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«Hey Rezo, du alter Zerstörer!»: Heimspiel bei Böhmermann

Achtung Berlin: Rezo fand die letzten Wochen «saustressig» und will deshalb erstmal zur Unterhaltung zurückkehren. Bei Jan Böhmermann sagt er Annegret Kramp-Karrenbauer allerdings noch ein paar Takte zu ihrem «Meinungsmache»-Vorwurf.



Rezo bei Jan Böhmermann
Youtuber Rezo (l) ist zu Gast in Jan Böhmermanns Sendung «Neo Magazin Royale».   Foto: Julia Hütner/ZDF

Die vielleicht wichtigste Botschaft des Abends für den Berliner Politikbetrieb: Rezo plant keine politische Karriere. Aber er kann sich durchaus vorstellen, irgendwann nochmal ein politisches Video zu machen, so wie «Die Zerstörung der CDU». Am Donnerstabend plauderte der zurzeit wohl gefragteste Youtuber ein lockeres Viertelstündchen mit dem ZDF-Satiriker Jan Böhmermann.

Böhmermann begrüßte seinen Gast mit den Worten «Hey, Rezo, du alter Zerstörer!» Dies war eine Anspielung auf CDU-Jungspund Philipp Amthor. Der 26-jährige Bundestagsabgeordnete hatte bei Markus Lanz gesagt, in seinem nie veröffentlichten Reaktionsvideo auf Rezo hätte er eben diese Begrüßung als ersten Satz gesagt.

«Die Zerstörung der CDU», veröffentlicht kurz vor der Europawahl, ist inzwischen fast 15 Millionen Mal geklickt worden. Rezo wurde danach wohl in so ziemlich jede Talkshow eingeladen, entschied sich aber für Böhmermann, wie dieser nicht ohne Stolz verkündete. Der Coup zahlte sich aus: Insgesamt schalteten am späten Donnerstagabend 480 000 Zuschauer (2,5 Prozent) das «Neo Magazin Royale» im Kanal ZDFneo ein. Davon waren dem Branchendienst dwdl.de zufolge 250 000 zwischen 14 und 49 Jahren alt, was starken 4,3 Prozent entspricht.

Aufgezeichnet wurde die Show bereits am Mittwoch, wie immer in einem abgewrackten ehemaligen Teppichgeschäft in einem Hinterhof in Köln-Ehrenfeld - wo die Grünen bei der Europawahl 40 Prozent holten. «Ich grill' dich heute Abend richtig», versprach Böhmermann in einem vorab verbreiteten Kurzvideo. Zwar könne er die Kritik an Rezo eigentlich nicht recht nachvollziehen, sehe dahinter eher gekränkten Stolz und verletzte Eitelkeit, aber dennoch wolle er versuchen, «auch kritische Fragen zu stellen».

Der «Zerstörer» - mit wie gehabt blauem Haarkamm, aber diesmal im blass pinken statt orangefarbenen Kapuzenpulli - ging dann aber eher im sicheren Hafen vor Anker. Die «Greta Thunberg des Internets» - wie er in einer Einblendung bezeichnet wurde - konnte sich der Sympathie des Gastgebers sicher sein. Auffallend am Rande: Manchmal spricht Rezo mit verblüffend hoher Stimme, von Böhmermann treffend als «Hund-im-Raum-Stimme» bezeichnet.

Der Aachener, «Sternzeichen Löwe», versicherte, dass er die Resonanz seines Videos nicht im entferntesten vorhergesehen habe. Mit der CDU habe er kein Mitleid. Er kritisierte «dies Hin und Her (...) von den CDU-Leuten, also zum einen dieses Mix aus "Ich will den Typen schlecht reden, aber irgendwie muss ich auch zeigen, dass ich reden will".» So habe CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak zunächst gesagt, dass seine Quellen in dem Video eine Vermischung von Pseudofakten seien, dann wiederum, dass die Quellen gut gewesen seien.

Das Video habe er aus reinem Interesse gemacht und sei weder von Unternehmen noch von den Grünen dafür bezahlt worden, stellte er klar. Überhaupt nicht verstanden habe er, was die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer mit ihrem «Meinungsmache»-Vorwurf und ihrer Forderung nach Regeln im Internet gemeint habe. «Hätt ich's jetzt ausgedruckt, denselben Text, und wär auf den Marktplatz gegangen, hätt' ich das auch machen dürfen. Da gibt's ja keine Regel, die da jetzt gegen spricht.»

Der Politik insgesamt empfahl er: «Einfach ein bisschen menschlicher und klarer werden in der Sprache.» Und außerdem «weniger Scheiße bauen».

«Wer wird als nächstes zerstört?», fragte Böhmermann. «Gar keiner», bekam er zur Antwort. Die letzten Wochen seien doch «saustressig» gewesen. «Ich mach das, was mein Job ist, nämlich zu unterhalten. Das ist hauptsächlich mein Ding so. Und das werde ich auch die nächste Zeit erstmal sehr verstärkt tun.»

Veröffentlicht am:
14. 06. 2019
14:25 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
14. 06. 2019
14:25 Uhr



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