Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagt#GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-Hilfsbörse

Brennpunkte

Hunderte bei Solidaritätsgebet für attackierten Rabbiner

Zwei Wochen ist eine antisemitische Attacke auf den Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal her. Mit einem gemeinsamen Gebet in der Synagoge zeigen sich nun viele solidarisch - und verurteilen Antisemitismus.



Solidaritätsgebet
Schauspielerin Natalia Wörner, ihr Mann, Außenminister Heiko Maas und Rabbiner Yehuda Teichtal in der Synagoge in Berlin-Wilmersdorf.   Foto: Jörg Carstensen

Rund zwei Wochen nach einem antisemitischen Übergriff auf den Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal haben Hunderte Menschen ihre Unterstützung für das Opfer bekundet.

An einem Solidaritätsgebet in einer Synagoge in Berlin-Wilmersdorf nahm am Freitagabend auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) teil - zusammen mit seiner Partnerin Natalia Wörner. Auch viele Christen, darunter der künftige evangelische Landesbischof Christian Stäblein, fanden sich zu dem Gebet ein.

«Es ist abstoßend, widerlich und es macht wütend, wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland beschimpft und bespuckt werden», sagte Maas laut Redemanuskript. Antisemitismus sei in Deutschland lauter und aggressiver geworden. «Umso beherzter müssen wir gegenhalten, wo immer es geht.»

Teichtal ist Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Am vorvergangenen Wochenende hatten zwei Männer den Geistlichen nach einem Gottesdienst auf Arabisch beschimpft und bespuckt. Eines seiner Kinder war bei dem Vorfall dabei. Die Ermittlungen beim polizeilichen Staatsschutz laufen. Zum aktuellen Stand äußerte sich die Polizei am Freitag auf Nachfrage unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

«Wir werden uns nicht verstecken oder unsere Identität auf irgendeine Weise verbergen», erklärte Teichtal anlässlich des Solidaritätsgebetes mit Blick auf wiederholte Übergriffe auf Juden in Berlin. «Ganz im Gegenteil, wir werden alles tun, um mit Respekt füreinander einzustehen und den Dialog untereinander zu fördern.»

Die Mehrheit hierzulande sei tolerant. «Die meisten Menschen in Deutschland wollen diese Aggression gegen Juden als traurigen Bestandteil des jüdischen Alltags nicht hinnehmen.»

Der jüdische Journalist Henryk M. Broder erschien mit einem Shirt mit auffälligem Aufdruck: zwei gekreuzte Sturmgewehre unter einem Davidstern und die Aufschrift «GUNS N MOSES».

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 08. 2019
20:50 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Antisemitismus Christen Evangelische Kirche Geistliche und Priester Heiko Maas Henryk M. Broder Juden Juden in Deutschland Judentum Landesbischöfe und Landesbischöfinnen Polizei SPD Synagogen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Innenminister Seehofer in Berlin

23.06.2020

«Nordadler»: Seehofer geht gegen Neonazi-Gruppierung vor

Schwärmereien von den «guten deutschen Seelen», Adolf Hitler als Vorbild, Hass auf Juden: Die Anhänger der Gruppierung «Nordadler» stehen nach Einschätzung des Innenministeriums ganz rechts außen. Nun rückt die Polizei a... » mehr

Synagogentür

13.05.2020

Gutachter hält Attentäter von Halle für voll schuldfähig

Stephan B. hatte am 9. Oktober vergangenen Jahres versucht, in der Synagoge von Halle ein Blutbad anzurichten. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 28-Jährigen vor, «aus einer antisemitischen, rassistischen und fremdenfeindl... » mehr

Issacharoff gegen jüdische Emigration

29.12.2019

Israels Botschafter: Juden sollten nicht «weglaufen»

Wie sicher sind Juden in Deutschland? Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle hat diese Diskussion an Fahrt aufgenommen. Jetzt schaltet sich der israelische Botschafter mit einem Ratschlag ein. » mehr

Ohel-Jakob-Synagoge München

11.07.2020

Rabbiner in München antisemitisch beleidigt

Ein Rabbiner ist in München antisemitisch beleidigt worden. Nach Angaben der Polizei wurde der Münchner am Donnerstagabend von vier Männern verfolgt, nachdem er - mit einer Kippa bekleidet - am Isartor aus einer Straßenb... » mehr

Andreas Geisel

14.08.2019

Jüdischer Mann in Berlin attackiert

Wieder soll es in Berlin eine antisemitische Attacke gegeben haben. Innensenator Geisel plant einen Antisemitismus-Beauftragten - und einen Runden Tisch. » mehr

Merkel in Auschwitz

06.12.2019

Merkel warnt in Auschwitz vor Antisemitismus und Hassreden

Ihr erster Besuch im ehemaligen deutschen KZ Auschwitz-Birkenau fiel Kanzlerin Merkel ganz offensichtlich alles andere als leicht. Die Gedenkstätte sei Mahnung gegen Vergessen und Relativieren. Merkel wandte sich klar ge... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall Motorrad Waffenrod Waffenrod

Motorradunfall Waffenrod | 13.07.2020 Waffenrod
» 6 Bilder ansehen

Bad Salzungen

Gesuchte Männer | 13.07.2020 Bad Salzungen
» 5 Bilder ansehen

city skyliner weimar Weimar

City Skyliner in Weimar | 12.07.2020 Weimar
» 12 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 08. 2019
20:50 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.