erst allmählich wird das Ausmaß der Schäden sichtbar. Und die Gefahr ist noch nicht vorbei.



Vorboten
Mark Allums (l) und Hunter Clark fotografieren in HIgh Island, Texas, die hohen Wellen, die als Vorboten von Hurrikan «Laura» auf die Küste treffen.   Foto: Jon Shapley/Houston Chronicle/dpa » zu den Bildern

Nach eindringlichen Warnungen ist der extrem gefährliche Hurrikan «Laura» mit Windgeschwindigkeiten von 240 Stundenkilometern auf das US-Festland am Golf von Mexiko getroffen.

Im Dunkel der Nacht auf Donnerstag richtete der Wirbelsturm erhebliche Schäden in Teilen der Bundesstaaten Louisiana und Texas an, die bei Tagesanbruch allmählich sichtbar wurden: Die Wucht des Sturms deckte Dächer ab, riss Fassaden von Häusern weg und ließ Strommasten und Bäume umknicken. Meerwasser überflutete die Küste weit bis ins Landesinnere.

In Louisiana starben mindestens vier Menschen, wie Gouverneur John Bel Edwards bei einer Pressekonferenz sagte. Alle seien gestorben, weil Bäume auf Häuser krachten. Es sei zu befürchten, dass bei den Such- und Rettungseinsätzen noch mehr Opfer gefunden werden könnten. In Texas gab es zunächst keine Hinweise auf Todesopfer, wie der Gouverneur Greg Abbott dem Sender Fox News am Morgen sagte. «Das war das oberste Ziel.»

Das Stromnetz habe erheblichen Schaden genommen, sagte Edwards, machte aber zugleich klar, dass die Behörden insgesamt ein schlimmeres Szenario befürchtet hatten. «Es ist klar, dass wir keinen absolut katastrophalen Schaden erlitten haben.» Das Leben Abertausender Menschen sei jedoch auf den Kopf gestellt worden. US-Präsident Donald Trump kündigte beim Besuch der Zentrale der Katastrophenschutzbehörde Fema an, dass er wahrscheinlich am Wochenende in die betroffenen Gebiete fahren wolle.

Ein Pfeifton sei zu hören gewesen, als der Hurrikan über Sulphur in Louisiana zog, schrieb der Hurrikan-Jäger Josh Morgerman in den frühen Morgenstunden auf Twitter. Auf einem seiner Videos ist zu sehen, wie der Sturm die Regenmassen vor sich her peitschte - im Licht einer Straßenlaterne sah das aus wie schnell ziehende Nebelschwaden. Menschen wie Morgerman begeben sich ungeachtet der Warnungen in die unmittelbare Gefahr der Stürme.

Die Behörden hatten Hunderttausende Menschen angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen. Je näher der Sturm mit zunehmender Stärke der US-Küste am Mittwoch gekommen war, desto eindringlicher wurden die Warnungen. «Gehen Sie jetzt in Deckung», schrieb das Nationale Hurrikanzentrum schließlich. Es handele sich um eine «lebensbedrohliche Situation».

Der Hurrikan klinge wie «ein dröhnendes Düsentriebwerk», beschrieb ein Reporter des Fernsehsenders CNN die Situation in Lake Charles (Louisiana). Der Hurrikan habe selbst die stabilsten Gebäude erzittern lassen, Glasscherben seien durch die Luft geflogen. Im nahe gelegenen Westlake brannte am Donnerstag eine Chemikalien-Fabrik. Von der Polizei hieß es, es habe ein Chlorgasleck gegeben. Die Menschen mussten weiterhin in ihren Häusern bleiben.

Louisiana hat traumatische Erfahrungen mit Wirbelstürmen gemacht. Vor fast genau 15 Jahren - am 29. August - suchte «Katrina» den Bundesstaat heim: ein Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf mit Winden von einer Geschwindigkeit bis zu 280 Kilometern in der Stunde. «Katrina» richtete Schäden historischen Ausmaßes an, ein Museum in New Orleans erinnert an die Katastrophe. Gut 80 Prozent der Großstadt wurden überflutet. «Katrina» tötete insgesamt mehr als 1800 Menschen, Hunderte galten als vermisst. In den USA gab es nur zwei Stürme mit mehr Toten. Der «Okeechobee-Hurrikan» mit etwa 4000 Opfern war 1928 und der «Galveston-Hurrikan» mit bis zu 12.000 Toten schon im Jahr 1900.

Auf «Katrina» war damals «Rita» gefolgt - und «Laura» nahm nun einen ähnlichen Weg wie der damalige Hurrikan. Angesichts einer Stärke von vier von fünf sprach das Hurrikanzentrum von einem «extrem gefährlichen Hurrikan». Gewarnt wurde vor «verheerenden» Schäden und Sturmfluten, «die man nicht überleben kann». Es werde mehrere Tage oder Wochen keinen Strom und kein Wasser geben. Heftige Winde und Überflutungen drohten auch im Bundesstaat Arkansas.

Die Behörden hatten gewarnt, dass wegen der Überschwemmungen viele Orte womöglich bis Freitag oder Samstag nicht zugänglich sein könnten. Der Sheriff im Vermilion Parish unweit von Lake Charles hatte auf Facebook einen düsteren Hinweis an die Menschen gegeben, die ihre Häuser nicht verlassen wollten. «Wenn Sie sich dafür entscheiden, zu bleiben, und wir Sie nicht erreichen können, schreiben Sie ihren Namen, Ihre Adresse, Ihre Sozialversicherungsnummer und Ihre nächsten Angehörigen auf und stecken Sie sich (den Zettel) in einem Druckverschlussbeutel in die Tasche.» Man erwarte das Schlimmste und bete für das Beste.

«Laura» schwächte sich über dem Festland am Donnerstag wie erwartet rasch ab, blieb aber weiterhin gefährlich. Der Wirbelsturm hatte über ungewöhnlich warmem Meerwasser rasch an Kraft gewonnen und war am Mittwoch innerhalb weniger Stunden von Kategorie zwei auf Kategorie vier hochgestuft worden. Damit war «Laura» der erste sehr starke Hurrikan der Saison.

Die US-Klimabehörde NOAA rechnet damit, dass 2020 ein Rekordjahr für Wirbelstürme werden könnte. Erwartet werden 19 bis 25 Stürme, von denen sieben bis elf Hurrikans werden könnten, drei bis sechs sogar sehr starke mit Windgeschwindigkeiten von 178 Stundenkilometern und mehr. In durchschnittlichen Jahren gibt es an der Atlantikküste zwölf Stürme, von denen sich drei zu Hurrikans der Kategorie drei, vier oder fünf entwickeln.

© dpa-infocom, dpa:200825-99-295801/19

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Veröffentlicht am:
27. 08. 2020
21:33 Uhr

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27. 08. 2020
21:33 Uhr



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