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Hohe Corona-Todeszahlen in den USA

Donald Trump hatte das Land vor schmerzhaften Wochen gewarnt. Nun gibt es in den USA jeden Tag erschreckende Todeszahlen durch das Coronavirus. Doch der US-Präsident stimmt die Nation bereits auf eine baldige Erholung ein. Ist das verfrüht?



Trump
«Ich bin ziemlich sicher, dass wir auf dem Gipfel des Hügels sind»: US-Präsident Donald Trump.   Foto: Andrew Harnik/AP/dpa

Die Zahl der Toten durch die Coronavirus-Krise nimmt in den Vereinigten Staaten jeden Tag dramatisch zu. Allein am Donnerstag kamen mehr als 1780 Menschen in Folge der Pandemie ums Leben, wie aus Daten der amerikanischen Universität Johns Hopkins hervorging.

In den beiden Tagen zuvor hatte die Todeszahl jeweils fast 2000 erreicht. Seit Beginn der Epidemie sind nach Angaben der Universität bereits mehr als 16.700 Menschen in den USA an den Folgen der Viruserkrankung gestorben. US-Präsident Donald Trump sieht den Höhepunkt der Krise bereits erreicht. Experten äußern sich vorsichtiger.

Bis Freitagmorgen (Ortszeit) lag die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in den Vereinigten Staaten nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bei mehr als 460.000. Auf der ganzen Welt sind inzwischen mehr als 1,6 Millionen Infektionen erfasst.

Gemessen an der absoluten Zahl der bestätigten Infektionen sind die USA weltweit am schwersten von der Pandemie betroffen. Die Werte einzelner Länder lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquoten und erwarteten hohen Dunkelziffer aber nur schwer vergleichen. Zudem hinkt der Vergleich der absoluten Zahlen wegen der unterschiedlichen Bevölkerungsgrößen. Die USA haben rund 330 Millionen Einwohner.

Die Auswirkungen zeigen sich dort jedoch deutlich: Die Epidemie hat das öffentliche Leben in den Vereinigten Staaten in weiten Teilen zum Erliegen gebracht. Die Mehrheit der Amerikaner unterliegt Ausgangsbeschränkungen, viele Geschäfte und Betriebe sind geschlossen. Das setzt der US-Wirtschaft schwer zu. Allein in den vergangenen drei Wochen verloren mehr als 16 Millionen Menschen ihren Job.

Trump bemühte sich, Optimismus zu versprühen und erneut ein baldiges Ende der Krise in Aussicht zu stellen. «Ich bin ziemlich sicher, dass wir auf dem Gipfel des Hügels sind. Und jetzt gehen wir herunter. In einigen Fällen haben wir diesen Prozess schon begonnen», sagte der US-Präsident im Weißen Haus. Vize-Präsident Mike Pence präzisierte, dass die Gebiete, die besonders von der Epidemie betroffen seien - wie New York, Louisiana und Detroit, dem Höhepunkt «nah» seien. «Es gibt Anzeichen für Fortschritte. Und Hoffnung wird sichtbar», sagte Pence.

Trump äußerte auch Zuversicht, dass weniger Menschen in der Krise sterben könnten als erwartet worden waren. Er sprach von einem Niveau, das niedriger liegen könnte als 100.000. «Wir haben entsetzliche Zahlen», sagte Trump zugleich. Pence sprach mit Blick auf die täglichen Todeszahlen von einer «schwierigen» und «herzzerreißenden Woche», in der sich die USA befänden. «Das sind keine Zahlen, das sind Leben», betonte er.

Auch der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, der Immunologe Anthony Fauci, sprach von einer «schlimmen Woche». «Tatsächlich scheint es jeden Tag einen Rekord im Vergleich zum Vortag zu geben», beklagte er. Während die Todeszahlen anstiegen, sinke allerdings die Zahl der Menschen, die ins Krankenhaus kämen, «dramatisch». Es gehe also in die richtige Richtung.

Zugleich warnte Fauci vor einer vorschnellen Rückkehr zur Normalität. Dem Fernsehsender CNN sagte er am Freitag, die Schutzvorkehrungen und Beschränkungen sozialer Kontakte im Land zeigten Wirkung. Dies sei nicht die Zeit, davon abzurücken. Es gebe günstige Anzeichen, aber man dürfe nicht voreilig werden. Letztlich entscheide das Virus, wann der angemessene Zeitpunkt sei, wieder zum Normalbetrieb überzugehen.

USA-weit wurden nach Trumps Angaben bereits mehr als zwei Millionen Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet. Das sei ein wichtiger Meilenstein, sagte der Präsident. Bis Montag vergangener Woche hatten die USA rund eine Million Menschen getestet. Gouverneure einiger Bundesstaaten beklagen jedoch, dass es immer noch nicht genug Tests gebe. Die Tests waren auch nur äußerst langsam in Gang gekommen. Mitte März war ihre Zahl mit etwa 50.000 noch verschwindend gering gewesen.

Betroffen von dem Virus ist auch der US-Flugzeugträger «USS Theodore Roosevelt». Unter den Besatzungsmitgliedern hat die Zahl der bestätigten Infektionen deutlich zugenommen. Es gebe inzwischen 416 Fälle, erklärte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Donnerstag. Anfang der Woche hatte die Marine noch von rund 200 bekannten Infektionen gesprochen. Fast alle der mehr als 4000 Besatzungsmitglieder seien nun getestet worden, hieß es weiter. Ein Soldat befinde sich infolge der von dem Virus verursachten Lungenerkrankung Covid-19 auf der Intensivstation.

Wegen der Ausbreitung des Virus liegt der nukleargetriebene und hochgerüstete Flugzeugträger vor der Pazifikinsel Guam und ist inzwischen weitgehend evakuiert worden. Der Coronavirus-Ausbruch auf dem Schiff erschüttert seit knapp zwei Wochen die US-Marine.

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dpa

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10. 04. 2020
16:27 Uhr

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