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Hurrikan «Dorian» wütet mit 250 km/h auf den Bahamas

Die Regierung der Bahamas schlägt Alarm. Seit Sonntag wütet dort ein zerstörerischer Hurrikan. Gut 200 Kilometer weiter westlich in Florida bereiten sich Anwohner bereits auf den Sturm vor.



«Dorian»
Sturmböen von Hurrikan «Dorian» wirbeln Wasser von der Oberfläche eines Kanals auf den Bahamas auf.   Foto: Tim Aylen/AP » zu den Bildern

Auf den Bahamas hat der schlimmste Hurrikan seit Beginn moderner Aufzeichnungen mit zerstörerischen Winden und Sturmfluten große Schäden verursacht. Mindestens ein Mensch wurde getötet, wie das Tourismusministerium mitteilte.

Rettungskräfte konnten aber noch nicht in alle Gebiete vordringen. Das Ausmaß der Schäden auf den nördlichen Bahamas war daher zunächst noch nicht abzusehen. Bis zu 13.000 Häuser könnten schwer beschädigt oder zerstört sein, warnte das Rote Kreuz am Montag in Genf. Auf den nordöstlichen Abaco-Inseln hätten weitläufige Überschwemmungen die Trinkwasserquellen verunreinigt, hieß es weiter. Der Premierminister der karibischen Inselgruppe, Hubert Minnis, schrieb auf Twitter: «Die Verwüstung ist beispiellos.»

Die Winde des Hurrikans erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometer pro Stunde und tobten am Montag über der Insel Grand Bahama, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami erklärte. Der Insel drohten demnach «extreme Zerstörung» und meterhohe Sturmfluten. Das Zentrum des Sturms bewegte sich nur noch mit weniger als zwei Stundenkilometern nach Westen in Richtung der US-Küste, weswegen die Bahamas der Wucht des Hurrikans stundenlang ausgeliefert waren. Entlang der US-Küste wurden vorsorglich Evakuierungen angeordnet, von denen Hunderttausende Küstenbewohner betroffen waren.

Videos von den Abaco-Inseln, auf die der Hurrikan bereits am Sonntag getroffen war, zeigten überschwemmte Straßen, unter Wasser stehende Häuser und umgeknickte Bäume. Eine Frau veröffentlichte auf Facebook ein Video, das reißende Sturmfluten in der Ortschaft Marsh Harbour zeigt. Sie und ihr vier Monate altes Kind seien auf einer Treppe ihres Wohnhauses gestrandet, das Dach sei weggefegt worden. Das Wasser habe einige Menschen mitgerissen. «Bitte betet für uns», ruft sie immer wieder.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin verlautete, es seien bislang keine Fälle bekannt, in denen Deutsche durch den Hurrikan zu Schaden gekommen seien oder konsularische Unterstützung benötigten.

Der Außenminister der Bahamas, Darren Henfield, sagte, es sei zu «katastrophalen Schäden» gekommen. Es gebe auch Berichte über Todesopfer, diese ließen sich aber bisher nicht bestätigen, sagte er dem örtlichen Sender ZNS. Ersthelfer würden in die betroffenen Gebiete fahren, sobald das Wetter es zulasse. Die Armee der Bahamas war Medienberichten zufolge auf Grand Bahama im Rettungseinsatz.

Auf New Providence, der bevölkerungsreichsten Insel der Bahamas, auf der sich auch die Hauptstadt Nassau befindet, kam es nach Berichten örtlicher Medien in der Nacht zu einem kompletten Stromausfall und Überschwemmungen. Auf Grand Bahama fiel ebenfalls teilweise der Strom aus, wie der Nachrichtensender CNN berichtete. Der Flughafen in der größten Stadt Freeport stehe unter Wasser, schrieb die örtliche Zeitung «The Tribune».

Für die Sturm-erprobten Bahamas markierte das Eintreffen «Dorians» am Sonntag den stärksten Hurrikan seit Beginn moderner Aufzeichnungen. Die Bahamas bestehen aus rund 700 Inseln südöstlich von Florida. Bewohnt sind nur 30 von ihnen. Auf den Bahamas leben rund 389.000 Menschen. Der Hurrikan verlor am Montag etwas an Kraft und wurde zu einem Hurrikan der Kategorie vier von fünf herabgestuft. Es drohten aber weiter «katastrophale Schäden», erklärte das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami am Montag.

Am Montagabend sollte «Dorian» der Küste Floridas «gefährlich nahe» kommen und dann in Küstennähe nach Norden abdrehen. An der US-Küste sei daher mit zerstörerischen Winden, Sturmfluten und Überschwemmungen zu rechnen, warnten die Meteorologen. Sollte der Sturm auch nur gering vom prognostizierten Pfad abweichen, könnte er doch noch auf Land treffen und für große Schäden sorgen, warnten die Meteorologen. Am Montagnachmittag wurden in Florida bereits Windböen von knapp 80 Kilometer pro Stunde gemessen.

In Florida und den nördlicheren Bundesstaaten Georgia und South Carolina galt bereits der Notstand. Evakuierungen der Küstenregionen mit Hunderttausenden Einwohnern liefen am Montag bereits an. «Es mag für manche Menschen unerfreulich sein, aber das ist der beste Weg, alle am Leben zu halten», sagte der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster. Dort sollten sich rund 800.000 Menschen in Sicherheit bringen. Schulen und Behörden sollten bis auf Weiteres geschlossen bleiben, Notunterkünfte im Landesinneren öffneten. Laut Medienberichten wurden Hunderte Flüge gestrichen. In Florida wurden mehrere Flughäfen und Häfen geschlossen.

Der Reisekonzern Tui brachte deutsche Urlauber vor dem Eintreffen des Hurrikans auf den Bahamas in Sicherheit. Bereits am Samstag sei Vorsorge getroffen worden und die Gäste seien von der Insel Grand Bahama abgereist. Es handelte sich um weniger als zehn Urlauber, die betroffen waren, wie eine Sprecherin von Deutschlands größtem Reiseveranstalter am Montag in Hannover auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Reisen auf die nordwestlichen Inseln der Bahamas würden bis einschließlich 15. September vorsorglich abgesagt, teilte Tui weiter mit. Da der Hurrikan weiter Kurs auf die Südostküste der USA nimmt, seien nun Urlauber dort von Sicherheitsvorkehrungen betroffen. Tui empfiehlt Urlaubern mit Aufenthalten zwischen Fort Lauderdale bis Jacksonville, vorsorglich nach Orlando ins Landesinnere zu reisen. Dabei handele es sich den Angaben zufolge um 270 Gäste.

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dpa

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Veröffentlicht am:
02. 09. 2019
21:38 Uhr

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